Jeden Tag ging das Besitzerehepaar aus Villefranche-sur-Saône bei Lyon an der Mandoline vorbei, die sie an einer der Wände ihrer Wohnung aufgehängt hatten, ohne den wahren Wert der Mandoline auch nur zu erahnen. Erworben hatten sie das Musikinstrument bei einer Auktion kurz vor ihrem Umzug von Paris ins ostfranzösische Beaujolais.

Die Mandoline Marie Antoinettes | Foto via LyonMag Die Mandoline Marie Antoinettes | Foto via LyonMag

Erst dort erkannten anhand des Monogramms Marie Antoinettes, welchen Schatz aus dem 18. Jahrhundert sie da ersteigert hatten. Sie entschieden sich, die Mandoline wieder zu verkaufen und legten sie einem Experten vor, der ihre Vermutung bestätigte und den Wert des Instruments auf 100.000 Euro festlegte. Auch gegenüber der Zeitung Le Progrès bestätigte der Experte, dass es sich tatsächlich um ein Stück aus dem einstigen Besitz Marie Antoinettes handelte.

Franz Xaver Wagenschön, Marie Antoinette am Spinett, ca. 1769 Franz Xaver Wagenschön, Marie Antoinette am Spinett, ca. 1769

Demnach hätte Marie Antoinette die Mandoline einst einem ihrer Kammerdiener geschenkt, der jedoch wie seine Königin während der Französischen Revolution hingerichtet worden war. Die erneute Versteigerung des Instruments soll im Februar stattfinden.

Jean-Baptiste André Gautier-Dagoty, Marie Antonette beim Harfespiel, 1777 Jean-Baptiste André Gautier-Dagoty, Marie Antonette beim Harfespiel, 1777

Marie Antoinette hatte eine große Vorliebe für die Musik, spielte Spinett und Harfe und sang auch leidenschaftlich gern - wenn auch nicht besonders gut. In ihrer Heimatstadt Wien war der Komponist Christoph Willibald Gluck ihr Gesangslehrer gewesen. Als Gluck 1774 nach Paris kam, verdankte er seinen dortigen Erfolg an der Oper vor allem seiner ehemaligen Schülerin, die mittlerweile am französischen Königshof lebte.

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