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Am 12. Februar 1947 war es soweit: Der 42-jährige Modedesigner Christian Dior stellte in Paris die erste Kollektion mit Damenmode vor, die seinen Namen trug. Ein Jahr zuvor hatte es mit dem reichen Textilfabrikanten Marcel Boussac ein Modehaus gegründet - Christian Dior S.A. Als Standort wurde die elegante Rue Montaigne gewählt, wo sich noch heute der Flagshipstore des Hauses befindet.

Christian Dior begann seine Karriere in der Welt der Mode 1931, indem er zunächst Hüte und später Haute Couture für verschiedene Firmen entwarf. Unter anderem arbeitete er gemeinsam mit Pierre Balmain für das kleine Modehaus des Couturiers Lucien Lelong.

Christian Diors Entwürfe wurden von der internationalen Presse 1947 als New Look gefeiert. Nach den schlanken und geraden Silhouetten der 1930er Jahre sowie den Sparmaßnahmen der Kriegs- und Nachkriegsjahre, war Diors Damenmode wieder verschwenderisch weit geschnitten. Dior selbst nannte diese Kombination aus schmaler Taille und mit Petticoats unterlegten Röcken Ligne Corolle, die die Form an einen umgedrehten Blütenkelch erinnerte.

Der Ligne Corolle folgte in jeder Saison ein anderer Schnitt, wie die Maiglöckchen-Linie oder die Bleistift-Linie. Dior Entwürfe prägten das Erscheinungsbild der Frau in den 1950er Jahren maßgelblich.

Praktisch war diese Mode kaum und für jedermann erschwinglich schon gar nicht. Die Stars aber liebten Christian Diors Designs. Zu seinen illustren Kundinnen zählten u. a. HRH The Princess Margaret, Evita Peron oder die persische Königin Soraya, für die er ihr 20kg schweres Brautkleid entwarf. Auch Marlene Dietrich wollte die Kreationen Diors nicht mehr missen und betonte "No Dior, no Dietrich"!

Links: Sorayas Brautkleid im Dior-Atelier 1951 Rechts: Marlene Dietrich in Dior Beide Fotos via Pinterest Links: Sorayas Brautkleid im Dior-Atelier 1951
Rechts: Marlene Dietrich in Dior
Beide Fotos via Pinterest

Yves Saint Laurent für CHRISTIAN DIOR Links: Kostüm "Djebel", 1959 Mitte: Abendkleid aus goldener Seide, ca. 1959 Rechts: Kleid "Tokyo", ca. 1960 Artcurial Yves Saint Laurent für CHRISTIAN DIOR
Links: Kostüm "Djebel", 1959
Mitte: Abendkleid aus goldener Seide, ca. 1959
Rechts: Kleid "Tokyo", ca. 1960
Artcurial

Nach Christian Diors viel zu frühem Tod im Jahre 1957 wurde der junge Yves Saint Laurent künstlerischer Leiter des Hauses, in dem er bereits seit einigen Jahren als Assistent Diors gearbeitet hatte. Saint Laurent arbeitete innovativ und erfand die Ligne Trapèze und die Op Art-Mode, die einfacher zu tragen aber nicht weniger elegant als ihre Vorgängerinnen waren.

 

Marc Bohan für CHRISTIAN DIOR Links: Kostüm "Boulevard", 1966 Mitte: Kleid "Fleur d'ombre", ca. 1960 Rechts: Kleid "Plaza", 1965/66 Artcurial Marc Bohan für CHRISTIAN DIOR
Links: Kostüm "Boulevard", 1966
Mitte: Kleid "Fleur d'ombre", ca. 1960
Rechts: Kleid "Plaza", 1965/66
Artcurial

Yves Saint Laurent blieb bis 1961 bei Dior. Sein Nachfolger als Chef-Designer wurde Marc Bohan, der bereits für das Unternehmen in London gearbeitet hatte sowie Yves Saint Laurents Assistent gewesen war. Bohan blieb bis Die künstlerische Leitung des Hauses hatte im Laufe der Jahre einige bekannte Namen der Modewelt inne: Gianfranco Ferré (1989-96) oder John Galliano (1996-2011).

Das Haus Dior verkaufte Lizenzen für verschiedene Produkte, die dann unter dem Firmennamen hergestellt und verkauft werden durften. Die Lizenz für Dior-Schmuck erhielt 1955 der Pforzheimer Juwelier Henkel & Grosse. Die Zusammenarbeit dauerte fünfzig Jahre.

HENKEL & GROSSE für BIJOUX CHRISTIAN DIOR, Pforzheim 1966 Oben links: Blumenkorb-Brosche Oben Mitte: Toilettetisch-Brosche Oben rechts: Brosche mit Kunstperlen und Swarovski-Steinen Mitte rechts: Vergoldetes Gliederarmband Unten: Armband mit Swarovski-Steinen Dorotheum HENKEL & GROSSE für BIJOUX CHRISTIAN DIOR, Pforzheim 1966
Oben links: Blumenkorb-Brosche
Oben Mitte: Toilettetisch-Brosche
Oben rechts: Brosche mit Kunstperlen und Swarovski-Steinen
Mitte rechts: Vergoldetes Gliederarmband
Unten: Armband mit Swarovski-Steinen
Dorotheum

Zum Schluss noch eine Bemerkung am Rande: 1970 lancierte das Modehaus eine Herrenkollektion unter dem Namen Christian Dior Monsieur. Der Name wurde im Jahr 2000 in Dior Homme geändertMit der Namensänderung erfolgte auch eine Änderung des Designs. Das, was vorher etwas bieder und konservativ war, wurde nun modern und androgyn und zog Fans aus der "front row" der Modewelt an. Kein geringerer als Karl Lagerfeld war es, der aussagte, er habe seinen enormen Gewichtsverlust von mehr als 40 Kilo ausschließlich den schmalen Schnitten der Dior-Anzüge zu verdanken, in die er gern hineinpassen wollte.

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