Die diesjährige Herbstauktion vom 24. Oktober bis 05. November 2016 der Hermann Historica oHG bietet erneut eine große und qualitätsvolle Offerte an Kostbarkeiten aus vielen Zeiten und Regionen. Annähernd 6.500 Lose aus allen Themengebieten des Hauses – Antiken, Alte Waffen, Kunsthandwerk, Jagdliches, Orden sowie historische und militärgeschichtliche Objekte werden aufgerufen.

Eine spektakuläre Kollektion zur Geschichte der Samurai kann mit der Sammlung Rudolf Ott (1919 - 2010) angeboten werden. Über fünfzig Jahre hinweg trug der Drogist mit großem Sachverstand und ebensolcher Leidenschaft seine einzigartige, weltweit beachtete Sammlung japanischer Waffen und Kunstgegenstände zusammen. Unter den insgesamt 300 Losen finden sich so sensationelle Artefakte, wie eine exzellente Do Maru Gusoku-Rüstung aus der Mitte der Edo-Periode (1603 - 1868) taxiert auf 13.000 Euro oder ein überaus seltenes, hochwertiges Daisho, ab 20.000 Euro zu ersteigern.

Rechts: Do Maru Gusoku, Mitte Edo-Periode, um 1250 Limit: 13.000 EUR Rechts: Do Maru Gusoku, Mitte Edo-Periode, um 1250
Limit: 13.000 EUR

Ebenfalls aus der Sammlung stammt ein voll beweglich aus getriebenem und graviertem Eisenblech in Form eines Koi-Karpfens gearbeiteter Jizai Okimono aus der Meiji-Periode (1868 - 1912), der mit 8.000 Euro zum Aufruf kommt. Die kunstvoll gearbeiteten Jizai Okimono kamen mit dem Ende der Edo Periode und der damit verbundenen Auflösung der Samurai-Kaste auf. Die berühmten wie hochspezialisierten Rüstungs- und Waffenschmiede verloren ihre Einkommensquellen und brachten in der Folge ihre außergewöhnliche handwerkliche Fertigkeit zum Teil in die Herstellung der Jizai Okimono ein.

Jizai Okimono aus der Meiji-Periode (1868 - 1912) in Form eines Koi-Karpfens Limit: 8.000 EUR Jizai Okimono aus der Meiji-Periode (1868 - 1912) in Form eines Koi-Karpfens
Limit: 8.000 EUR

Zu den exquisiten Highlights des Antiken-Kataloges zählt ein römischer Infanteriehelm vom Typ Weisenau mit den charakteristischen beweglichen Wangenklappen, dem ausladenden Nackenschutz und dem Knauf zur Aufnahme der Helmzier. Im Übergang vom ausgehenden ersten zum beginnenden zweiten Jahrhundert nach Christus gefertigt und im Aufruf für 25.000 Euro, begeistert er nicht nur mit eindrucksvoller Erhaltung, sondern auch belegter Provenienz für die renommierte Sammlung Axel Guttmann, Berlin.

Infanteriehelm aus Bronze vom Typ Weisenau, römisch, 2. Hälfte 1. - frühes 2. Jhdt. Limit: 25.000 EUR Infanteriehelm aus Bronze vom Typ Weisenau, römisch, 2. Hälfte 1. - frühes 2. Jhdt.
Limit: 25.000 EUR

Wahre Raritäten finden sich erneut in dem vielfältigen Angebot der Arbeiten früher Gold- und Silberschmiede: So eine ausgesprochen seltene hethitische, vollends mit Silberblech belegte Stierstatue aus Bronze. Mit lebhaft gestalteter Physiognomie weist der Kopf Stifte zur Befestigung von Hörnern, vermutlich vormals aus organischem Material, auf. Gearbeitet im 16. bis 15. Jahrhundert vor Christus und mit seit Jahrzehnten belegter Provenienz, muss dieses antike Kleinod einem Sammler mindestens 20.000 Euro wert sein.

Bronzeskulptur eines Bullen mit Silberverkleidung, hethitisch, 16. - 15. Jhdt. v. Chr. Limit: 20.000 EUR Bronzeskulptur eines Bullen mit Silberverkleidung, hethitisch, 16. - 15. Jhdt. v. Chr.
Limit: 20.000 EUR

Besondere Sammlungsstücke bieten sich dem interessierten Publikum auch unter den Alten Waffen. Aus dem Bestand der Trabantengarde des Wolf Dietrich von Raitenau, Fürstbischof zu Salzburg von 1587 - 1612, präsentiert sich ein in Venedig gefertigter, lederbespannter, hölzerner Paraderundschild in wunderbarem, unbeschadeten Zustand. In eleganter Farbigkeit gefasst, teils versilbert und vergoldet, feinst bemalt mit Arabesken, Blüten und Wappenkartusche wird dieses schöne Belegstück mit 20.000 Euro aufgerufen.

Paradeschild der Trabantengarde des Wolf Dietrich von Raitenau, Fürstbischof zu Salzburg von 1587 - 1612, Venedig, Ende 16. Jhdts. Limit: 20.000 EUR Paradeschild der Trabantengarde des Wolf Dietrich von Raitenau, Fürstbischof zu Salzburg von 1587 - 1612, Venedig, Ende 16. Jhdts.
Limit: 20.000 EUR

Herausragend auch, die Offerte an seltenen wie bestens erhaltenen Schwertern aus dem 16. Jahrhundert. Ein wahres Rarissimum hier, ein spätgotischer um 1500 - 1520 in Süddeutschland oder in der Schweiz geschmiedeter Kampfbidenhänder. In allen Teilen original, zeigt das mächtige 1,66 Meter lange Schwert auf der Klinge den Passauer Wolf und gegenseitig ein Dekor aus Messingeinlagen. Selbst der hölzerne Griff mit ursprünglicher Belederung entstammt der Zeit des Entstehens des auf 24.000 Euro taxierten Bidenhänders.

Spätgotischer Kampf-Bidenhänder, Schweiz/Süddeutschland um 1500 - 1520 Limit: 24.000 EUR Spätgotischer Kampf-Bidenhänder, Schweiz/Süddeutschland um 1500 - 1520
Limit: 24.000 EUR

Aus Indien begeistert ein ausgesprochen wertvoller, goldener mit Diamanten besetzter Schmuckgürtel aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er ist in Gänze aus Goldplatten, die mit Scharnieren verbundenen sind, beweglich gearbeitet und zeigt auf der ovalen Schließe zwölf gefasste Diamantrosen. Mindestens 17.000 Euro müssen für diese kostbare wie dekorative Goldschmiedearbeit mit einer Gesamtlänge von 71,1 cm und einem Gewicht von knapp 400 Gramm aufgebracht werden.

Goldener, diamantenbesetzter Schmuckgürtel, Indien, 1. Hälfte 20. Jhdt. Limit: 17.000 EUR Goldener, diamantenbesetzter Schmuckgürtel, Indien, 1. Hälfte 20. Jhdt.
Limit: 17.000 EUR

Schön sind auch Belege aus der bewegten Geschichte Frankreichs zu Beginn des 19. Jahrhunderts, wie ein Helm der legendären Musketiere, denen Alexandre Dumas in seinem Roman „Die Drei Musketiere“ ein unvergessliches Denkmal setzte. Die Mousquetaires gris de la Maison du Roi oblag die Begleitung des Königs auf Reisen. Ihr Beiname gris resultierte aus der Tatsache, dass die Musketiere ausnahmslos graue Schimmel ritten. Der außerordentlich seltene Helm für Mannschaften von 1814/15, zeigt mit dem langen Rosshaarschweif auf seiner versilberten Kupferglocke eine große Opulenz, was einem Bieter mindestens 9.500 Euro wert sein muss.

Helm für Mannschaften der Mousquetaires gris de la Maison du Roi, um 1814/15 Limit: 9.500 EUR Helm für Mannschaften der Mousquetaires gris de la Maison du Roi, um 1814/15
Limit: 9.500 EUR

Die Gold Lifesaving Medal und weitere Auszeichnungen an Captain Harry Manning (1897 – 1974) für die Rettung der Besatzung der italienischen „Florida“ im Jahr 1929 sind Zeugen der jüngeren amerikanischen Geschichte und ab 7.500 Euro zu erwerben. Nach seiner Ausbildung in der zivilen Schifffahrt machte der deutschstämmige Manning schnell Karriere und wurde sogar als Navigator von der amerikanischen Fliegerlegende Amelia Earhart (1897 - 1937) für ihren Flug um die Welt angeheuert.

Captain Harry Manning (1897 - 1974) - Gold Lifesaving Medal und weitere Auszeichnungen für die Rettung der Besatzung der "Florida" 1929 Limit: 7.500 EUR Captain Harry Manning (1897 - 1974) - Gold Lifesaving Medal und weitere Auszeichnungen für die Rettung der Besatzung der "Florida" 1929
Limit: 7.500 EUR

Eine hochbedeutende, goldene Schaschka M 1881/1910 mit aufgelegtem, für Tapferkeit verliehenem St. Georgs-Orden mit Diamanten von 1914 aus der Werkstatt Eduard, St. Petersburg ist glanzvoller Höhepunkt der Militaria-Auktion. Allein die Ordensausstattung ist nur achtmal für die Zeit des ersten Weltkrieges belegt, die kostbare Verarbeitung mit Gold und Diamanten sowie einem floral dekorierten Griffstück aus massivem Gold lassen die Blankwaffe zu einem absoluten Unikat werden, was auch Niederschlag im Startpreis von 100.000 Euro findet.

Bedeutende, goldene Schaschka M 1881/1910 mit aufgelegtem St. Georgs-Orden mit Diamanten, verliehen für Tapferkeit, St. Petersburger Hersteller Eduard, Russland um 1914 Limit: 100.000 EUR Bedeutende, goldene Schaschka M 1881/1910 mit aufgelegtem St. Georgs-Orden mit Diamanten, verliehen für Tapferkeit, St. Petersburger Hersteller Eduard, Russland um 1914
Limit: 100.000 EUR

Selten bis nie am Markt angeboten und international nur in wenigen Museumsbeständen dokumentiert, kann ab 30.000 Euro ein absolutes Rarissimum ersteigert werden – eine bedeutende, dreischüssige Radschlosspistole von 1610. Mit Einlagen aus graviertem und geschwärztem Bein im Vollschaft aus Nussbaumholz in Deutschland gefertigt, begeistert die Pistole mit der aufwändigen Mechanik ihrer drei Schlösser.

Bedeutende, dreischüssige Radschlosspistole, deutsch um 1610 Limit: 30.000 EUR Bedeutende, dreischüssige Radschlosspistole, deutsch um 1610
Limit: 30.000 EUR

Beeindruckend auch, eine überaus seltene Kombinationswaffe von Streitaxt mit Radschlossfeuerwaffe, die in Nürnberg um 1580 gefertigt wurde. Mit einem mit graviertem und geschwärztem Bein reich verzierten Schaft aus Nussbaumholz, Akanthusdekor an Lauf und Bügel sowie einem prägnanten Axtkopf, wird dieser Beleg feinster Schmiede- und Büchsenmacherarbeit mit 28.000 Euro aufgerufen.

Streitaxt mit Radschlossfeuerwaffe, Nürnberg um 1580 Limit: 28.000 EUR Streitaxt mit Radschlossfeuerwaffe, Nürnberg um 1580
Limit: 28.000 EUR

Alle genannten Preise sind Nettopreise und verstehen sich zuzüglich 23 Prozent Aufgeld.

Die Möglichkeit zur Vorbesichtigung der Objekte besteht vom 20. bis 23. Oktober jeweils von 14-18 Uhr.

Entdecken Sie alle aktuellen Objekte der kommenden Auktionen von Hermann Historica hier bei Barnebys.

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