Die Herbstauktion des in Borgholzhausen beheimateten Auktionshauses beginnt am 7. September um 9:30 Uhr mit der Versteigerung der Sammlung Nürnberg. Diese umfasst rund 260 Lose mit Münzen und Medaillen aus der ehemaligen freien Reichsstadt. Die ältesten Exemplare stammen aus der Zeit Kaiser Friedrichs II. (1215-50), die jüngsten aus dem frühen 20. Jahrhundert.

Angeführt wird diese Auktion von einem 4-fachen Reichstaler aus dem Jahr 1688, der eine große Seltenheit darstellt. Während eine Seite der Münze eine Ansicht der Stadt Nürnberg unter dem strahlenden Gottesauge zeigt, ist auf der anderen Seite die Allegorie der Stadt Nürnberg in Gestalt der Nymphe Noris zu sehen, die von den Personifikationen der Klugheit, Frömmigkeit, Gerechtigkeit und Tapferkei umgeben ist.

Die Sammlung Russland, die ab 10:30 Uhr aufgerufen wird, umfasst mehr als 550 Münzen und Medaillen, die seit der Regierungszeit Peters des Großen (1682 - 1721) im Zarenreich, der Sowjetunion und der Russischen Republik geprägt wurden. Zum Aufruf kommen Rubel, Gedenkmünzen und Preismedaillen, letztere in großem Umfang aus Bronze.

Aus der Regierungszeit der Zarin Katharina der Großen stammt eine Bronzemedaillen, die an den Besuch des römisch-deutschen Kaisers Joseph II. im Jahr 1780 erinnerte. Legendär wurde jedoch die zweite Russlandreise des Habsburgers im Jahr 1787, bei der er sich der Reise der Zarin durch die südlichen Provinzen des Zarenreiches zur soeben annektierten Krim anschloss.

Organisiert wurde die Reise vom Militär- und Staatsmann Fürst Grigori Alexandrowitsch Potjomkin als Gouverneur dieser Gebiete, der zudem der ehemalige Liebhaber Katharinas war. Bei der illustren Reise entstand auch die Legende der "Potjomkinschen Dörfer", da der Fürst, um seine Zarin zu beeindrucken, angeblich entlang der Wegstrecke Kulissendörfer errichten ließ.

Hieronymus Löschenkohl (1753–1807) - Begegnung Kaiser Josephs II. und Kaiserin Katharinas II. bei Kodak am Dnepr, 18. Mai 1787 (Detail) | Foto via Wikipedia Hieronymus Löschenkohl (1753–1807) - Begegnung Kaiser Josephs II. und Kaiserin Katharinas II. bei Kodak am Dnepr, 18. Mai 1787 (Detail) | Foto via Wikipedia

Auch sonst machte Joseph II. auf der Reise so einiges mit: Er verlor seine Reiseküche, als diese von einer Brücke fiel und die Zarin erwartete ununterbrochen von ihm angeflirtet zu werden. Zu guter Letzt wurde er auch noch in flagranti mit einem Bauernmädchen erwischt...

Das Prunkstück der Russland-Sammlung stammt jedoch aus der Regierungszeit des Zaren Nikolaus I. (1825-55). Dabei handelt es sich um eine sehr seltene 5 Rubelmünze aus Gold aus dem Jahr 1832. Ihre Rückseite ziert der russische Doppeladler mit Zarenkrone. Auf der Vorderseite ist neben der Wertangabe und der Jahreszahl auch die Herkunft des verwendeten Goldes aus den Gruben von Kolyvan in kyrillischer Schrift vermerkt. Geprägt wurde die Münze in der Hauptstadt Sankt Petersburg.

Ergänzt werden die beiden Sammlungsauktionen durch eine Universalauktion mit numismatischen Schätzen aus aller Welt und vielen Epochen. Diese Versteigerung beginnt am 7. September um 14 Uhr und wird am 8. September ab 10 Uhr fortgesetzt.

Eines der Highlights des zweiten Auktionstages ist eine altdeutsche Münze aus der Stadt Straßburg. Es ist das einzig bekannte Exemplar und wurde im Jahr 1617 anlässlich des 100. Jahrestages der Reformation geprägt, worauf eine 10-zeilige Schrift in lateinischer Sprache hinweist.

Insgesamt werden bei den kommenden Versteigerungen der Teutoburger Münzauktion mehr als 4000 Lose angeboten, für die Interessenten bereits jetzt Gebote über den Onlinekatalog abgeben können. Des Weiteren werden neben der persönlichen Gebotsabgabe im Auktionssaal auch schriftliche und telefonische Gebote berücksichtigt.

Einen Überblick über die umfangreichen Kataloge können Sie sich gleich hier bei Barnebys verschaffen.

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