Seit 2011 für das Auktionshaus Bene Merenti jedes zwei oder drei Auktionen zum Thema Militaria durch. Der besondere Fokus ist dabei stets auf Orden und Medaillen gerichtet. Da stellt sich schnell die Frage: Wo genau liegt eigentlich der Unterschied?

Bei Orden handelt es sich um Ehrenzeichen, die ausschließlich von einem Herrscher oder einer entsprechenden staatlichen Autorität verliehen werden. Medaillen sind ebenfalls Verdienstauszeichnungen, die allerdings nicht von staatlichen Institutionen verliehen werden, z.B. für besondere Leistungen in den Bereichen Wissenschaft, Kultur oder Sport. Dei bekanntesten Auszeichnungen sind hier der Nobelpreis und die Gold-, Silber- und Bronzemedaillen der Olympischen Spiele.

Durch das Tragen von Orden und anderen Ehrenzeichen wird ein besonderer Verdienst des Trägers für jedermann sichtbar. Auszeichnungen dieser Art sind bereits aus der Antike bekannt. So gab es in der Armee der Römer die Phalerae, plastisch gestaltete runde Metallplatten, die von einem verdienten Soldaten auf dem Brustpanzer getragen wurden.

Jedoch überlebten diese Auszeichnungen das Ende der Antike nicht. Die heutigen Ehrenzeichen haben ihren Ursprung im europäischen Mittelalter. Während der Kreuzzüge gründeten sich verschiedene geistliche Ritterorden, deren Mitglieder das Tragen bestimmter Embleme miteinander verband.

Nachdem das Heilige Land von den angrenzenden muslimischen Staaten zurückerobert worden war, war die Macht der Ritterorden dem Untergang geweiht. Statt Orden mit geistlichem Hintergrund entstanden ab dem 13. Jahrhundert weltliche Ritterorden, die von den jeweiligen Landesherrn gestiftet und verliehen wurden. Bekannte Beispiele sind der Orden vom Goldenen Vlies und der Hosenbandorden.

Voraussetzung zur Aufnahme in eine solche weltliche Ordensgemeinschaft war die Zugehörigkeit zum Adel. Während des 17. und 18. Jahrhunderts verloren die Gemeinschaften und ihre Regeln, die hinter den Ehrenzeichen standen, jedoch immer mehr an Bedeutung. An ihre Stelle traten im 17./18. Jahrhundert die Haus- und Hoforden, die ebenfalls vom Herrscher eines Staates gestiftet und verliehen wurde.

Diese Orden waren zunächst nur Mitgliedern der jeweiligen Fürstenfamilie und den ihnen in besonderer Weise verbunden Höflinge vorbehalten. Im Zuge der Aufklärung wandelte sich jedoch die Struktur eines Fürstenhofes, der nun auch Mitgliedern des Bürgertums Staatsdienste anvertraute. Eine adelige Geburt war schon bald nicht mehr die einzige Voraussetzung für die Auszeichnung mit einem Orden.

Die Haus- und Hoforden wandelten sich allmählich zu Verdienstorden, also Ehrenzeichen für Menschen, die sie durch besondere Taten auch wirklich verdient hatten. Und das nicht nur im militärischen oder staatlichen sondern auch im zivilen Bereich.

Auch nachdem viele europäische Monarchien im Zuge des Ersten Weltkriegs zu Republiken wurden, wurden und werden verdiente Bürgerinnen und Bürger, aber auch Angehörige anderer Staaten mit Ehrenzeichen ausgezeichnet. In Deutschland ist es seit 1951 der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland, besser bekannt als Bundesverdienstkreuz.

Alle abgebildeten Ehrenzeichen werden am 6. April ab 10 Uhr im Auktionshaus Bene Merenti in der Stammheimer Straße 10 in Kornwestheim statt. Dort können alle Lose am Auktionstag von 8-10 Uhr sowie am 5. April von 9-16 Uhr besichtigt werden.

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