Was hier wie ein gewöhnliches, wenn auch zugegebenermaßen sehr hübsches, Kabinettschränkchen im neogotischen Stil daherkommt, überrascht mit einem ganz und gar nicht gewöhnlichen Inhalt. Dieser besteht aus einer interessanten Sammlung zum Thema Taxidermie. Unglaubliche 750 Glasaugen in verschiedenen Formen, Größen und Ausführungen für Tierpräparate verbergen sich im Inneren des Schränkchens. Begleitet werden sie durch einige Prospekte und weitere Informationen.

Dieses Set für das Spiel Loto de Dauphin stammt aus der Zeit seiner größten Popularität. Ein Spieler, der besonders viel Freude daran hatte war in den 1780er Jahren der französische Thronfolger ("Dauphin") Louis Joseph, der ältere Sohn von Ludwig XVI. und Marie Antoinette, der bereits 1789 verstarb. Durch ihn erhielt das Spiel, das eine Version des bereits bestehenden Lotto-Spiels war, seinen Namen.

Eine gewiss nicht alltägliche Familienchronik haben wir mit diesem Los vor uns. Bei der Handschrift, die um 1580 begonnen wurde, handelt es sich um ein "Ehebüchlein", welches die Geschichte, Ereignisse und Verbindungen mehrerer Familien aus Kursachsen über 130 Jahre zum Inhalt hat. Die Seiten verfügen über farbige Bordüren und Familienwappen. Ein einzigartige Zeitdokument zur die Geschichte Sachsens und seiner Bewohner.

Hier haben wir einen Briefumschlag vor uns, den die österreichische Kaiserin Elisabeth eigenhändig beschriftet hat. Der Umschlag ist an Kaiser Franz Joseph adressiert, der sich zu der Zeit in der ungarischen Hauptstadt aufhielt, während die Kaiserin in Wien weilte. Das ist daher ungewöhnlich, da es sonst meist die Kaiserin war, die sich auf Reisen befand. Der Kaiser hielt sich vermutlich aufgrund der bevorstehenden Krönung zum König von Ungarn in Ofen (heute ein Teil von Budapest) auf.

 

Ein spannendes Dokument aus dem Bereich der Kriminologie sehen wir hier. Es handelt sich um insgesamt 521 physiognomisch-anthropometrische Aufnahmen, die der Kriminologe und Anthropologe Alphonse Bertillon gemacht hat. Bertillon hatte 1879/80 ein System zur Wiedererkennung von Straftätern entwickelt, die nach ihm Bertillonage genannt wurde - ein frühes biometrisches Erkennungsverfahren. Da es jedoch häufig zu Ungenauigkeiten kam, konnte es sich nicht gegen das Fingerabdruckverfahren durchsetzen.

 

Ein Objekt, das Glück und Segen bringt, sollte in keinem Haushalt fehlen. In China nutzte man dazu einen speziellen Talisman, das Ruyi-Zepter. Dieses war von so hoher Bedeutung, dass der Kaiser an jedem Neujahr kostbare Exemplare von seinen Höflingen geschenkt bekam. Das vorliegende Exemplar aus geschnitzter Jade hat als Glückssymbol eine Fledermaus sowie an seiner Spitze einen Ling Zhi, einen Heilpilz, der auch als "Pilz der Unsterblichkeit" bezeichnet wird.

König Friedrich II. von Preußen ist vor allem als großer Feldherr, Erzrivale von Kaiserin Maria Theresia sowie als aufgeklärter Monarch in die Geschichte eingegangen, der mit den großen Philosophen seiner Zeit korrespondierte. Er schaffte es sogar Voltaire für einige Jahre an seinen Hof zu holen. Doch hat Friedrich auch selbst Schriften verfasst, natürlich in französischer Sprache, die er sein ganzes Leben lang bevorzugte. In 10 Bänden liegen hier Friedrichs Werke in deutscher Übersetzung vor. Eine Prachtausgabe aus handgeschöpftem Büttenpapier, in Einbänden aus wertvollem Maroquinleder.

Fast die gesamten Ausgaben der führenden Frauenzeitschrift der DDR sind hier in einem Los versammelt. Die Sibylle brachte es zwischen 1956 und 1995 auf sechs Ausgaben im Jahr und beinhaltete Modefotografie und ansprechende Artikel. Noch bis zum 17. April 2017 findet übrigens in der Kunsthalle Rostock eine Ausstellung über die Sibylle statt.

PIERRE HOUCMANT (* 1953 Pepinster, Belgien) - 9 Originalfotografien, vor 1976 Startpreis: 1.000 EUR

PIERRE HOUCMANT (* 1953 Pepinster, Belgien) - 9 Originalfotografien, vor 1976
Startpreis: 1.000 EUR

Einen interessanten Einblick in die Welt des Tätowierens gewährt uns das Portfolio Pierre Houcmants mit einer fotografischen Milieustudio. Die Aufnahmen wurden in dem Tattoo-Studio von Joe Pancho gemacht, der seinen Beruf von 1943 bis 1976 im Antwerpener Rotlichtviertel ausübte. Wer weiß, vielleicht findet sich unter den Fotos das nächste Motiv für ein neues Tattoo?

Spielkarten sind ein Phänomen. Sind sie neu, liegen sie nicht gut in der Hand, weil sie zu glatt sind. Hat man sie über einen längeren Zeitraum ihrem Nutzen zugeführt, ist es auch wieder nicht richtig, denn sie werden unansehnlich. Und hat nicht so mancher Spielkartenbesitzer schon gewusst, was sein Gegenüber auf der Hand hat, weil er mittlerweile alle individuellen Knicke in den Karten auswendig kannte? Abhilfe für ein faires Spiel sorgt da eine Spielkartenpresse, die alles wieder glattbügelt.

Ersteigern Sie außergewöhnliche Kunst und Objekte aus Adelsnachlässen und bürgerlichem Besitz sowie wertvolle Bücher und Antiquitäten am 31. März bei Jeschke van Vliet in Berlin. Auktionsbeginn ist um 15 Uhr.

Den gesamten Katalog mit 670 Losen finden hier bei Barnebys.

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