Gewohnt groß ist die Offerte an qualitätsvollen Artefakten aus vielen Zeiten und Regionen in der diesjährigen Frühjahrsauktion der Hermann Historica oHG vom 24. April bis zum 06. Mai in München. Aufgerufen werden 6.000 teils einzigartige Sammlerobjekte aus allen Themengebieten des Hauses: Antiken, Alte Waffen, Kunsthandwerk, Jagdliches, Orden sowie historische und militärgeschichtliche Objekte.

Überzeugend in Kunstfertigkeit und Erhaltung ist ein eindrucksvolles antikes Marmorporträt des bedeutenden Kaisers Hadrian (Reg. 117 – 138 nach Christus). Gefertigt in den Anfangsjahren seiner Regierungszeit, zeigt das ausdrucksstarke, überlebensgroße Porträt eine für die Mehrzahl der Büsten Hadrians charakteristische Ausarbeitung mit in das Gesicht gekämmter lockiger Haarpracht und leicht gekräuseltem Vollbart. Auf einem kubischen Sockel, mit einer Gesamthöhe von 54 Zentimetern und langjährig belegter Provenienz, kann es jetzt ab 75.000 Euro auktioniert werden.

Ebenfalls aus dem antiken Rom, eine sehr außergewöhnliche Arbeit aus dem zweiten bis dritten Jahrhundert nach Christus, ein vollends mit figürlichem Dekor versehenes Bronzegefäß. Während der lange, ovale Hals mit elegantem Schwung und der Henkelansatz mit einer prägnanten Sphinx besticht, zieren Vogelarten, Meerestiere und mythologische Mischwesen darunter Raubkatze, Antilope und Keiler mit Fischschwänzen die hohe, bauchige Fußkanne. 18.000 Euro muss diese schöne Bronzearbeit in seltener Formgebung einem neuen Besitzer mindestens wert sein.

Nur rund 250 Becken mit unterschiedlichen Motiven sind heute weltweit bekannt und nur rund ein Duzend davon ist wie das Vorliegende umlaufend mit kämpfenden Rittern in vollem Kettenpanzer mit Schild und Schwert graviert. Somit ein wahres Rarissimum, das hier mit dem romanischen Bronzebecken, einer Hansa-Schüssel, die im zwölften Jahrhundert in Deutschland gefertigt wurde, ab 12.000 Euro beboten werden kann. Basierend auf der inzwischen widerlegten Annahme, dass Schüsseln dieser Art vordringlich Verbreitung im Wirkungskreis der Hanse fanden, war 1905 die übergreifende Bezeichnung etabliert worden.

Sehr ansprechend im vielfältigen Angebot an qualitätsvollen mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Blankwaffen, ein eindrucksvoller französischer Luxusdegen, dessen elegante Anmutung durch feinste, teils gold- und silberunterlegte Eisenschnittarbeit geprägt wird. Während das Spangengefäß aufwändigst geschnitten und vergoldet ist, zieren Reiter auf sorgfältig punziertem Goldgrund die Parierstangenknäufe und zeigt der schwere Kugelknauf ein plastisch geschnittenes Dekor. Mit 25.000 Euro wird das überaus repräsentative Stück aufgerufen.

Im 17. Jahrhundert wurde die husarische Kürass-Brust in schwerer Ausführung mit kräftigem Mittelgrad und im unteren Drittel dreifach geschoben in Polen gefertigt. Mit reichem Besatz aus Messingblech mit getriebenem Buckeldekor, zeigt die ausgesprochen seltene Brustplatte eines polnischen Flügelhusaren an Hals- und Armausschnitten die für die Abwehr von Angriffen so wichtigen, kräftig umgeschlagenen Brechränder, an denen die Kraft von Hieben und Stichen gebrochen und vom Körper des Trägers weggelenkt wurde. 15.000 Euro wird ein künftiger Besitzer für den auffallenden Kürass mindestens aufbringen müssen.

Selten bis nie können Objekte wie ein osmanischer Rossschweif aus dem 17./18. Jahrhundert, der Zeit der Türkenkriege, am Markt offeriert werden. Tugs dieser Art, in der Auktion ab 15.000 Euro, wurden als Würdezeichen getragen. Der mit gefärbtem Rosshaargeflecht überzogene Holzschaft zeigt vier balusterförmige Ausbuchtungen, fünf einhängende geflochtene Strähnen und eine Tombak-Kugel als Abschluss. Die Anzahl der Rossschweife, bis zu neun für einen Sultan im Kriegsfall, die ein Würdenträger führen durfte, war abhängig von seiner Stellung in der Hierarchie.

Aus dem persönlichen Besitz des Kaisers von Mexiko Maximilian I. (1832 - 1867) und lange verwahrt in der privaten Sammlung des Prinzen Joseph Clemens von Bayern (1902 - 1990), eine kostbar gearbeitete goldene Geschenktabatiere. Der Brillantbesatz auf dem Deckel in Form der Monogramme „N“ und „E“, darüber die Kaiserkrone mit wehenden Bändern, lässt das exquisite wie geschichtsträchtige Kleinod mit Startpreis von 15.000 Euro als Geschenk des Kaisers Napoleon III. (1808 - 1873) und seiner Gattin Kaiserin Eugénie (1826 - 1920) erkennen.

An General George S. Patton jr. (1885 – 1945) wurde der bedeutende Luxussäbel mit vergoldetem Namenszug, je vier Generalsternen in einem Bordürenrahmen und massiv silbernem Gefäß als Ehrengeschenk überreicht. Der Kommandant der dritten US-Armee bei der Landung in der Normandie, leidenschaftliche Sportler und Olympionik erhielt das Model 1913 Cavalry Sword, den sogenannten "Patton Saber" anlässlich seiner Ernennung zum Viersterne-General am 14. April 1945. Gebote ab 12.500 Euro sind für den Säbel willkommen.

Ein Stück das Pracht und Status des Militärs eindrucksvoll belegt, kommt mit einem außerordentlich seltenen, wie imposanten Helm M 1814/15 der Chevau-Légers de la Garde Royale für 5.000 Euro zur Auktion. Die schwarze Lederglocke mit vergoldeten Messingbeschlägen, ebenfalls vergoldeten Schuppenbändern an Medusenköpfen und auffallendem, rotem Federstutz war Kennzeichen der Garde Royale, die unter der Elite der berittenen Garde Nationale von Paris rekrutiert worden war und bereits 18 Monate nach ihrer Gründung wieder aufgelöst wurde.

Ebenfalls in den vier Katalogen der diesjährigen Frühjahrsauktion, ungemein rare Zeugnisse der russischen Militärgeschichte. Herausragend hier, eine Schaschka M 1909 für Offiziere mit aufgelegter, emaillierter Miniatur des St. Georgs- und des St. Anna-Ordens, eine sogenannte doppelte Verleihung, die ob ihrer Seltenheit für 25.000 Euro im Aufruf ist. Mit beidseitig geätzter Darstellung eines Reiters und gekröntem Adler auf der Klinge sowie lorbeerverziertem Messingbügelgefäß, ist auf der Parierstange in kyrillischer Gravur "Für Tapferkeit" der Anlass der Verleihung benannt.

Ausgewählte, teils einzigartige phaleristische Sensationen können dem interessierten Publikum wieder unter den Orden und Ehrenzeichen angeboten werden. So wird aus hochadeligem Besitz, aus der persönlichen Schatulle des letzten Königs von Hannover, von König Georg V. (1819 - 1878) ein achtstrahliger, brillantierter Bruststern zum Georgsorden mit Emailleband des Hosenbandordens um 1860 mit Startpreis von 40.000 Euro präsentiert. Eine Doppeldekoration von unzweifelhaft musealer Bedeutung – auch für die Geschichte des britischen Könighauses.

Die Pistolenkästen in der 74. Auktion sind von sensationeller Seltenheit und einer Qualität wie sie sonst kaum zu erwerben ist. Mit einem auf 28.000 Euro taxierten Paar goldtauschierter Luxus-Perkussionspistolen für hintereinander liegende Ladungen aus der berühmten Werkstatt des Anton Vinzent Lebeda in Prag, die um 1850 gefertigt wurden, zeigen sich hier wahre Glanzstücke. Extrem aufwändig und kunstvoll gestaltet, besticht diese spektakuläre, annähernd unberührte Büchsenmacherarbeit im wertigen Kasten, mit feinstem Eisenschnitt und teils zweifarbigen Goldeinlagen.

Hermann Historica oHG                                                                                            Linprunstraße 16                                                                                                                D-80335 München                                                                                                            +49 (0)89 547 26 490                                                                                                      +49 (0)89 547 26 4999                                                                               contact@hermann-historica.com

Frühjahrsauktion: 24.04. bis 06.05.2017                                                            Vorbesichtigung: 20.04 bis 23.04 2017 und 02.05.2017 jeweils 14-18 Uhr

Entdecken Sie das gesamte Angebot der Hermann Historica hier bei Barnebys.

Kommentar