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Wenn das Kopenhagener Auktionshaus Bruun Rasmussen zur Auktion bittet, braucht man sich nicht zwischen Sekt oder Selters zu entscheiden, sondern greift am besten direkt zum Champagnerglas. "Glas" ist auch unser erstes Stichwort, denn zu den Highlights der mehrtägigen Auktion gehört auch die Privatsammlung des dänischen Arztes Torben Sørensen mit über 1000 Glasarbeiten aus Italien, Finnland und Schweden.

Torben Sørensens Liebe zum Glas war so bekannt, dass der Arzt den Spitznamen "Dr. Glas" erhielt. Seine Sammlung spiegelt die Zeit zwischen 1920 und 1960 wider, in der sich aus Glas als reinem Gebrauchsgegenstand eine neue Kunstform entwickelte und Länder wie Italien, Schweden und Finnland Pionierarbeit leisteten.

Die Sammlung umfasst zukunftsweisende Glasobjekte aus Skandinavien sowie die begehrten Kreationen aus Murano, dessen traditionsreiche Glasmanufakturen in jenen Jahren zu neuen Ufern aufbrachen.

An den Wänden des Ausstellungsraumes des Auktionshauses hängen mehrere Werke von Per Kirkeby. Der dänische Künstler, Geologe, Dichter, Autor und Filmemacher ist mit 14 Arbeiten vertreten, die einen Einblick in sein breites Arbeitsspektrum gewährt, das von Pop Art bis zu geologischen Studien reicht.

In den 1950er Jahren wagte Kirkeby den Sprung aus der Landschaftsmalerei zu eher experimentellen Stilentwürfen, die er im folgenden Jahrzehnt der amerikanischen Pop Art entlehnte. Auf die Pop Art folgte eine Phase mit geologischen Studien sowie literarischen und kunsthistorischen Referenzen. In den 1980er Jahren hatte sich der Name Per Kirkeby in der internationalen Kunstszene weitestgehend etabliert.

Eine Qualitätsauktion von Bruun Rasmussen wäre keine Qualitätsauktion von Bruun Rasmussen, wenn nicht auch eine Auswahl großartigen dänischen Designs aus dem 20. Jahrhundert zum Aufruf käme.

Als ein absoluter Klassiker kommt der Chieftain Chair von 1948 zum Aufruf, für dessen Entwurf sich Finn Juhl von afrikanischen und ozeanischen Alltagsgegenständen hatte inspirieren lassen. Königliche Anerkennung dafür erhielt der Designer bereits im darauffolgenden Jahr, als der dänische König Frederik IX. auf einem Exemplar Platz nahm. Ein Journalist schlug daraufhin vor, dass der Stuhl am besten King Chair heißen sollte, doch Finn Juhl zog Chieftain Chair vor, da der Name die Inspirationsquellen besser repräsentiere.

Wer von den vielen interessanten Eindrücken überwältigt ist und vielleicht einer kleinen Ruhepause bedarf, den wird der Anblick des folgenden Loses sicher erfreuen. Ein einzigartiges Himmelbett von Poul Hennigsen lädt zum Träumen ein. Der Designer, der am meisten für seine Lampen bekannt ist, schuf in seiner frühen Karriere auch Möbelstücke. Eines von ihnen ist dieses Himmelbett, das er 1926 zum Zuge der Renovierungsarbeiten im norddänischen Schloss Dronninglund entworfen hatte. Das Design ist nicht typisch für den modernen Stil, den wir mit dem dänischen Designer verbinden, ist aber ein hervorragendes Beispiel für Hennings frühere Designsprache.

Noch besser für ein Nickerchen zwischendurch eignet sich dieses Tagesbett von Otto Schulz, das ebenfalls in der Auktion zum Aufruf kommt.

Genug ausgeruht! Mit einem seltenen Tenorsaxophon möchten wir unseren Rundgang durch das Auktionsfest von Bruun Rasmussen beenden. Und die Provenienz dieses Instruments kann sich wirklich sehen lassen. Sein Verkäufer ist der dänische Jazzmusiker Jesper Thilo, der es der amerikanischen Jazzlegende Ben Webster abkaufte.

Die vorgestellten Auktionen von Bruun Rasmussen mit moderner Kunst und Skulpturen, Design sowie der großartigen Glassammlung finden vom 25.-27. September in Kopenhagen statt.

Natürlich können Sie sich alle Objekte gleich hier ansehen!

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