Die Haltbarkeit von Holzobjekten ist ständigen Bedrohungen, wie Feuer oder Feuchtigkeit, ausgesetzt. Wird es von all dem verschont, zeigt es eine erstaunliche Ausdauer. Die drei vorliegenden Skulpturen stammen aus dem 15. Jahrhundert und weisen zugegebenermaßen ein paar Altersspuren auf. Doch gerade diese Patina ist es, die uns ihre Beständigkeit vor Augen führt und ihren ganz besonderen Reiz ausmacht, von der Kunstfertigkeit ihrer Erschaffer ganz zu schweigen.

Das Zeitalter des Barock war vom repräsentativen und pompösen Dekor geprägt, das auch oder gerade in der religiösen Kunst Verwendung fand. In den Kirchen wurden prachtvolle Altäre mit architektonischen Elementen installiert, wie beispielsweise in der Mariä Himmelfahrt-Kirche in Dillingen an der Donau. Diese prachtvollen Altäre wurden nicht nur aus wertvollen Gesteinsarten wie Marmor errichtet, sondern auch auch Holz, das leicht zu bearbeiten war und daher der Fantasie keine Grenzen setzte.

Im 18. Jahrhundert, als der Trend zu mehr Bequemlichkeit überging, war exquisites Mobiliar ein absolutes Muss in jedem gehobenen Haushalt, darunter natürlich auch der Spiegel auf dem Frisiertisch einer eleganten Dame (dargestellt von François Boucher im Gemälde Die Modistin, 1746). Raffinierte Elemente, wie Intarsien oder Marqueterie zeugten von der großen Kunstfertigkeit der Kabinettmacher und Ebenisten dieser Epoche, die den "chinesischen Stil" für sich entdeckt hatte. In Neuwied machte der Kunsttischler Abraham Roentgen von sich reden, dessen hervorragende Möbel heute in vielen Museen von New York bis Wien ausgestellt werden.

Bis ins Zeitalter der Renaissance waren Holztafeln der bevorzugte Bildträger für Gemälde. Sie wurden jedoch weitestgehend von Leinwänden und deren vielseitigeren Möglichkeiten verdrängt. Übrigens nicht nur in der Malerei, sondern auch, was die Raumausstattung betrifft, bei der Wandvertäfelungen aus Holz von Tapeten aus Leinwand abgelöst wurden. Dennoch verschwand die Holztafel als Bildträger nicht vollständig und findet auch in jüngster Zeit noch Verwendung (siehe unten).

Selbstverständlich ist Holz mit seinem weltweiten Vorkommen nicht nur in der europäischen Kunst zu finden. Ein äußerst fein gearbeitetes Modell eines Palastes wurde um 1900 in China oder Tibet angefertigt. Der Künstler ist dabei mit großer Detailgenauigkeit vorgegangen, sodass das Modell seinen "lebensgroßen" Vorbildern, wie in der chinesischen Stadt Xian, in Nichts nachsteht

Holz ist auch im 20. und 21. Jahrhundert aus Kunst und Handwerk nicht wegzudenken, nur die Ausführung ist nun, dem Zeitgeschmack entsprechend, meist schlichter. Einen Vorgeschmack auf kommende Stilepochen gab 1925 der visionäre Innenarchitekt und Kunsthandwerker André Groult mit der folgenden Etagère. Dafür griff Groult auf altbewährte Formen zurück und kombinierte sie mit modernen Elementen, wie die gebogenen Hölzer der Gestells.

Alle vorgestellten Objekte sind Teil der Auktion im Kunstauktionshaus Schlosser in Bamberg am 25. März. Neben Holz kommen auch andere Materialien zum Aufruf, wie Silber, Porzellan, Gold, Keramik oder Glas in Kategorien wie Möbel, Gemälde, Schmuck oder Jugendstil.

Die Möglichkeit einer Vorbesichtigung aller Lose kann vom 18. bis 23. März wahrgenommen werden.

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