VICTOR VASARELY - Gestalt 4 Abb. via. articalillusion.altervista.org VICTOR VASARELY - Gestalt 4
Abb. via. articalillusion.altervista.org

In den 1960er Jahren entstand ein neuer Stilrichtung in der Kunst, die OP-Art (Optische Kunst). Diese neue Kunst hatte es sich zum Ziel gemacht, den Betrachter ein wenig in die Irre zu führen und zu überraschen, aus wie vielen verschiedenen Perspektiven man ein Kunstwerk betrachten kann, und es jedes Mal anders wirkt. Zu einem beliebten Stilmittel von Künstlern wie Victor Vasarely, Carlos Cruz-Diez oder Günther Uecker wurde der 3D-Effekt. Doch auch wenn dieser hier buchstäblich ganz neue Dimensionen erfuhr, so ist er dennoch kein Unbekannter in der Kunstgeschichte.

Bei dieser Tischplatte wurden die verschiedenfarbigen Marmorplatten so angeordnet, dass ein dreidimensionaler Effekt erzielt wird und der Betrachter eine optische Täuschung erfährt. Haben wir also hier den Ursprung für dieses Stilmittel gefunden? Tatsächlich gibt es auch hierbei Vorgänger. Und zwar solche aus der Antike. Als im 18. Jahrhundert Pompeji wiederentdeckt wurde, nahm die Vorliebe für alles Antike ihren Anfang. In einem Haus in Pompeji, der "Casa del Fauno", das in den 1830er Jahren ausgegraben wurde, entdeckte man ein Fußbodenmosaik, das unserer Tischplatte sehr ähnelt.

Mosaik aus der Casa del Fauna, Pompeji Foto via zdf.de Mosaik aus der Casa del Fauno, Pompeji
Foto via zdf.de

Mosaik aus Korinth, Griechenland Foto via argolis.de Mosaik aus Korinth, Griechenland
Foto via argolis.de

Noch älter als das Mosaik in Pompeji ist dieses, das Haupt des Gottes Dionysos umgebende Beispiel aus dem griechischen Korinth. Und auch dieses optisch-irritierende Motiv hat die Jahrtausende überdauert und findet sich in einer Tischplatte aus Marmor des 20. Jahrhunderts wieder.

 

Alle Vorgestellten Werke sind Teil der Auktion mit Möbel, Skulpturen und Kunsthandwerk, die das Auktionshaus Wannenes am 7. und 8. März in Genua abhalten wird. Außerdem stehen Keramik und Glas sowie Alte Meister und Gemälde des 19. Jahrhunderts auf dem beachtenswerten Programm.

Aus dem 20. Jahrhundert stammt dieser von Design-Genie Gio Ponti gestaltete Teller mit der Personifikation der "Ospitalità", der Barmherzigkeit. Mit der folgenden Figurine aus Bisquitmarmor gehen wir wiederum zurück ins 18. Jahrhundert, wo sie in Neapel gefertigt wurde. Bei der Dargestellten handelt es sich um eine Dame aus dem Alten Rom. Die römische Antike stand zu jener Zeit in Neapel hoch im Kurs, da kurz zuvor das nahegelegene Pompeji wiederentdeckt worden war (siehe oben).

Die Alten Meister und Gemälde des 19. Jahrhunderts begeistern uns sowohl im großen als auch im kleinen Maßstab. Während Il Grechetto die biblische Reise des Jakob mit vielen verschiedenen Details und Personen wiedergegeben hat, beschränkt sich der nun folgende unbekannte Maler auf ein einziges Körperteil: Das Auge. Das kleine Gemälde stellt das intime Geschenk eines Liebespaares dar. Vermutlich wurde es in einem Medaillon aufbewahrt.

Die Versteigerungen beginnen an beiden Auktionstagen um 15 Uhr im Palazzo Melograno. Dort findet auch vom 3. bis 6. März die Ausstellung zu den Auktionen statt.

Den gesamten Katalog mit allen Objekten können Sie aber auch hier bei Barnebys einsehen.

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