Der am 7. Oktober 1918 in der kalabrischen Hauptstadt Catanzaro geborene Domenico "Mimmo" Rotella studierte Anfang der 1940er Jahre an der Kunstakademie in Neapel. 1951/52 ermöglichte ihm ein Stipendium einen Aufenthalt in den USA.

Hatte sich Rotella nach seinem Studium noch hauptsächlich mit gegenständlicher Kunst beschäftigt, wandte er sich nun vermehrt anderen Richtungen zu. In Amerika begegnete er dem Abstrakten Expressionismus Jackson Pollocks und der Pop Art Claes Oldenburgs und Robert Rauschenbergs.

Diese Erfahrungen führten dazu, dass sich Rotella ab 1953 neue künstlerische Ausdrucksformen suchte und damit begann, sich mit dem Plakatabriss, den sogenannten Decollagen zu beschäftigen. Diese Kunstform, bei der Stücke oder Streifen aus Plakaten herausgerissen werden, um als Ausgangsmaterial für neue Kunstwerke zu dienen, hatte ihren Ursprung in den späten 1940er Jahren in Frankreich, wo sie von Künstlern wie  Raymond Hains und Jacques de la Villeglé entwickelt worden war.

Die Decollagen sind nicht direkt von der Pop Art inspiriert, verfolgen aber in ihrer Verwendung alltäglicher Dinge ein ähnliches Ziel und stellen sozusagen das europäische Gegenstück zur Pop Art dar. Ihre "Erfinder" Villeglé und Hains gehörten Anfang der 1960er Jahre auch zu den Gründungsmitgliedern der französischen Bewegung Nouveau Réalisme, die es sich zum Ziel setzte, den Alltag in die Kunst einfließen zu lassen und allen bisherigen Stilen Lebewohl zu sagen.

1961 schloss sich Mimmo Rotella der Bewegung an und zog drei Jahre später nach Paris. Er beschäftigte sich weiterhin mit den Plakatabrissen, aber auch mit Assemblagen - plastischen Collagen, für die er ebenfalls Alltagsgegenstände verwendete. 1980 erfolgte schließlich der Umzug nach Mailand, wo er bis zu seinem Tod am 9. Januar 2006 leben sollte.

Zu Mimmo Rotellas bekanntesten Werken gehören jene seiner 1958 begonnenen Cinecittà-Serie, die er nach den berühmten italienischen Filmstudios benannte. Der Name verrät eigentlich auch schon den Inhalt: Rotella verwendete für die Abrisse Filmplakate. Die Beschäftigung mit dieser Serie dauerte bis kurz vor Rotellas Tod. Vor allem eine Hollywood-Legende hatte es ihm angetan: Marilyn Monroe, der er auch noch 2005 mit Bild-Hommagen ein Denkmal setzte.

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