Coco Chanel mit einer 2.55 Coco Chanel mit einer 2.55-Handtasche

Damenhandtaschen gibt es seit dem frühen 19. Jahrhundert. Die beutelförmigen Modelle bestanden aus weichen Steffen, die oft mit Perlen, Pailletten und Gold- oder Silberfäden bestickt wurden. Allmählich änderte sich die Form. Es entstanden flache Modelle mit Bügelverschluss und schließlich kastenförmige Exemplare aus Leder. Ein Element bleib jedoch bestehen: Der kurze Henkel, durch den die Trägerin gezwungen war, die Tasche in der Hand oder am Unterarm zu tragen und somit immer wieder abstellen musste, wenn sie etwas in die Hand nehmen wollte.

Coco Chanel wollte diesem Umstand, der nicht selten zum Verlust einer Handtasche geführt hatte, ein Ende bereiten. Ihr schwebte eine elegante Handtasche vor, die über eine lange Kette verfügen sollte. Die Damen wären somit in der Lage, die Tasche über der Schulter zu tragen und hätten endlich die Hände frei.

Taschen mit langen Schultergurten waren in den 1920er Jahren, als Coco Chanel über eine neue Art der Damenhandtasche nachzudenken begann, noch eine Männerdomäne. Schultertaschen wurden unter anderem von Soldaten im gerade erst zu Ende gegangenen Ersten Weltkrieg getragen.

In den 1950er Jahren nahm Coco Chanel ihre Überlegungen wieder auf und konnte so im Februar 1955 ihre erste Handtasche mit langem Schulterriemen lancieren: Die 2.55. Namensgeber für das innovative Stück waren das Jahr und der Monat der ersten Präsentation.

Für das Kettendesign des Schulterriemens lies sich Coco Chanel von ihrer eigenen Vergangenheit inspirieren. Als sie zwölf Jahre alt war, kam sie in ein Waisenhaus. Die Nonnen, die das Waisenhaus führten, trugen ihre Schlüssel an eben solchen Ketten. Weitere unverkennbare Merkmale der 2.55 sind das Steppmuster des Leders sowie die zahlreichen Innentaschen. In jener in der vorderen Klappe der Tasche soll Coco Chanel beispielsweise Liebesbriefe aufbewahrt haben.

Ist das Design der Tasche über Jahrzehnte hinweg auch größtenteils gleich und unverkennbar geblieben, gab es in den 1980er Jahren, als Karl Lagerfeld Creative Director des ein wenig in die Krise geratenen Modeimperiums geworden war und ihm neues Leben einhauchte, eine kleine aber sehr markante Änderung: Seit 1955 verfügte die 2.55 über ein schlichtes rechteckiges Schloss. Lagerfeld ließ es durch das Chanel-Logo mit den beiden ineinander verschlungenen C's ersetzen.

Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Tasche brachte Chanel 2005 die 2.55 Re-Issue auf den Markt, die mit dem alten Schloss besetzt war.

Die Gründerin des Modehauses inspiriert bis heute ihre Nachfolger, auch was das Design weiterer Handtaschen betrifft, die Chanel auf den Markt gebracht hat.Die Inspirationsquelle für die Boy Chanel-Tasche, die Karl Lagerfeld 2012 designte, diente Coco Chanels Beziehung zu Arthur Edward "Boy" Chapel, einem britischen Polospieler. Coco Chanel, die sich zeitlebens sehr für den Reitsport begeisterte, und Chapel waren neun Jahre lang ein Paar. Für sie war er nicht nur ein Liebhaber gewesen, sondern auch Förderer und Muse.

Der Klassiker unter den den Taschen aus dem Hause Chanel ist und bleibt aber die 2.55, deren Wert in den letzen Jahren stark gestiegen ist. Wer eine 2.55 kauft, ersteht nicht nur einen echten Klassiker der Modegeschichte, sondern auch ein absolutes Investitionsobjekt.

Alle vorgestellten Chanel-Taschen werden aktuell in der Auktion mit exklusiven Handtaschen im Onlineauktionshaus Catawiki versteigert. Die Auktion endet am Sonntag, den 10. September um 20 Uhr. Wer mitbieten möchte, registriert sich bitte kostenlos auf der Website von Catawiki.

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