Der erste Auktionstag am 1. September ist mit Silber, Glas, Porzellan, Möbeln, Grafik, Fotografien und Skulpturen bereits gut bestückt. Der Folgetag steht dem in nichts nach und hat Gemälde, Vitrinenobjekte, Schmuck und Armbanduhren im Angebot. Der dritte Auktionstag am 8. September greift einige dieser Kategorien nochmals auf und ergänzt sie mit außereuropäischer Kunst, Spielzeug, Taschenuhren, Ikonen und anderen Rubriken.

Für einen ersten Einblick in die großartigen Kataloge haben wir einige Highlights für Sie herausgepickt.

Mit ihren Malachitgehäuse wirkt die vergoldete Bronzependule mit Putto schon beinahe ein wenig russisch. Geschaffen wurde sie jedoch vom Königlichen Hofuhrmacher Conrad Felsing, dessen Unternehmen auch die Turmuhr der Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche in Berlin stiftete.

1921 erhielten Arthur Storch und Hugo Meisel von der Aelteste Volksteder Porzellanmanufaktur in Rudolstadt den Auftrag 16 monumentale Figuren für das "Porzellan-Palais" der Leipziger Frühjahrsmesse zu schaffen. Die Ausarbeitung der zum Teil mehr als 2 Meter hohen Figuren stellte eine technische Meisterleistung dar. Neben dem Drachen von Meisel wird in der Auktion auch die Figur eines stehenden Hahns von Arthur Storch angeboten. 

Gut vertreten sind im Schloss Ahlden die sogenannten Schneeball-Vasen der Manufaktur Meissen, deren Entwurf auf Johann Joachim Kaendler zurückgeht. Von diesem stammt auch das blaue Vergissmeinnicht-Dekor zwei Prachtvasen, die mit der gleichen Technik plastischer All over-Blüten ausgeführt wurden.

Aus der Epoche des Jugendstil stammt eine bezaubernde Schale aus Meissner Porzellan. Der mystisch-martime Entwurf mit Nereide und Tritonen stammt Paul Helmig, der von 1882 bis 1925 in der Manufaktur tätig war.

"Kinder unter sich" könnte man ein bezauberndes spätimpressionistisches Gemälde des Münchener Malers Otto Dill bezeichnen. Das Werk zeigt spielende Löwen- und Tigerjunge in einem Zoogehege, die von neugierigen Kindern beobachtet werden. Dill hatte beim Tiermaler Heinrich von Zügel gelernt und erhielt wegen seines bevorzugten Motivs den Namen "Löwen-Dill".

Die (unerwartete) Verlobung des österreichern Kaisers Franz Joseph mit seiner Cousine Elisabeth im Jahr 1853 rief zahlreiche Künstler auf den Plan, die die 15-jährige Braut als Motiv wählten. Dem kaiserlichen Bräutigam gefiel besonders die Büste Johann Halbigs, die Müller für das vorliegende Gemälde aufgegriffen und mit Symbolen für Liebe, Treue und natürlich Reinheit ergänzt hat.

Von 1890-93 hielt sich Rodin-Schülerin Camille Claudel auf Schloss Azay-le-Rideau auf, einem der berühmten Schlösser an der Loire. Dort fertigte sie zahlreiche Studien an, unter anderem von der Enkelin der Schlossbesitzer, die sie später ausarbeitete. Der vorliegende hervorragende Abguss ist posthum ausgeführt worden und stammt aus einer kleinen Auflage von nur acht Exemplaren aus dem Jahr 1984.

Von Wilfried Moll entworfen und von der Firma Robbe & Berking ausgeführt wurde dieser 6-flammige Tafelleuchter aus Silber. Die Zusammenarbeit des in Kopenhagen und Nürnberg ausgebildeten Moll und der Silbermanufaktur aus Flensburg besteht bereits seit den 1980er Jahren. Der Leuchter stammt aus dem Jahr 2006 und wiegt mehr als 2,5 kg.

Auf extravagante Stücke darf man sich in der Kategorie Schmuck freuen. Bei einem dieser Stücke handelt es sich um einen Armreif mit graviertem natürlichen Ceylon-Saphir. Des weiteren kommt eine außergewöhnliche Geldbörse mit Rubin- und Diamantbesatz im Stil des Art déco zum Aufruf.

Aus jener Epoche stammt auch eine bedeutende Saloneinrichtung, die Professor Ludwig Vierthaler 1920-22 für die Villa des Gründers und Generaldirektors der Girozentrale in Hannover, Richard Schöne, entworfen hatte. Das Ensemble aus Obst- und Eichenholz zieren zahlreiche Reliefs im typischen Stil der Zeit. Die Saloneinrichtung umfasst insgesamt 25 Teile: Einen ausziehbaren Esstisch, einen Vitrinenschrank, ein Buffet, eine Anrichte, drei Lampen und ein Deckenleuchter sowie mehrere Stühle.

Gunter Sachs arbeitete seit 1972 professionell als Fotograf, u.a. für die Vogue, dessen Werke auf zahlreichen internationalen Ausstellungen gezeigt wurden. Zu seinen Hauptgenres zählte die Aktfotografie, der er durch Spiegelungen oder Reihungen einen surrealistischen Anstrich gab. Ein hervorragendes Beispiel kommt in der Auktion zum Aufruf.

Die Versteigerungen beginnen an allen drei Auktionstagen um 11 Uhr. Eine Vorbesichtigung aller Objekte kann noch bis zum 30. August im Kunstauktionshaus Schloss Ahlden vorgenommen werden.

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