Eine eher unbekannte Tatsache ist, dass die aus Heilbronn stammende Familie Maybach mehr als einen hochbegabten Sohn hervorgebracht hat. Zunächst wäre da natürlich der Automobilpionier Wilhelm Maybach (1846-1929), dessen motorisierte Erzeugnisse bis heute eine gewisse Anziehungskraft besitzen.

Wilhelm Maybachs um zwei Jahre jüngere Bruder Heinrich war jedoch nicht weniger begabt, allerdings auf einem anderen Gebiet. Als Erbe des väterlichen Talents - der früh verstorbene Vater Christian Maybach war Schreiner gewesen - brachte es Heinrich zu höchster Kunstfertigkeit auf dem Gebiet der Tischlerei. Eine besondere Begabung hatte für die Marketerie, einer sehr feinen Art der Kunsttischlerei, ähnlich den Intarsien. Marketerie (vom französischen "Marqueterie") war damals in Deutschland noch weitestgehend unbekannt. Als sich Heinrich Maybach mit einer entsprechenden Werkstatt 1881 in Karlsruhe niederließ, ließ der Erfolg nicht lange auf sich warten, sodass später ein florierender Betrieb den Söhnen Karl und Eugen übergeben werden konnte.

Britsch

Im Kunsthandel Georg Britsch in Bad Schussenried stehen mehrere dieser seltenen Stücke aus der Werkstatt Maybach zum Verkauf, deren exquisite Verarbeitung von der hohen Qualität der Firma und ihres Gründers zeugen. Zeitlich entstammen sie der Gründerzeit (um 1880) oder dem Jugendstil (um 1900). Bei dem aufwändigen Kabinettschrank (unten links) handelt es sich vermutlich um das Meisterstück Heinrich Maybachs, das sich bis vor Kurzem noch im Besitz seiner Erben befand.

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