Nachdem es dem Alchemisten Johann Friedrich Böttger Anfang des 18. Jahrhunderts einfach nicht gelingen wollte, Gold aus wertlosen Materialien herzustellen, ließ er sich von Ehrenfried Walther von Tschirnhaus überzeugen, das Geheimnis der Porzellanherstellung zu ergründen, welches von seinen chinesischen Erfindern streng gehütet wurde. Doch 1708 war es schließlich soweit: Das erste europäische Porzellan war gefertigt. Der höchst erfreute Landesherr August der Starke war höchst erfreut und bestand wiederum darauf, dass das Geheimnis gewahrt werden müsse - was auf Dauer natürlich nicht funktionierte.

Dekoriert wurden die Gefäße zunächst nach ostasiatischem Vorbild mit Chinoiserien und Landschaften. Später kamen Blumenmuster hinzu, von denen das blaue Zwiebelmuster zum absoluten Dauerbrenner wurde. Das Golddekor der Tasse oben rechts im Bild, stammt vom Hausmaler Abraham Seuter (1699-1747). Hausmaler waren im 18. Jahrhundert die Porzellanmaler, die ohne festen Vertrag für die Manufakturen arbeiteten.

1731 wurde Johann Joachim Kaendler an die Manufaktur berufen. Seine vollendeten Arbeiten der figürlichen Porzellane und plastischen Verzierungen wurden zum Synonym der Formgebung des Rokoko schlechthin. Auch später besann sich die Manufaktur in Meißen immer wieder auf seine Modelle, die in neuen Auflagen erschienen oder auf ähnliche Art kopiert wurden.

Doch kamen auch immer wieder neue Modelle hinzu, wie im 19. Jahrhundert die Vasen mit Schlangenhenkeln Ernst August Leuteritz' (1818-1886), die auf Vorbilder der Renaissance zurückzuführen sind. Die Epoche des Jugendstils war auch in der Manufaktur in Meißen von neuer Formgebung geprägt. Aus dieser Zeit haben es vor allem die "Hentschel-Kinder", die in einer Serie von 12 Modellen erschienen, zur Berühmtheit gebracht.

In der Nachkriegszeit waren vor allem die Modelle Ludwig Zepners (1931-2010) von Bedeutung. Zepner, der von der Ausbildung bis zu seiner Pensionierung in der Manufaktur tätig war, gelang sogar erstmals die Produktion von stimmbaren Orgelpfeifen aus Porzellan.

Alle vorgestellten Erzeugnisse der Manufaktur Meissen kommen am 11. März im Auktionshaus Heickmann zum Aufruf. Ebenfalls mit dabei sind u.a. Gemälde, Silber, Möbel und Schmuck. Nutzen Sie auch die Gelegenheit einer Vorbesichtigung der Objekte (4.-9. März). Oder entdecken Sie sie gleich hier bei Barnebys.

 

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