In seiner kommenden Auktion hat das spanische Auktionshaus Durán Arte y Subastas die prächtige Sammlung des Madrider Gitarrenbauers Marcelino López Nieto (1931-2018) im Angebot: eine Sammlung von über 100 Saiteninstrumenten, die einen interessanten Einblick in die Musikgeschichte der letzten Jahrhunderte gewähren, da die frühesten Exemplare aus dem Barockzeitalter stammen. Ebenfalls vertreten sind Harfen und Geigen, die zum Teil aus dem Mittelalter stammen.

Eine wichtige Zeit für den Gitarrenbau war das 19. Jahrhundert, das einen Wandel in der Entwicklung dieses Saiteninstrumentes bereithielt.

Im frühen 19. Jahrhundert waren Madrid, Paris, Wien und Neapel wichtige Zentren für die kulturelle Renaissance, die während dieser Zeit durch die Modernisierungen durch Napoleon vonstatten ging. Was den Geigenbau betrifft, hatte er sich bereits im 18. Jahrhundert in Kampanien und Frankreich weiterentwickelt.

Das Aussehen von Gitarren war zu jener Zeit von Land zu Land, von Region zu Region unterschiedlich. In Italien verfügten sie in der Regel über fünf oder sieben Saiten, in Spanien über sechs und in Frankreich schwankte man zwischen fünf und sechs Saiten.

Auch in Form und Größe unterschieden sie sich enorm, was als Indikator für ihr Herkunftsland herangezogen werden kann. So sind Gitarren aus Frankreich meist kleiner als jene aus Spanien oder Wien. Dieser Umstand wird auch in der vorliegenden Sammlung von M. López Nieto deutlich, die Exemplare aus verschiedenen Ländern beherbergt.

Die Unterschiede resultierten nicht zuletzt aus der enormen Anzahl an Handwerkern, die die Instrumente anfertigten und ihnen einen persönlichen Stempel aufdrückten. Eine der bedeutendsten Persönlichkeiten unter den Gitarrenbauern des 19. Jahrhunderts, der auch enorm zur Transformation der spanischen Gitarre in dieser Zeit beitrug, war Antonio de Torres. Weitere bekannte Namen der "Gitarrenbauer-Szene" waren Salvador Ibáñez, Hernandez und Aguado, Santos Hernandez, Francisco Viudes und Agusti Altimira.

Unter den in der Auktion vertretenen Geigen ist vor allem ein Exemplar aus dem 19. Jahrundert zu nennen, bei dem es sich höchstwahrscheinlich um die Reproduktion eines Instrumentes eines berühmten italienischen Geigenbauers handelt.

Einen Hauptpunkt der Versteigerung bilden einige Instrumente, die vom Sammler Marcelino selbst auf der Grundlage von Modellen vom Mittelalter bis zum 18. Jahrhundert gebaut wurden. Im Katalog sind auch originalgetreue Reproduktionen mittelalterlicher Instrumente zu sehen, die von Szenen inspiriert sind, die beispielsweise am Pórtico de la Gloria der Kathedrale von Santiago de Compostela zu finden sind. Ebenfalls interessant sind die Vihuelas, bei denen es sich um im Spanien der Renaissance sehr beliebte Zupfinstrumente handelt, sowie Barockgitarren, deren Aussehen den heutigen schon sehr ähnelt, die sich in Größe und Proportion von diesen jedoch noch stark unterschieden.

Auch die verwendeten edlen Materialien, aus denen die Instrumente hergestellt wurden, zeugen von deren Popularität: Palo Santo, Palisander, kanadische Zeder, Ebenholz, Kiefer, Fichte und Zypresse.

Die Instrumente werden im Zuge der Kunst- und Antiquitätenauktion von Durán Arte y Subastas versteigert, die am 25. Oktober um 18 Uhr (Ortszeit) in Madrid stattfindet.

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