Im Herzen von Wien veranstaltet das an die Galerie Lehner angeschlossene Kunstauktionshaus jedes Jahr mehrere Auktionen mit modernen und zeitgenössischen Arbeiten von Künstlern aus Österreich und aller Welt. Durch dieses Konzept kommen wunderbar kuratierte Auktionen zustande, bei denen der Fokus wirklich noch auf der Kunst an sich und den Interessen des Käufers liegt.

Entdecken Sie im Folgenden einige der vielen Highlights der Auktion, die in 274 Losen moderne und zeitgenössische Kunst im Angebot hat.

Der russische Maler und Grafiker Vladmir Vasilyevich Lebedev erlangte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Illustrator von Kinderbüchern Berühmtheit, vor allem der Gedichte Samuil Marschaks. Sein Wirken trug ihm den Titel "König des Kinderbuchs" ein. In den 1930/40er Jahren widmete er sich vermehrt der Ausführung von Portraits seiner Freunde sowie von professionellen Modellen und Sportlern.

In einem Holzschnitt von 1930 heilt Konrad Felixmüller Schönheit und Vergänglichkeit gleichermaßen fest. Zu sehen ist eine junge Dame, die sich, mit einem Handspiegel bewaffnet, die Haare kämmt. Falten unter den Augen des ansonsten jugendlichen Gesichts deuten das Älterwerden an. Durch das Fenster ist zudem eine mit einem Kreuz bekrönte Kapelle zu sehen.

Das Werk der österreichischen Malerin Vilma Eckl ist vom Einfluss des deutschen Expressionismus geprägt. Vor allem der Kölner Künstler Matthias May, der zu Beginn der 1920er Jahre eine Malschule in Linz leitete und die Künstler des Blauen Reiters hinterließen ihre Spuren in den Arbeiten Eckls.

Die beiden Portraits, die der polnisch-jüdische Maler Leon Abramowicz von sich und seiner Frau Marianne angefertigt hat und die in der Auktion zum Aufruf kommen, sind nicht datiert, müssen aber nach 1939 entstanden sein. Bis 1939 in Wien ansässig, musste das Ehepaar vor den Nationalsozialisten nach Frankreich fliehen. Ihr zurückgelassener Besitz wurde derweil verkauft, darunter auch mehrere Tausend Arbeiten des Künstlers, die seitdem als verschollen gelten.

Aristide Maillol und Auguste Rodin gelten zurecht als die bedeutendsten Bildhauer des späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Während Rodin mit seinen Werken den Weg zur modernen Plastik ebnete, tat Maillol das gleiche für die Abstraktion. Im Fokus von Maillols Œuvre steht der weibliche Akt, was auch bei den vorliegenden Holzschnitten von 1937/38, die 1976 in limitierter Auflage neu gedruckt wurden, deutlich wird.

Ein Zeugnis der Expansionsfreudigkeit der Wiener Werkstätte kommt mit einem Emailleschild der New Yorker Dependance zum Aufruf. In den 1920er Jahren eröffneten die Künstler der Wiener Institution Niederlassungen in Berlin, Zürich und der nordamerikanischen Metropole, die jedoch nicht lange Bestand haben sollten. Der Anfang vom Ende war die Weltwirtschaftskrise von 1929, der drei Jahre später das Aus der Wiener Werkstätte folgte.

Der österreichische Aktionskünstler Hermann Nitsch ist dafür bekannt, für seine Arbeiten auch gerne einmal "herzhafte" Farbmittel wie Blut zu verwenden. Sein Unikatdruck Herz kommt jedoch erstaunlicherweise ohne diesen provokanten Werkstoff aus und zeigt die Verschlingungen eines menschlichen Hohlmuskels inmitten einer von geometrisch-graden Strukturen geprägten Umgebung.

Mit mehreren Arbeiten ist die britische Fotokünstlerin Hannah Starkey in der Auktion vertreten. Es handelt sich um typische Werke Starkeys, die Frauen in einer urbanen, wie eine Bühne erscheinenden Umgebung zeigen.

Auf eine minimale Formsprache und vergängliche Materialen wie Pappe oder Styropor setzt der österreichische Künstler Heimo Zobering. Seine Arbeiten sind dadurch von Vergänglichkeit geprägt und bleiben oft ohne Titel. Doch genau dadurch schafft er den Sprung von der Kunst als lediglich schmückendes Element zur Kunst als Kommunikationsobjekt.

Die Auktion findet am 14. Februar um 18 Uhr im Kunstauktionshaus Lehner in Wien statt (Getreidemarkt 1/8 Mezzanin). Dort können alle Werke, die in der Auktion zum Aufruf kommen, vom 8.-14. Februar (außer am 10. Februar) in Augenschein genommen werden.

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