Nachdem das Vorhaben einer Porzellanmanufaktur in Brandenburg-Preußen bereits zweimal in den Jahren davor gescheitert war, nahm Friedrich der Große 1763 die Sache selbst in die Hand und gründete die Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin.

Zum besten Kunden der Manufaktur wurde Friedrich selbst. Insgesamt bestellte er bei der KPM innerhalb von 23 Jahren 21 Tafelservice für seine Schlösser. Diese Service, die jeweils dem Interieur des jeweiligen Schlosses angepasst wurden, konnten aus bis zu 500 Einzelteilen bestehen und waren meist für 36 Personen gedacht.

Die Erzeugnisse der KPM wurden vom preußischen Königshaus auch gerne an andere Monarchen verschenkt, teils um sie ihrer Freundschaft zu versichern, aber bestimmt auch ein wenig um anzugeben. Diese Sitte wurde auch nach dem Tode Friedrichs II. 1786 beibehalten. Mit der Epoche des Klassizismus setzte eine Blütezeit der KPM ein, als bedeutende Künstler wie Johann Gottfried Schadow, Karl Friedrich Schinkel oder Christian Daniel Rauch Formen und Dekore für die Manufaktur entwarfen.

Zum Spezialgebiet der KPM wurde im 19. Jahrhundert die Vedutenmalerei mit Ansichten von Berlin. Sie ist vor allem auf Vasen und Amphoren zu finden. Diese Gefäße dienten sozusagen der Imagepflege der preußischen Hauptstadt. Ihr weltstädtisches Flair sowie ihre Modernität sollten damit demonstriert werden.

Im Laufe der Zeit war die KPM immer auf der Suche nach neuen Technologien und agierte oft als Vorreiter unter den Porzellanmanufakturen Europas. Die dadurch ermöglichte neue Formensprache machte die KPM zu einem der Wegbereiter des Jugendstils, dessen Siegeszug gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann.

Aus dieser Epoche stammt auch der figürliche Tafelaufsatz "Hochzeitszug", den der Bildhauer Adolph Amberg 1904 anlässlich der Hochzeit des preußischen Thronfolgers mit Cecilie von Mecklenburg-Schwerin aus Silber entworfen hatte. Dem königlichen Hof war die Arbeit allerdings zu gewagt, da die Braut darin halbnackt als Europa zu sehen war. Stattdessen fertigte die KPM das Ensemble vier Jahre später aus Porzellan an und erhielt dafür die Goldmedaille bei der Weltausstellung in Brüssel von 1910.

Nach dem Ersten Weltkrieg und der Abdankung der Hohenzollern als deutsche Kaiser und preußische Könige übernahm die junge Republik das Unternehmen und aus der Königlichen wurde die Staatliche Porzellan-Manufaktur Berlin. Die Marke "KPM" mit dem brandenburgischen Szepter, das Friedrich der Große einst dafür bestimmt hatte, blieben jedoch weiterhin bestehen.

Mit erlesenen Stücken der KPM Berlin feiert das Auktionshaus Lempertz am 3. Mai das 10-jährige Bestehen seiner Berlin-Auktionen - und einen besseren Fokus hätte man dafür wohl kaum finden können.

Die Versteigerungen beginnen um 11 Uhr mit dem Russian Sale (u.a. mit Porzellan aus St. Petersburg), gefolgt von der Sammlung Gronert (16 Uhr) und der Berlin-Auktion um 18 Uhr. Die Ausstellung zur Auktion kann vom 25. April bis 2. Mai in der Poststraße 22 in Berlin-Mitte besucht werden.

Entdecken Sie alle Objekte der aktuellen Auktionskataloge von Lempertz hier bei Barnebys.

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