Mit insgesamt 82 Losen ist die Porzellan-Offerte die umfangreichste der 154. Auktion des Auktionshauses Rütten, die am 21. Juli in München stattfindet.

Zu den Highlights dieser Sparte zählen zwei Meissner Service, von denen eines das berühmte blaue Zwiebelmuster aufweist. Bei dem anderen handelt es sich um ein Kobalt-Prunkkaffeeservice für 6 Personen, das auf einen Entwurf von Ernst August Leuteritz aus dem 19. Jahrhundert zurückgeht.

Ganz besondere Raritäten sind jedoch im Bereich des figürlichen Porzellans zu finden. Hier kommen gleich zwei Figuren aus der berühmten Commedia dell'arte-Reihe zum Aufruf, die Franz Anton Bustelli Mitte des 18. Jahrhunderts für die Manufaktur Nymphenburg entworfen hatte. In der Auktion kommen zwei qualitativ hochwertige Ausformungen des 20. Jahrhunderts zum Aufruf.

Es handelt sich um die beiden Gegenstücke Donna Martina sowie den Dottore. Die Figur der Donna Martina, die eine korbumflochtene Flasche im Arm hält, verfügt über die reichste und teuerste Farbstaffage, die bislang bekannt ist.

Eine weitere Rarität ist die Figurengruppe Salomé, die auf eine Jugendstil-Bronze des österreichischen Bildhauers Anton Grath zurückgeht. Die von der Manufaktur Fraureuth in den 1920er Jahren ausgeführte Version aus Porzellan ist nur sehr selten zu finden.

Dekoriert mit Blüten und Putti verbreiten ein Standspiegel und eine Kommodenuhr einen Hauch von Rokokoleichtigkeit. Die Uhr der spanischen Manufaktur Llardo zeigt vollplastisch gearbeitete Putti über dem als Weltkugel gearbeiteten Uhrengehäuse. Der Spiegel präsentiert sich eher wie eine Mischung aus Rokoko und Jugendstil, bei der Rocaille-Verzierungen des 18. Jahrhunderts auf verschlankte Putti des frühen 20. Jahrhunderts treffen.

Natürlich hat die Auktion mit insgesamt 320 Losen auch jenseits des Porzellans Schönes und Interessantes in Kategorien wie Gemälde, Zeichnungen, Spielzeug, Ikonen, Uhren und Schmuck zu bieten.

Unter den Silberobjekten besticht eine figürliche Saliere, die einen Böttcher (Fassmacher) bei der Arbeit darstellt. Ergänzt wird das hübsche Stück durch einen passenden Gewürzlöffel. Au mehr als reines Silber setzte der Schöpfer einer Deckeldose mit vierfach geschwungenem Korpus. Die Verzierung besteht hier aus filigraner Netztechnik, roten Karneolperlen, Teilvergoldung und einem mit polychromer Emaille betontem Blütenmuster.

Aus der berühmten Glasmanufaktur des Johann Loetz Witwe im böhmischen Klostermühle hat eine mit wellenförmiger Randlippe versehene Schale aus der Epoche des Jugendstils den Weg in die Auktion gefunden. Ausgeführt wurde das schöne Stück in der damals hochmodernen Perlmuttoptik.

Unter den Möbeln der Auktion ist vor allem ein Aufsatz-Schreibsekretär aus dem 19. Jahrhundert zu nennen, der den sogenannten Aachener-Lütticher-Stil des vorangegangenen Jahrhunderts aufgreift. Bei dem im Spätbarock und Rokoko im Raum Aachen-Lüttich entstanden Stil war das verwendete Holz, in der Regel Eichenholz, der eigentliche "Star" eines Möbelstücks. Geschnitztes Dekor und Beschläge wurden nur sparsam eingesetzt, auf Farbe oder Lackierungen wurde gänzlich verzichtet.

Die 154. Auktion im Auktionshaus Rütten findet am 21. Juli um 13 Uhr in der Nymphenburger Straße 133 in München statt. Dort können auch vom 16.-19. Juli alle Lose der Versteigerung vorab besichtigt werden.

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