Diese Rüstung des Dōmaru-Types mit Kabuto-Helm wurde im 19. Jahrhundert für ein Mitglied des Hayashi-Clans angefertigt, die erst kurz zuvor in die Reihen der Daimyō (Fürsten, lokale Herrscher) im feudalen Japan aufgestiegen waren. Hatten solche Rüstungen seit einem Aufstand im 17. Jahrhundert auch keine militärischen Nutzen mehr, waren sie für die bedeutenden Familien des Landes noch immer von hoher Bedeutung und sind es bis heute.

Der Kris, ein ritueller Dolch mit asymmetrischer Klinge, ist vor allem in Indonesien, Malaysia und auf den Philippinen verbreitet. Aufgrund seiner spirituellen Bedeutung wurde er von der UNESCO zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit erklärt.

Von noch ungewöhnlicherer Form als die eines Kris', sind die Klingen dieser beiden Ritualwaffen aus dem Himalaya. Seine Funktion in religiösen Ritualen wird bei dem Dolch durch die Form seines Griffes angedeutet. Dieser hat die Gestalt eines Vajra, einem buddhistischen Ritualobjektes. Das in Form eines stilisierten Nashornkopfes gestaltete rechte Objekt ist ein Ram Dao. Diese Tempelschwerter wurden für Opferrituale verwendet.

Zwei farbenfrohe Waffen mit kurzer Klinge aus Indien und Spanien sehen wir hier. Der Dolch aus Indien hat einen Griff in Form eines Pferdekopfes und Emailledekor. Seine Holzscheide ist mit grünem Samt bezogen. Etwas älter ist das Klappmesser aus Spanien, dessen bunt lackierte Klinge Szenen des Stierkampfes zeigt.

Dieser spätmittelalterliche Helm stammt aus der Sammlung des Münchener Malers Rudolf Kuppelmayr. Dieser erbte 1888 die Kunstsammlung seines Vaters, dem Baumeister Max Kuppelmayr. Bei dem Helm handelt es sich um einen sogenannten Schalter, der sich erst zu Beginn des 15. Jahrhunderts aus dem "Eisenhut" entwickelt hatte.

Direkt vom Deck der Black Pearl könnten diese beiden Nahkampfwaffen mit Muscheldekor in den Auktionskatalog von Czerny's gelangt sein. Stattdessen sind jedoch Frankreich und Deutschland als Herkunftsgebiet zu nennen, wo sie im 19. Jahrhundert geschmiedet wurden.

Das Tragen eines Schwertes war lange Zeit ein Privileg des Adels. Begaben sich seine männlichen Mitglieder an den Hof ihres Herrschers, war das Tragen eines Degens obligatorisch. Der Schloss von Versailles stand jedem Bürger Frankreichs offen. Bedingung war, dass die Besucher ordentlich gekleidet waren. Dazu gehörte auch das Tragen eines Hofdegens. Herren, die nicht zum Schwertadel gehörten, konnten sich ein entsprechendes Exemplar vor dem Eingang des Schlosses ausleihen.

Die Auktion findet am 10. Juni im Auktionshaus Czerny's in Sarzana in Norditalien statt. Dort kann auch vom 5. bis 9. Juni die Ausstellung zur Auktion besucht werden.

Den gesamten Katalog mit allen Losen können Sie sich auch gleich hier bei Barnebys ansehen.

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