Reise nach Ägypten, 1920er Jahre | Foto via digitize.library.ubc.ca Reise nach Ägypten, 1920er Jahre | Foto via digitize.library.ubc.ca

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte der wohlhabende Reisende aus Europa oder Nordamerika nicht vor, unterwegs auf irgendetwas zu verzichten. Mit leichtem Gepäck zu reisen war keine Option.

Die erfindungsreichen Kofferhersteller schufen daher ausgeklügelte Gepäckstücke, die jedem Bedürfnis gerecht wurden. Anfangen bei passgenauen Koffern für Schuhe und Kleidungsstücke, über Reisenecessaires und -apotheken bis hin zum aufklappbaren Schreibtisch.

Im (Reise-) Zeitalter der Kutsche hatten die mitgeführten Truhen, die auf dem Dach oder dem Gepäckträger festgeschnallt wurden, halbrunde Deckel, die das Ablaufen von Regenwasser erleichterten.

Mit der Einführung von Massentransportmitteln im 19. Jahrhundert wie der Eisenbahn waren eine neue Art des Gepäckstücks gefragt. Wichtig war es nun, dass die Koffer nicht nur robust sondern auch stapelbar waren, um den Platz in den Gepäckwagen optimal nutzen zu können: Die Truhen- und Kofferdeckel wurden flach.

Links: Querschnitt durch die Decks der RMS Aquitania mit den Gepäckräumen über den Motoren, Abb. via norwayheritage.com (Roter Pfeil ergänzt) | Rechts: Passagiere der Mauretania und ihr Gepäck, England 1925, Foto Hulton Archive, Getty Images via americanhistory.si.edu Links: Querschnitt durch die Decks der RMS "Aquitania" mit den Gepäckräumen über den Motoren, Abb. via norwayheritage.com (Roter Pfeil ergänzt) | Rechts: Passagiere der "Mauretania" und ihr Gepäck, Plymouth, England 1925, Foto: via americanhistory.si.edu

 

Einen wahren Traum des Stauraums - wovon man heutzutage im Flugzeug nur träumen kann - besaßen die riesigen Ozeandampfer, die das alte Europa mit Nordamerika verbanden. Der Querschnitt durch die Decks der RMS Aquitania, die von 1914 bis 1949 ihren Dienst tat, zeigt die vollgepackten Gepäckräume direkt oberhalb der Schiffsmotoren.

Zu den auch heute noch begehrtesten Koffern und Reisegepäckstücken zählen jene des Herstellers Louis Vuitton, dessen namengebender Gründer 1854 sein erstes Geschäft in Paris gegründet hatte. Um 1900 umfasste das Sortiment bei Louis Vuitton eine große Vielfalt der unterschiedlichsten Stücke: Schrankkoffer mit unterschiedlichem und teilweise herausnehmbaren Innenleben, Necessaires, Hutschachteln und sogar ein Koffer, der sich in ein Bett verwandeln ließ und für einen italienischen Forscher hergestellt worden war.

Die Koffer von Louis Vuitton wurden nicht ausschließlich aus Leder hergestellt. Man setzte auch auf einen robusten, wasserabweisenden Leinenstoff, der auf eine Metallkonstruktion gespannt war. Seit den 1960er Jahren ist das Leinen durch vinylgetränkte Baumwolle ersetzt worden.

Bon Voyage! | Foto via thedisorganisedauthor.blogspot.de Bon Voyage! | Foto via thedisorganisedauthor.blogspot.de

Wen es weniger in die Ferne zog, konnte auch in seiner nächsten Umwelt bei einem Picknick ein Stück Freiheit genießen. War diese Art zu speisen auch bereits früher bekannt, wurde sie - von England ausgehend - im Laufe des 19. Jahrhunderts sehr populär, da Queen Victoria eine Vorliebe für die Nahrungsaufnahme unter freiem Himmel besaß.

Picknick im Viktorianischen England um 1900 | Foto via Pinterest Picknick im Viktorianischen England um 1900 | Foto via Pinterest

Der Picknickkorb, eine englische Erfindung des 18. Jahrhunderts - wurde in den unterschiedlichsten Größen für zwei oder mehrere Personen hergestellt und konnte mitsamt Inhalt erworben werden. Wie auch beim Reisegepäck war auch hier die optimale Nutzung des Innenraums die oberste Priorität. Besonders spektakulär waren jene Picknickkoffer oder -körbe, die sich in einen Tisch umfunktionieren ließen.

Um auch bei einem Picknick nicht auf sein geliebtes Heißgetränk verzichten zu müssen, war es zunächst vonnöten, Tee oder Kaffee vor Ort zu brühen. Um diese Umständlichkeit zu umgehen, wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Isolier- oder Thermoskanne erfunden, die ebenfalls in einen Picknickkorb integriert werden konnte.

Alle vorgestellten Gepäckstücke und Picknickkörbe sind Teil der Sammlung Axel Plambeck und können am 23. März ab 15 Uhr mit 200 weiteren Losen aus der Sammlung im Auktionshaus Schuler ersteigert werden.

Die Frühjahrsauktionen bei Schuler finden vom 21.-23. März in Zürich statt. Die Versteigerungen umfassen neben der Sammlung Axel Plambeck auch Gemälde, Möbel, Schmuck, Kunsthandwerk, Antiken, Teppiche und Uhren. Vorab den Saalauktionen findet zudem am 19. März eine Onlineauktion mit einem ebenfalls sehr abwechslungsreichen Angebot statt.

Entdecken Sie jetzt die aktuellen Lose des Auktionshauses Schuler hier bei Barnebys. 

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