Mit einem Schätzpreis von jeweils 5.000-15.000 Euro gehen in der 50. Saalauktion der Historischen Wertpapierhaus AB am 15. September zwei sowohl hochinteressante als auch seltene Aktien aus dem historischen Frankfurt an den Start.

Bei einem dieser spannenden Dokumente handelt es sich um eine am 21. Juni 1897 ausgestellte Gründeraktie über 1.000 Mark der Hippodrom AG der Freien Stadt Frankfurt. Ziel der Gesellschaft, die mit einem Kapital von 1 Million Mark an den Start ging, das in 1000 Aktien mit einem Wert von je 1.000 Mark eingeteilt war, war die Förderung der Reit- und Fahrsports.

Prunkstück der Gesellschaft war das Hippodrom, das mit seinen Ausmaßen von 50 x 25 Metern die größte Reithalle Deutschlands war und Frankfurt so zu einem bedeutenden Zentrum dieses Sports machte. Unter dem Dach, das in 25 Metern Höhe die Halle überspannte, fanden auf zwei Etagen 1400 sitzende und 1500 stehende Zuschauer Platz, die sich am Geschehen in der Arena erfreuen konnten. Im Erdgeschoss befanden sich zudem Ställe für etwa 130 Pferde.

Das Frankfurter Hippodrom | Foto: Christoph Boeckheler via Frankfurter Rundschau Das Frankfurter Hippodrom | Foto: Christoph Boeckheler via Frankfurter Rundschau

Um die Rentabilität des Gebäudes zu garantieren, wurde das Hippodrom auch für andere Veranstaltungen genutzt. Um sie beispielsweise als Tanzhalle nutzen zu können, konnte die zentrale Arena innerhalb von einer halben Stunde mit einem Parkettboden bedeckt werden.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Hippodrom stark beschädigt und 1956 schließlich ganz abgerissen. Bereits fünf Jahre zuvor war die finanzschwache Hippodrom AG aufgelöst worden.

Den Kopf der Aktie der Hippodrom AG ziert eine Vignette mit Ansicht des Gebäudes. Eine solche Vignette ist auch auf der Gründer-Namensaktie der Frankfurter Palmen-Garten-Gesellschaft vom 15. November 1869 zu sehen. Die im Jahr zuvor gegründete Gesellschaft ließ ein gläsernes Palmenhaus errichten, um die vom ehemaligen Herzog Adolf von Nassau angekauften Orangeriepflanzen aus dessen Residenzschloss Biebrich unterbringen zu können. Das Palmenhaus und die Gärten mit weiteren Gebäuden wurden (und werden) nicht nur als Forschungsstelle und Ausstellungsfläche für botanische Schätze verwendet, sondern auch als Ort der Versammlung und des Vergnügens.

Die Palmen-Garten-Gesellschaft wurde 1931 von der Stadt Frankfurt übernommen. Von den Gründungsaktien sind lediglich zwei weitere Exemplare bekannt, was dieses Wertpapier zum herausragendsten der Stadt Frankfurt macht.

Ein weiteres Highlight der Auktion wurde nicht in Frankfurt ausgestellt, trägt aber die Unterschrift des berühmtesten Sohnes der Stadt: Johann Wolfgang von Goethe. Zu finden ist diese Signatur auf einem Kux (Anteilsschein) des Ilmenauer Kupfer- und Silberbergwerks vom 1. Oktober 1795.

Goethe war seit 1776 Geheimer Rat am Hof des Herzogs Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach sowie gern gesehen Gast am Musenhof von dessen Mutter Anna Amalia. In seiner ministerialen Funktion sollte Goethe auch die schwächelnde Wirtschaft des kleinen Herzogtums zum Laufen bringen und strebte daher die Erneuerung des Bergbaus in Ilmenau an. Durch seiner Position wurde er zum Unterzeichner des Anteilsscheins über 20 Thaler im Jahr 1795. Neben Goethes Signatur sind auf dem Wertpapier auch die des Ilmenauer Bergrats Johann Carl Wilhelm Voigt und dessen Bruders Christian Gottlieb Voigt zu sehen, der ebenfalls als Mineraloge in Weimar tätig war.

1786/87 machte Goethe Urlaub von Weimar und bereiste Italien. In der Campagna ließ er sich von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein portraitieren. Das berühmte Gemälde wird im Städel in Frankfurt ausgestellt. 1786/87 machte Goethe Urlaub von Weimar und bereiste Italien. In der Campagna ließ er sich von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein portraitieren. Das berühmte Gemälde wird im Städel in Frankfurt ausgestellt.

Die 50. Präsenzauktion der Historische Wertpapierhaus AG mit 912 Losen findet am 15. September um 11 Uhr in Würzburg statt. Weitere rund 2150 Lose können am 17. September ab 14 Uhr via Onlineauktion ersteigert werden.

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