Porzellan

Noch keine 70 Jahre alt ist das kobaltblaue Netzdekor, das Serafina Jakowlewa um 1950 für die Porzellanmanufaktur Lomonosov bei Sankt Petersburg kreierte. Mit seiner Goldstaffage erinnert es an alte Designs der Manufaktur, die bis 1925 Kaiserliche Porzellanmanufaktur hieß und nach der Revolution in Russland nach dem Universalgelehrten Michail Wassiljewitsch Lomonossow umbenannt wurde. Heute produziert die Manufaktur feines Porzellan wieder unter ihrem alten Namen.

Die perfekte Ausstattung für eine sommerliche Kaffeetafel bildet ein zauberhaftes Service, das um 1810 in der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin geschaffen wurde. Die goldstaffierten Teile zieren in zarten Tönen gemalte Schmetterlinge, Käfer und weitere Insekten auf weißem Grund.

Eines der beliebtesten Porzellanservice der KPM Berlin ist das auch heute noch produzierte Kurlandservice, das 1790 für den Herzog von Kurland entworfen worden war. In der Auktion liegt ein Konvolut verschiedener Stücke mit dem Kurlanddekor vor, dessen Girlandenbordüre auf einem zarten mintgrünen Fond gut zur Geltung kommt.

Die Bildhauerin Resi Schröder-Lechner arbeitete mehr als 50 Jahre für die Nymphenburger Porzellanmanufaktur, für die sie u.a. Figuren in traditionellen Trachten entwarf. Die vorliegende Frau in Miesbacher Tracht und der "Tiroler Schütz" stammen aus dem Jahr 1937.

Ein "Kollege" Resi Schröder-Lechners an der Nymphenburger Manufaktur war Franz Anton Bustelli, der dort von 1754 bis 1763 tätig war und einer der bedeutendsten Porzellanmodelleure des 18. Jahrhunderts wurde.

Besonders berühmt sind seine um 1760 entworfenen 16 Figuren der Commedia dell'arte. Drei Ausformungen aus dem 20. Jahrhundert kommen in der Auktion zum Aufruf: Als Gegenstücke der Mezzetino und die Lalage sowie die Leda, deren Ausformung um 1910 datiert werden kann.

Bronze

Drei schöne Bronzeplastiken aus dem Katalog entführen uns mit Darstellungen des Götterboten Merkur und einer Amazone in die Welt der Antike.

Die Bronze der Stehenden Kämpferin bzw. Amazone wurde nach einem Entwurf von Pierre Le Faguays (1892 Nantes - 1962 Paris) geschaffen. Le Faguays schuf viele Bronzeplastiken athletischer junger menschen nach antikem Vorbild, womit er ganz dem Geschmack seiner Epoche entsprach.

Die beiden Bronzen des Merkur gehen auf ältere Vorbilder zurück, die vom flämischen Bildhauer der Spätrenaissance Jean de Boulogne bzw. Giovanni Bologna, genannt Giambologna (1529 Douai - 1608 Florenz), geschaffen worden waren. Giambologna lebte seit den 1550er Jahren in Italien. Seine Arbeiten können u.a. in der Loggia dei Lanzi in Florenz und im Louvre bewundert werden.

Glas

Etwa 90 Jahre und rund 600 Kilometer Luftlinie liegen zwischen den Entstehungsdaten und -orten dieser beider Vasen aus Glas. Das Jugendstil-Modell auf der linken Seite wurde von Daum Frères in Nancy angefertigt. Das farblose Glas der seltenen Vase erhielt Aufschmelzenden aus polychromen Pulvern und wurde zusätzlich mit einem geätzten, eine Baumlandschaft darstellenden Dekor verziert.

Die 1992 gefertigte Vase der Traditionsfirma Venini, die seit 1921 auf der venezianischen "Glasinsel" Murano ansässig ist, besticht mit ihrer schlichten Balusterform. Ihr ebenfalls farbloses Glas wurde mit korallenroter Farbe unterfangen.

Alle vorgestellten Objekte kommen am 26. Mai ab 13 Uhr im Münchener Auktionshaus Rütten zum Aufruf. Die Ausstellung zur Auktion ist vom 22. bis 24. Mai jeweils von 11-18 Uhr geöffnet. Auch in den zwei Stunden vor Auktionsbeginn ist eine Begutachtung eingeschränkt möglich.

Entdecken Sie den aktuellen Katalog des Auktionshauses Rütten gleich hier bei Barnebys.

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