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"Unser erster Kunde ist das Pferd; der zweite der Reiter."

Jean-Louis Dumas

Der Name und die Marke Hermès sind heute untrennbar mit der Modeindustrie verbunden. Doch das war nicht immer so. Das Debüt erfolgte 1837 im Bereich Sättel und Geschirre. Gründer war der Sattler Thierry Hermès, der sein Handwerk in seinem Geburtsort Krefeld erlernte und anschließend im beschaulichen Pont-Audemer in der Normandie ausübte. 1837 zog er nach Paris, um dort in der von Menschen und Pferden dicht bevölkerten Hauptstadt Sättel und Geschirre zu verkaufen.

Gründer Thierry Hermès (1801-1878) | Foto via Vintage Fashion Guide Gründer Thierry Hermès (1801-1878) | Foto via Vintage Fashion Guide

Erst mit der Übernahme des Geschäfts durch Thierry Enkel Émile-Maurice Hermès erweitert sich die Produktpalette um Dinge wie Pferdedecken oder Reitbekleidung. Die erste Tasche von Hermès erscheint sogar erst Anfang des 20. Jahrhundert und sollte Reitern beim Transport ihrer Stiefel, des Sattels und der Ausrüstung helfen. Schon bald erfreute diese Tasche nicht mehr nur das Reiterherz, auch Arbeiter und Reisende entdeckten ihren praktischen Nutzen und begannen, sie in ihren Alltag zu integrieren.

Reitsportbedarf von Hermès | Foto via coaster-park.fr Reitsportbedarf von Hermès | Foto via coaster-park.fr

Émile-Maurice und sein Bruder Adolphe beschließen, den Weg der Gepäckherstellung weiter zu beschreiten und dem Zeitalter des Automobils anzupassen, das neue Anforderungen an Gepäckstücke stellt. Émile-Maurice gehört auch zu den frühen Förderern des Reißverschlusses, der durch seinen praktischen Nutzen aus unserem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken ist.

Eine schillernde Entwicklung

Die 1920er Jahre stellen einen wichtigen Wendepunkt für die Marke dar, die ihr Blickfeld öffnete und sich auf Damen- und Herrenbekleidung, Uhrmacherei, Schmuck, Sportzubehör und sogar Innendesign zu konzentrieren beginnt. Dies bedeutet einen wichtigen Durchbruch für die Marke, die nun den unterschiedlichsten Zweigen der Modeindustrie ihren Stempel aufdrücken kann.

Von Lola Prusac stammen die ersten Seidencarrés von Hermès Von Lola Prusac stammen die ersten Seidencarrés von Hermès

1929 erweist sich als wichtiges Jahr für Hermès, als die Stylistin Lola Prusac die ersten Seidencarrés entwirft. Vier Jahre später erfolgt eine erneute Zusammenarbeit, die eine Reihe von Taschen und Gepäckstücken hervorbringt, die von den Werken Piet Mondrians inspiriert sind.

Seidencarré "Paperoles" | Foto: ©Hermès Paris Seidencarré "Paperoles" | Foto: ©Hermès Paris

Es sind die Erben von Émile-Maurice, Jean-René Guerrand und Robert Dumas, die das Unternehmen zu einer weltweit bekannten Marke machen, indem sie das Carré de Soie und die Kelly Bag erfolgreich vermarkten.

Hermès erobert die Welt

1947 hält Hermès auch in den Parfümerien Einzug. Der elegante Duft Eau d'Hermès zählt heute zu den Klassikern im Parfümregal.

Eau d'Hermès | Foto via Olfactics Eau d'Hermès | Foto via Olfactics

Unter der Leitung von Jean-Louis Dumas, der ab 1978 an der Spitze des Konzerns steht, wird sich dieser, dank Dumas' Innovationen und einem auf die Zukunft gerichteten Blick, auf bedeutende Art und Weise entwickeln. Die Internationalisierung schreitet weiter voran, und um möglichst viele Bereiche abzudecken, werden auch Schmuck und Goldschmiedearbeiten in die lange Liste der Hermes-Produkte aufgenommen.

Jean-Louis Dumas | Foto via Artero Library Jean-Louis Dumas | Foto via Artero Library

Es folgt eine Verjüngung der Marke, bei der der Fokus jedoch auf den beiden traditionellen Materialien von Hermès, Leder und Seide, gerichtet bleibt. Dies ist auch die Ära, in der Hermès' ikonischer Bestseller die Bühne betritt.

Birkin Bag | Foto via France info Birkin Bag | Foto via France info

Die Birkin Bag wird 1981 nach einem zufälligen Treffen von Jean-Louis Dumas und der Schauspielerin Jane Birkin auf einem Flug mit der Concorde entwickelt. Bei dem Gespräch, das die beiden führen, erwähnt Birkin, wie schwierig es für junge Mütter sei, eine Tasche zu finden, die alle wichtigen Dinge für ein Baby aufnehmen kann, dabei aber auch chic ist. Dumas bittet Birkin, ihre Vorstellungen von ein solch idealen Tasche aufzuzeichnen - sozusagen als Entwurf einer bedürftigen Kundin!

Jane Birkin und die Birkin Bag | Foto via Luxuo Jane Birkin und die Birkin Bag | Foto via Luxuo

Die Birkin Bag, die Hermès schließlich lancierte, sollte zu dem "Signature-Piece" der Marke schlechthin werden. Sie ist in vier Größen, rund fünfzig Farben und vielen Materialien erhältlich und erfreut das Herz von Sammlern und Fashionistas gleichermaßen - zumindest die, die genügend Geduld aufbringen können, denn das Warten auf eine neue Birkin Bag kann schon einmal ein paar Jahre dauern.

Da ist es doch besser, eine gebrauchte Birkin Bag zu kaufen oder zu ersteigern!

Hermès setzt seine Eroberung des Weltmarktes für Luxusgüter weiter fort und ist nach europäischer und amerikanischer Kundschaft nun vor allem an Kunden aus Asien interessiert. Der Plan scheint aufzugehen, denn der Umsatz ist von 42 Millionen Euro im Jahr 1978 auf satte 5,5 Milliarden im Jahr 2017 gestiegen.

Übrigens geht ein Teil des Umsatzes noch immer auf den Verkauf von Sätteln und Reitsportbedarf aus eigener Herstellung zurück. Der Fokus liegt aber ganz eindeutig auf Accessoires. Hermès ist es durch die Beibehaltung von Traditionen und innovativen Ideen gelungen, den schwierigen Weltmarkt für Luxusgüter zu erobern und seit vielen Jahren an dessen Spitze mitzuspielen. Und vor allem ist es Hermès gelungen, trotz aller Internationalisierung sein durch und durch französisches Image beizubehalten.

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