Das familiengeführte, traditionsreiche Auktionshaus Michael Zeller, auf der Altstadtinsel von Lindau im Bodensee gelegen, geht auf einen bereits 1893 gegründeten Kunsthandel zurück. Seit 1968 werden zudem Auktionen durchgeführt, die internationales Prestige genießen. Das Auktionshaus, welches in einem wunderschönen Patrizierhaus in der Lindauer Altstadt beheimatet ist, führt jährlich vier große Auktionen durch, die sich sowohl durch Vielfältigkeit, als auch durch höchste Qualität auszeichnen. Das interessierte und sachkundige Publikum weiß dies ebenso zu schätzen, wie die Sorgfalt und Seriosität, mit der die Auktionen betreut werden.

Die Versteigerungen beginnen am Samstag, den 24. September um 10 Uhr. Es kommen u. a. Porzellan, Kunsthandwerk, Möbel und Teppiche zum Aufruf. Am Nachmittag, ab 14:30 Uhr, geht es weiter mit Sachgebieten wie Jugendstil und Art Déco, Schmuck und Edelsteine, Silber, Glas und Spielzeug. Auch am 25. September ist der Beginn der Versteigerungen für 10 Uhr festgesetzt. Nun kann auf Asiatika sowie Uhren, Musikdosen und technische Geräte geboten werden. Die abschließende Sitzung, die am Nachmittag ebenfalls um 14:30 Uhr beginnt, hält Gemälde, Grafiken und Zeichnungen sowie Bildhauerkunst und Bücher für interessierte Bieter bereit.

Die Besichtigungen zur Auktion finden vom 15. bis 22. September täglich von 10 bis 18 Uhr statt.

Im Folgenden möchten wir Ihnen einige der vielen Highlights der Auktion präsentieren. Ein Klick auf die Abbildungen führt Sie zu näheren Informationen im Katalog des Auktionshauses Michael Zeller Ein Klick auf die Abbildungen führt Sie direkt zum Katalog des Auktionshauses Michael Zeller, wo die Möglichkeit besteht, ein Gebot abzugeben. Dies können Sie ebenfalls per Brief oder Fax erledigen. Am Auktionstag darf live im Auktionssaal, am Telefon oder via Internet mitgeboten werden.

45-dd48 NYMPHENBURG - Mezzotinto als Harlekin mit Affenbaby, Modell: Franz Anton Bustelli, auf Bronze-doré-Sockel, H: 19,5 cm (ohne Sockel), um 1759-60 Ausrufpreis: 36.000 EUR

Der in der Schweiz geborene Franz Anton Bustelli (1723-63) gilt als einer der bedeutendsten Porzellankünstler des 18. Jahrhunderts. In seiner achtjährigen Tätigkeit in der Münchener Manufaktur Nymphenburg schuf er etwa 120 Modelle von höchster Qualität. Besonders meisterhaft ausgeführt sind jene, die Charaktere der Comedia dell'arte darstellen.

20-ff05 MEISSEN - Chinesenbub mit Kohlblatthut als 'Wackelchinese', polychrom staffiert, Kändler-Modell, H: 21,5 cm, um 1749 Ausrufpreis: 9.800 EUR

Was Bustelli im 18. Jahrhundert für die Manufaktur Nymphenburg war, war Johann Joachim Kändler im sächsischen Meißen - nämlich der herausragende Meister seines Faches. Das Besondere an dem Modell Chinesenbub mit Kohlblatthut ist der bewegliche Kopf, der ihn zu einem sogenannten "Wackelchinesen" macht.

Die Urheberschaft für das folgende Modell kann nicht eindeutig belegt werden. Entweder ist es wieder J. J. Kändler oder Friedrich Elias Meyer, der ebenfalls als Meister in Meißen, vor allem aber für die Königliche Porzellanmanufaktur in Berlin Glanzstücke der Porzellankunst schuf.

19-e066 MEISSEN - Atlas, die Erdkugel tragend, polychrom und golden staffiert, Modell wohl Friedrich Elias Meyer oder Johann Joachim Kändler, H: 15,5 cm, um 1755-60 Ausrufpreis: 7.400 EUR

Ein weiteres spannendes Sachgebiet der Auktion ist jenes, welches Buddhas und Tempelfiguren aus Tibet und Südostasien für interessierte Bieter bereithält. Von besonders ausgesuchter Qualität sind diese drei Beispiele aus Kambodscha, die in der Blütezeit des dort ansässigen Volkes der Khmer geschaffen wurden. Die Khmer waren im 3. Jahrhundert v. Chr. aus China nach Süden gewandert. Im 9. Jahrhundert entwickelte sich das Volk zu einer Hochkultur mit der Hauptstadt Angkor. Ab dem 12. Jahrhundert waren die Khmer vom Hinduismus zum Buddhismus konvertiert. Dies wird auch bei den folgenden drei Sandstein-Skulpturen deutlich. Die beiden jüngeren aus dem 12./13. Jahrhundert sind buddhistische Kunstwerke, während die dritte aus dem 11. Jahrhundert stammt und den Hindu-Gott Vishnu darstellt. Alle drei Arbeiten sind sehr sorgfältig in Sandstein ausgeführt worden. Das Haupt des Bodhisattva Lokesvara weist zudem Ähnlichkeit mit Jayavarman VII. auf, der von 1181-1206 oder 1220 König der Khmer gewesen war.

1732-f1e0 Große Figur des Buddha auf dem Schlangenthron (Buddha Muchalinda) aus Sandstein, H: 84 cm, Kambodscha, Angkor-Periode, Angkor-Vat-Stil, 12. Jh. Ausrufpreis: 19.800 EUR

1734-eedd Haupt des Bodhisattva Lokesvara aus Sandstein, H: 38 cm, Khmer, Kambodscha, Angkor-Periode, Bayon-Stil, 12./13. Jh. Ausrufpreis: 12.500 EUR

1736-6446 Statue des Vishnu aus Sandstein, H: 91 cm, Khmer, Kambodscha, Angkor-Periode, Baphuon-Stil, 3. Viertel 11. Jh. Ausrufpreis: 12.000 EUR

Unter den Alten Gemälden und Zeichnungen ist vor allem dieses Werk hervorzuheben, welches dem italienischen Barockmaler Paolo Pagani zugeschrieben wird. Von Pagani, der in Mailand und Venedig tätig war und sich an der Malweise Caravaggios orientierte, sind nur wenige Werke erhalten oder können ihm eindeutig zugeordnet werden.

1872-7340 PAOLO PAGANI (1655 Castello Valsolda-1716 Mailand) - Der Hl. Liborius vor der Madonna mit Kind, Öl/Lwd. 84,5 x 70,5 cm, um 1710 Ausrufpreis: 12.500 EUR

Weitere Höhepunkte dieser Kategorie stammen aus dem 19. Jahrhundert. Zunächst sehen wir eine Darstellung der Heiligen Familie. Dieses Gemälde ist das gemeinschaftliche Werk zweier Künstlerinnen: Das Zentrale Motiv wurde von Amelia Rieger ausgeführt, während der Blütenkranz das Werk Pauline von Wellenheims ist.

1883-bf63 PAULINE VON WELLENHEIM geb. FREIIN VON BARBIER (1801-Wien-1882) und AMELIE RIEDER - Hl. Familie im Blütenkranz, Öl/Lwd. 123,5 x 92 cm, signiert und datiert, 1849 Ausrufpreis: 3.500 EUR

Johann Friedrich Voltz galt zu seiner Zeit als der bedeutendste deutsche Tiermaler. Daneben widmete er sich auch der Landschaftsmalerei. Das nun folgende Werk stellt eine Kombination aus beiden Genres dar. Besonders hervorzuheben ist der wunderschöne Lichteinfall, der die meisterlich wiedergegebenen Tiere umgibt.

1881-6a6f JOHANN FRIEDRICH VOLTZ (1817 Nördlingen-1886 München) -Erntezeit. Kühe an der Tränke an einem Bachlauf..., Öl/Holz. 48 x 95 cm, signiert und datiert, 1878 Ausrufpreis: 6.800 EUR

Für seine orientalischen Darstellungen erhielt Heinrich von Mayr Inspiration, als er den Herzog Maximilian in Bayern auf einer Reise begleitete, die sie nach Nubien, Ägypten, Palästina, Syrien und Malta führte. Seit Napoleons Ägyptenfeldzug herrschte eine Orient-Manie in den höheren Kreisen Europas, der sich auch Herzog Max nicht entziehen konnte oder wollte. Denn genau wie seine Tochter Elisabeth, die 1854 Kaiserin von Österreich wurde, hielt es der muntere Herzog nie lange an einem Ort aus.

1894-2513 HEINRICH VON MAYR (1806 Nürnberg-1871 München) - Orientalischer Fürst rastet mit seinem Gefolge vor einer Bastion über dem Meer..., Öl/Lwd., 44 x 56 cm, signiert und datiert, 184( ) Ausrufpreis: 4.800 EUR

Das nun folgende Exemplar aus dem Sachgebiet "Teppiche" zeichnet sich durch eine hervorragende Provenienz aus. Der Palastteppich aus Korkwolle wurde in der iranischen Region Bidschar geknüpft, die berühmt ist für ihre alten und eleganten Perserteppiche. Die Stücke werden noch immer hauptsächlich in Heimarbeit hergestellt, was jeden von ihnen zu einem individuellen Kunstwerk macht. Der vorliegende Teppich ist zudem ein antikes Exemplar, welches sich in ausgezeichnetem Zustand befindet und eine sammelwürdige Rarität darstellt.

574-dcfd Bidjar-Palastteppich aus Korkwolle, 478 x 360 cm, Nordwestpersien um 1890 Ausrufpreis: 9.000 EUR

Zum Abschluss unserer kleinen Auktionsvorschau zeigen wir Ihnen diesen barocken Schrank aus Nussbaum, der vermutlich in Augsburg hergestellt wurde. Der zweitürige Korpus wird durch ein überstehendes Gesims mit Palmettenverzierung gekrönt. Die Frontseite zeigt drei flache Pilaster mit Komposit-Kapitellen und Arkanthussockeln.

415-ab4b Barockschrank aus Nussbaum, 216 x 162 x 53 cm, Bayerisch Schwaben/Augsburg um 1740 Ausrufpreis: 4.500 EUR

Den gesamten Katalog der aktuellen Auktion von Michael Zeller können Sie hier entdecken.

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