Gewohnt groß ist die Offerte an qualitätsvollen Artefakten aus vielen Zeiten und Regionen in der diesjährigen Herbstauktion der Hermann Historica GmbH vom 06. bis zum 17. November in München. Aufgerufen werden 6.800 teils einzigartige Sammlerobjekte aus allen Themengebieten des Hauses: Antiken, Alte Waffen, Kunsthandwerk, Jagdliches, Orden sowie historische und militärgeschichtliche Objekte.

Ein spektakuläres Exemplar attischer Vasenmalerei ist das exquisite Highlight des Antiken-Kataloges. Aus der vierten Dekade des fünften Jahrhunderts vor Christus kommt der rotfigurige, attische Kelchkrater des Hektor-Malers mit einer Taxe von 60.000 Euro zum Aufruf. In charakteristischer Gestaltung ist das elegante Gefäß auf gewölbtem Fuß mit zwei Henkeln versehen und präsentiert schauseitig eine überaus seltene lebhafte mythologische Darstellung von Telephos in der Auseinandersetzung mit Agamemnon um dessen Sohn Orestes.

Bestens erhalten und ebenso schön wie eindrucksvoll, ein Kylia-Idol aus vorgeschichtlicher Zeit, welches künftig ab 12.000 Euro eine neue Sammlung bereichern kann. Nur 13 Zentimeter hoch und in der zweiten Hälfte des dritten Jahrtausends vor Christus in Anatolien gefertigt, zeigt sich die stark stilisierte weibliche Figur aus Marmor mit den charakteristischen angewinkelten verkürzten Armen sowie dem leicht erhobenen Kopf. Stargazer oder Sternengucker, so der treffende Beiname für die spezielle Gestaltung dieses Idol- Typs.

Im Sonderkatalog Jade, weighted by aeons of Chinese culture werden rund 150 feinst gearbeitete kleine Kunstwerke aus der
Jungsteinzeit bis zur späten Qing-Dynastie im 19. Jahrhundert angeboten. Darunter so singuläre Stücke, wie die lebendig-naturalistische Darstellung zweier Ochsen aus der Tang-Dynastie (618-907 n. Chr.), die die eindrucksvolle Größe von 26,5 cm und eine Höhe von 14,4 cm aufweist. Mindestens 50.000 Euro müssen hierfür aufgebracht werden.

Unter den kostbaren Wunderkammerobjekten, eine mit ihrer Höhe von 43,5 Zentimetern sehr beachtliche wie exquisite Zierkanne aus Elfenbein, die 1910 im deutschen Elfenbeinzentrum Erbach geschnitzt wurde. Den Fuß zieren Pfeifendekor und Perlstab, während der Korpus mit einer plastisch gestalteten, vielfigurigen antiken Szenerie versehen ist. Gebote ab 12.000 Euro sind für diese einmalige Arbeit, die laut beiliegendem Gutachten aus den begabten Händen des Schnitzers Otto Glenz (1863 - 1948) stammt, erbeten.

Im Katalog der Alten Waffen überzeugen erneut Raritäten in aufwendiger Verarbeitung und bester Erhaltung. Besonders augenfällig, ein früher Offiziers-Fußharnisch, der 1540 in einem der Zentren des deutschen Plattnerhandwerks, in Nürnberg, gefertigt wurde. Das ausgesprochen homogene Belegstück mit spitz zulaufender, einteilig geschlagener Sturmhaube, vollständigem Armzeug, geschobenen Hentzen sowie geschnürlten Brechrändern an Brust, Rücken und Kragen ist moderat auf 22.000 Euro taxiert.

Eine wahre Zier für seinen Träger und nicht minder für jede künftige Sammlung, der dekorative italienische Luxus-Dolch, vermutlich in Ferrara um 1500/1510 gefertigt, der ab 12.000 Euro einen neuen Besitzer finden kann. In der Art einer Cinquedea mit breiter, spitz zulaufender Klinge, deren drei Hohlkehlen mit teils vergoldetem Rankendekor versehen sind sowie dekorativen Feuervergoldungen an Knauf und Parierstange, begeistert der elegante Dolch jeden Connaisseur außergewöhnlicher Blankwaffen.

Für die Belange seiner polnischen Heimat setzte sich der Künstler, Designer, Philosoph und feurige Patriot Zygmunt Stankiewicz (1914 – 2010) zeit seines Lebens ein und richtete an seinem Wohnsitz in Schloss Muri bei Bern ein rund 180 Objekte umfassendes Museum zur bewegten polnischen Geschichte ein. Darunter ein vollständiger husarischer Kürass mit Helm aus dem 17. Jahrhundert, charakteristisch in Schüben gearbeitet, dekoriert mit Messing-Zierbesatz sowie Buckelnieten, der ab 28.000 Euro ersteigert werden darf.

Unter den hochbedeutenden Sammlerstücken von europäischen Herrscherhöfen, ein lückenlos dokumentiertes Stück aus dem Besitz des letzten deutschen Kaisers, Wilhelm II. (1859 - 1941). 1908, anlässlich seines 20-jährigen Regierungsjubiläums von seinem Offizierskorps überreicht, steht der persönliche Marschallstab des Kaisers ab 35.000 Euro zur Auktion. In Gold, Silber, Emaille und Samt gefertigt, zeigt der Stab das aufgelegte Monogramm "WR II", die preußische Krone sowie Benennung von Anlass und Widmenden.

Bestechend in Verarbeitung und Material sind die seit jeher sehr gefragten exklusiven Stücke aus der persönlichen Garderobe von Kaiserin Elisabeth von Österreich (1837 - 1898) – der internationalen Modeikone ihrer Zeit. Das engtaillierte Oberteil eines schwarzen Seidenmoiree-Kleides aus der Phase der Trauer nach dem Tod ihres Sohnes Kornprinz Rudolf (1858 - 1889), hier um 1897/98, zeigt sich mit Pailletten- und Perlenbesatz sowie Tüllband in besonders schöner Erhaltung. Gebote sind hierfür ab 7.500 Euro erbeten.

Historisch soldatische Kopfbedeckungen waren anschauliche Symbole für Pracht und Status des Militärs. Vor Wetter und Feinden sollten sie schützen, die Statur des Trägers imposant erscheinen und seinen Rang sichtbar werden lassen. Im Sonderkatalog Militärische Kopfbedeckungen bis 1918 finden sich nun so überaus rare Helme, wie der der k. u. k. Ersten Arcierenleibgarde von 1905, dessen Silberglocke mit feuervergoldeten Beschlägen und eindrucksvollem weißen Roßhaarbusch versehen ist und auf 14.000 Euro taxiert ist.

Eine phaleristische Sensation kommt aus Hochadelsbesitz, dem Nachlass des Prinzen Alfons von Bayern (1862 - 1933), mit der
goldenen Kollane des seit 1444 verliehenen Hausritterordens vom Heiligen Hubertus zur Auktion. Die ausgesprochen repräsentative Ordensdekoration, farbig emalliert mit Hubertusszenen und mit anhängendem Ordenskreuz, war ihm von seinem Onkel König Ludwig II. 1880 übereignet worden und kann nun mit eigenhändigem, königlichem Übersendungsbrief ab 45.000 Euro ersteigert werden.

Traumstücke von allerhöchster Büchsenmacherkunst sind aus den begabten Händen des Schwiegersohns des berühmten Henri Le Page von Le Page Moutier mit einem Paar vergoldeter Luxus-Perkussionspistolen mit Startpreis von 12.000 Euro in der Auktion verzeichnet. Die augenfälligen wie exklusiven Pistolen mit rankenförmig tief beschnitzten Ebenholzschäften und floral vergoldeten Eisengarnituren wurden komplett mit Kasten und detailreichem Zubehör um 1850 in der Pariser Werkstatt gefertigt.

Die Versteigerungen finden zwischen dem 6. und 17. November im Auktionshaus in der Linprunstraße in München statt. Die Vorbesichtigung kann dort am 2./3. und 5. November sowie am 13. November besucht werden.

Entdecken Sie die Lose der Jubiläumsauktion der Hermann Historica hier bei Barnebys.

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