MUSE MACHT MONETEN - Eine Ausstellung im Berliner Bode-Museum

Das Bild der brotlosen Kunst ist tief in unserem Unterbewusstsein verankert. Wir denken an Künstler, die sich und ihre Familie kaum durchbringen können, weil sie mit ihren Werken ihrer Zeit bereits weit voraus sind und weitestgehend auf Ablehnung stoßen. Ist es dann nicht legitim, die eigenen Überzeugungen über Bord zu werfen und Kunst zu produzieren, die der breiten Masse gefällt?

NIKOLAUS EBERSTALLER/MARIE COCHON - Vor dem Wiener Parlament (bald: im Bode-Museum), Besitz des Künstlers © Foto: Courtesy of the artist
NIKOLAUS EBERSTALLER/MARIE COCHON - Vor dem Wiener Parlament (bald: im Bode-Museum), Besitz des Künstlers © Foto: Courtesy of the artist

Das Berliner Bode-Museum widmet sich ab dem 24. November diesem Thema und beleuchtet es aus drei interessanten Blickwinkeln, in denen sich Künstler selbst dazu äußern. Mal auf satirische, mal auf zynische Art und Weise - aber vor allem immer ehrlich.

Im ersten Teil geht die Ausstellung auf Ost-Berliner Künstler in den frühen 1990er Jahren ein. Diese sahen sich nach der Wiedervereinigung nicht nur mit einem freien, sondern auch mit einem kapitalistischen Kunstmark konfrontiert. Ihre Hoffnungen, Sorgen und Ängste brachten sie durch ihre Arbeiten zum Ausdruck.

HEINZ HOYER - Nicht nur rennen nach der schnellen Mark, 1993 © Münzkabinett, Staatliche Museen zu Berlin Foto: Reinhard Saczewski
HEINZ HOYER - Nicht nur rennen nach der schnellen Mark, 1993 © Münzkabinett, Staatliche Museen zu Berlin Foto: Reinhard Saczewski

Für die Realisierung des zweiten Teils der Ausstellung, sind 30 bildende Künstlerinnen und Künstler aus der Bundesrepublik einem Aufruf aus dem Jahr 2014 gefolgt. Sie schufen speziell für die Ausstellung Medaillen, auf denen Sie sich mit der heutigen Situation für Kunstschaffende in Deutschland auseinander setzen: Ob und wie sehr man sich als Künstler in der heutigen Gesellschaft anpassen oder vielleicht sogar korrumpieren lassen muss.

ANNA MARTHA NAPP - Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen, 2015 © Foto: Reinhard Saczewski, grafische Gestaltung: Jan Hawemann
ANNA MARTHA NAPP - Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen, 2015 © Foto: Reinhard Saczewski, grafische Gestaltung: Jan Hawemann
LUISE RÜDIGER - MUSE MACHT MONETEN, 2015 © Münzkabinett, Staatliche Museen zu Berlin Foto: Reinhard Saczewski
LUISE RÜDIGER - MUSE MACHT MONETEN, 2015 © Münzkabinett, Staatliche Museen zu Berlin Foto: Reinhard Saczewski

Im dritten Teil der Ausstellung werden schließlich Werke aus der Sammlung Stefan Haupt gezeigt. Die Grafiken, Skulpturen, Installationen und Medaillen, die Haupt in den letzten zwanzig Jahren zusammengetragen hat stammen von nationalen und internationalen Künstlern und zeigen sowohl Geldkunst als auch Kunstgeld. Der Titel dieser Sammlung "Dreißig Silberlinge - Kunst und Geld" fordert den Museumsbesucher auf, darüber nachzudenken, wo das Kunstschaffen aufhört und der "Verrat" anfängt.

JOSEPH BEUYS - Kunst = Kapital, 1979 © Sammlung Haupt „Dreißig Silberlinge – Kunst und Geld“ Foto: Hermann Büchner, Berlin
JOSEPH BEUYS - Kunst = Kapital, 1979 © Sammlung Haupt „Dreißig Silberlinge – Kunst und Geld“ Foto: Hermann Büchner, Berlin
NIKOLAUS EBERSTALLER/MARIE COCHON - Vor dem Wiener Parlament (bald: im Bode-Museum), Besitz des Künstlers © Foto: Courtesy of the artist
NIKOLAUS EBERSTALLER/MARIE COCHON - Vor dem Wiener Parlament (bald: im Bode-Museum), Besitz des Künstlers © Foto: Courtesy of the artist

Die Ausstellung wird vom 24.11.2016 bis 27.05.2017 im Bode-Museum in Berlin zu sehen sein. Alle Informationen dazu erhalten Sie hier.

Mehr zu dem Thema "Künstler & Konsum" gibt es hier.