Bei besagter seltener Münze handelt es sich um eine Reichssilbermünze, die 1917 vom Königreich Sachsen ausgegeben worden war. Es war eine Gedenkmünze anlässlich des 400-jährigen Jubiläums der Reformation, die mit Martin Luthers Thesenanschlag vom 31. Oktober 1517 ihren Anfang nahm.

Auftraggeber war König Friedrich August III., der als letzter König von Sachsen von 1904 bis 1918 regierte. Die Münze zeigt auf ihrer Vorderseite ein Profilbildnis des sächsischen Kurfürsten Friedrich III. (1463-1525), der als der Weise in die Geschichte eingegangen ist. Friedrich III. hatte sich geweigert, dass 1518 vom Vatikan ausgesprochene Ketzerurteil gegen Martin Luther anzuerkennen und ihn stattdessen sogar Unterschlupf auf seiner Wartburg gewährt. Neben den Jahreszahlen 1517 und 1917 und dem Namenszug des weisen Kurfürsten ist die Zeile Ein feste Burg ist unser Gott zu lesen, womit auf ein Kirchenlied hingewiesen wird, das Martin Luther geschrieben hatte.

Als Vorlage für das Münzportrait dienten Portraits Friedrichs III. von Lucas Cranach d.Ä. (links) und Albrecht Dürer (rechts). Als Vorlage für das Münzportrait dienten Portraits Friedrichs III. von Lucas Cranach d.Ä. (links) und Albrecht Dürer (rechts).

Ursprünglich war ein Portrait Martin Luthers für die Gedenkmünze vorgesehen gewesen, wofür sich allerdings weder Bundesrat noch Reichsschatzamt hatten erwärmen können. Von der letztendlich genehmigten Münze mit einem Wert von 3 Mark sollten 330.000 Exemplare geprägt werden. Das Kriegsjahr 1917 erlaubte allerdings nur eine Auflage von 100 Stück und selbst davon wurde vermutlich die Hälfte zeitnah wieder eingeschmolzen.

Die Mark war 1871 mit dem Zusammenschluss der deutschen Staaten im neuen Kaiserreich als allgemeine Währung bestimmt werden. Zuvor waren auf diesem Gebiet die unterschiedlichsten Währungen im Umlauf gewesen, die Händler und Reisende gleichermaßen behinderten wie auch die vielen Grenzen, die es zu überwinden galt, wollte man im Deutschen Reich von A nach B. Endgültig eingeführt worden war die Mark schließlich am 1. Januar 1876.

Hinsichtlich ihrer Gestaltung waren die Reichsmünzen, die einen Nominalwert von 2 bis 20 Mark haben konnten, sehr einheitlich. Die Rückseite zeigte den Reichsadler, die Vorderseite, außer bei Sonder- und Gedenkmünzen, das Portrait des jeweiligen Landesherrn, in dessen Herrschaftsgebiet die Münzen ausgegeben worden waren.

Braunschweig Ernst August 3 Mark 1915. Neben Ernst August zu sehen ist seine Gemahlin, Kaisertochter Viktoria Luise, mit der er seit 1913 verheiratet war. Braunschweig Ernst August 3 Mark 1915. Neben Ernst August zu sehen ist seine Gemahlin, Kaisertochter Viktoria Luise, mit der er seit 1913 verheiratet war.

Zu Vermählungen oder Silberhochzeiten waren Prägungen beliebt, die den Landesherrn gemeinsam mit seiner Gemahlin im Profil zeigen.

Die entsprechenden Münzen der Freien Reichsstädte Hamburg, Bremen und Lübeck wiesen auf ihren Rückseiten ebenfalls den Reichsadler auf, ihre Vorderseite wurde jedoch mit dem jeweilige Stadtwappen versehen.

Im Deutschen Kaiserreich gab es neun Münzprägestätten, von denen fünf auch heute noch existieren: Berlin, Frankfurt, München, Dresden, Hamburg, Darmstadt, Karlsruhe, Stuttgart und das sächsische Muldenhütten, wo 1917 auch die wertvolle Gedenkmünze mit dem Konterfei Friedrichs III. geprägt worden war. Die Herkunft jeder Münze lässt sich anhand eines mitgeprägten Buchstaben zurückverfolgen.

In den Kriegsjahren 1916 und 1917 wurde in dem Ort Tabora im damaligen Deutsch-Ostafrika (heute Tansania) eine Notprägestätte betrieben.

Alle vorgestellten Münzen kommen am 25. und 26. Mai gemeinsam mit mehr als 3600 weiteren Losen zum Aufruf. Veranstaltungsort ist ab 11:30 Uhr der Auktionssaal der Teutoburger Münzauktion in Borgholzhausen. Davor kommen am 25. Mai in einer gesonderten Auktion um 9:30 Uhr Münzen aus China und Südostasien in über 300 Losen zum Aufruf. Diese Versteigerung findet als Live-Auktion statt.

Seit dem 7. Mai ist eine Besichtigung der angebotenen Objekte im Auktionshaus möglich. Einen ersten Blick können Sie aber auch schon hier bei Barnebys darauf werfen!

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