Möbel

Neben den oft verschwenderisch ausgeführten Marketerie- und Intarsienarbeiten aus verschiedenen Hölzern, sind es vor allem die vielen versteckten Schübe und Fächer, die Kabinett- und Schreibmöbel aus dem 18. Jahrhundert so interessant machen. Ein schönes Beispiel dafür in der Auktion von Schlosser ist ein feines Kabinettmöbel im Louis XVI-Stil des späten 18. Jahrhunderts.

Ähnlich trickreich konnten auch die Sitz- und Ruhemöbel des 18. Jahrhunderts gestaltet sein. In jener Epoche waren Tagesbetten und Chaiselonguen verschiedener Art sehr beliebt. Eine davon war die Duchesse, ein Ruhemöbel, das meist in den Damensalons zu finden war und das an einem Ende eine hohe und am anderen eine niedrigere Rückenlehne hatte. Als Variante davon kam um 1740 die Duchesse brisée ("zerbrochene Duchesse") auf, die aus zwei oder drei Teilen bestehen konnte. Je nach Bedarf konnte sie als einzelnes Möbelstück oder aufgeteilt verwendet werden.

Eine dreiteilige Duchesse Brisée zusammengesetzt und aufgeteilt Fotos via eyefordesignlfd.blogspot.de Eine dreiteilige Duchesse Brisée zusammengesetzt und aufgeteilt
Fotos via eyefordesignlfd.blogspot.de

Ein Möbelstück mit prominenter Provenienz ist mit dem neoklassizistischen Kabinettmöbel in der Auktion vertreten (siehe oben). Gefertigt wurde es für den Speisesalon des Achilleion, jener Villa im pompeianischen Stil, den sich die fließend Griechisch sprechende Kaiserin Elisabeth von Österreich auf ihrer Lieblingsinsel Korfu hatte errichten lassen.

Kunst

Historienbilder, Landschaften, Portraits und religiöse Sujets sind gleichermaßen in der Gemäldeofferte der Auktion zu finden. Aus dem Umkreis des französischen Hofmalers Pierre Mignard liegt das Portrait einer jungen Frau im senfgelben Kleid mit einem Blumenkorb vor. Das Bildnis ist vermutlich in den 1670er Jahren entstanden, worauf Kleidung und Haartracht der Dame schließen lassen. Beides ähnelt jener Mode, die zwei Hofdamen (und Maitressen) des französischen Königs Ludwig XIV. trugen, als sie sich portraitieren ließen.

Zwei Damenportraits der 1670er Jahre, Versailles Abb. via Wikipedia Zwei Damenportraits der 1670er Jahre, Versailles
Abb. via Wikipedia

Ein Fall, bei dem Dichtung und Wahrheit sich mischen, hat Antonio Bellucci in einem Historienbild festgehalten. Das Gemälde zeigt Alexander den Großen in Feldherrentracht gemeinsam mit seiner entblätterten Lieblingskonkubine Kampaspe im Atelier des Malers Apelles, der die schöne malt. Apelles war der bedeutendste Maler der griechischen Antike, von dem jedoch kein Werk erhalten ist. Laut dem römischen Schriftsteller Plinius entbrannte Apelles so leidenschaftlich für Kampaspe, das Alexander sie ihm selbstlos überließ.

Kunsthandwerk

Einhundert Jahre vor den Europäern war es auch den Japanern gelungen, hinter das Geheimnis der chinesischen Porzellanherstellung zu kommen, das in der südjapanischen Stadt Arita hergestellt und nach dem nahe gelegenen Hafen Imari benannt wurde. Typisch für das Imari-Porzellan waren Blumen- und Tiermotive. Als Farben verwendete man Rot und Kobaltblau auf weißem Grund, die mit Gold ergänzt wurden. Der prunkvolle Stil erfreute sich auch in Europa, das durch die Niederländische Ostindien-Kompanie beliefert wurde, großer Beliebtheit.

Die Jubiläumsauktion im Kunstauktionhaus Schlosser findet am 24. und 25. November in Bamberg statt. Am ersten Auktionstag steht ab 15 Uhr europäische Malerei auf dem Programm, am zweiten Tag folgen ab 11 Uhr Kunst und Antiquitäten. Die Ausstellung zur Auktion kann vom 18. bis 23. November besucht werden.

Das gesamte aktuelle Angebot des Kunstauktionshauses Schlosser finden Sie hier.

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