Im Laufe des 18. Jahrhunderts setzte in Europa eine zunehmende Verfeinerung gesellschaftlicher Gepflogenheiten und der Wohnkultur ein. Sitten und Geschmack wurden, trotz der noch vornehmlich herrschenden absolutistischen Monarchien, nicht mehr nur vom Adel allein bestimmt, sondern auch vom aufstrebenden Bürgertum. Besonders gut zu beobachten war diese Entwicklung in Frankreich, das tonangebend in Dingen des guten Geschmacks war. Der Königshof war bereits im 17. Jahrhundert aus Paris ins nahegelegene Versailles gezogen, sodass sich zwei Welten parallel zueinander entwickelten: Die mehr und mehr veraltete, abgeschiedene Welt des Königtums in Versailles und die vom Geist der Aufklärung durchdrungene Welt in Paris, wo Philosophen und Künstler, Bürger und Adelige in politischen Salons miteinander diskutierten.

Den passenden Rahmen dazu bildete ein feines Interieur aus zarten Dekoren und hellen Farben, das den überladenen Pomp des Barock hinter sich gelassen hatte. Einflüsse aus Fernost brachten zusätzliche Inspiration und verliehen dem 18. Jahrhundert einen Hauch von Exotik, der zwar verspielt, aber niemals übertrieben war. Kunsttischler und Ebenisten schufen die schönsten Arbeiten, die man bis dahin gesehen hatte. Am Ende des Jahrhunderts traten schließlich Elemente der griechischen und römischen Antike ihren Siegeszug an. Ein Auslöser dafür war die Entdeckung der 79 n. Chr. vom Vesuv verschlungenen Stadt Pompeji. Napoleons Ägyptenfeldzug tat schließlich sein Übriges, um auch das Reich der Pharaonen Einzug in die Häuser Europas halten zu lassen.

Das 19. Jahrhundert, das geprägt war vom rasanten Fortschritt in der Industrie und politischen Veränderungen, klammerte sich mit seinen historistischen Ausprägungen an alte Zeiten und vermischte die Stile vergangener Epochen miteinander, bevor sich das Fin de Siècle schließlich mit dem Aufkommen des Jugendstils selbst erneuerte.

Alle vorgestellten und mehr als 500 weitere Objekte werden am 23. Mai im Auktionshaus Della Rocca in Turin versteigert. Die Ausstellung zur Auktion ist vom 18. bis 22. Mai für alle interessierten Kunstfreunde geöffnet.

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