Sein faszinierendes Grün verdankt das Malachit der Tatsache, dass es sich um ein Kupfercarbonat handelt, genauer gesagt um ein Mineral aus der Mineralklasse der Carbonate und Nitrate. Malachit wird auf der ganzen Welt abgebaut. Beinahe 9000 Fundorte sind bekannt. Kein Wunder also, dass es nicht lange unentdeckt blieb. Bereits die antiken Ägypter erkannten sein breitgefächertes Potenzial: Zerrieben als ausdrucksstarker Lidschatten oder durch Reduzierung auf seinen Kupferanteil von 57% als Lötmaterial in der Metallverarbeitung, z.B. bei der berühmten Totenmaske des Tutanchamun. Auch zermahlen als Farbpigment kam es häufig in der Malerei zum Einsatz, z.B. bei Raffaels Sixtinischer Madonna.

Ikonostase mit Malachitsäulen in der Isaak Kathedrale in St. Petersburg Foto: saint-petersburg.com Ikonostase mit Malachitsäulen in der Isaak Kathedrale in St. Petersburg
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Seinen großen "Durchbruch" konnte das Malachit als dekorativer Stein im Russland des 19. Jahrhunderts feiern. Die Zaren ließen ihn im Ural abbauen und verschwenderisch in ihren Palästen in Szene setzen. Es entstanden dekorative Objekte wie Schreibtischsets, Kaminuhren oder große aus einem Stück gefertigte Vasen in antiken Formen. Auch Möbelstücke wie Tische und Konsolen wurden mit massiven Platten aus Malachit versehen.

Ebenso gab es Raumgestaltungen, die malachitbasiert waren. Schöne Beispiele dafür finden sich natürlich in der damaligen Hauptstadt des Russischen Kaiserreiches. Im Winterpalast der Zarenfamilie gibt es den "Malachit-Saal", so benannt wegen seiner Dekoration mit Malachitpilastern und -säulen sowie einer Kaminummantelung aus dem selben Material. Der Raum wurde 1837 für die damalige Zarin Alexandra Fjodorowna gestaltet und diente ihr als Salon. Die ebenfalls in St. Petersburg gelegene Isaak Kathedrale verfügt über eine Ikonostase, deren einzelne Bildfelder durch imposante Halbsäulen aus Malachit voneinander getrennt sind.

Der Malachit Saal im Winterpalast in St. Petersburg Foto: huffingtonpost.com Der Malachit Saal im Winterpalast in St. Petersburg
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Links: Zarin Alexandra Fjodorowna, 1836 Abb. via Wikipedia Rechts: Kamin im Malachit Saal im Winterpalast Foto via Pinterest Links: Zarin Alexandra Fjodorowna, 1836
Abb. via Wikipedia
Rechts: Kamin im Malachit Saal im Winterpalast
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In der kommenden Kunst- und Antiquitätenversteigerung im Münchner Auktionshaus Rütten kommen drei Lose mit dekorativen Malachitobjekten zum Aufruf. Zum einen ein einzelner Obelisk mit einer Ummantelung aus Malachit-Furnier und einem silbernen Pinienzapfen an der Spitze, zum anderen ein Paar massiver Malachitobelisken mit getrepptem Sockel. Als drittes Objekt kommt ein nur 9 cm hohes Malachit-Ei unter den Hammer. Die Silbermontierung besteht aus einem Fuß in Blattoptik sowie einer Bekrönung in Form des Doppeladlers als Zeichen des russischen Kaiserhauses. Obwohl die diversen Punzen nicht mehr lesbar sind, ist es sehr wahrscheinlich, dass dieses Kleinod aus dem Haus Fabergé stammt.

Die Auktion findet am 21. Oktober ab 13 Uhr in der Nymphenburger Straße 133 in München statt. Dort kann auch die Ausstellung zur Auktion vom 16. bis 19. Oktober besucht werden.

Zum Aufruf kommt ein breitgefächertes Angebot mit Kunst, Schmuck, Silber, Porzellan und vielen weiteren interessanten Antiquitäten. Das gesamte Angebot der Auktion können Sie gleich hier entdecken.

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