Die Ursprünge des Diadems reichen bis in die Antike zurück. Bei den Griechen war ein Diadem zunächst eine einfache Stirnbinde aus Stoff, die vor allem von den Siegern der Olympischen Spiele getragen wurde (das griechische Wort diadema bedeutet im Übrigen auch "Stirnbinde"). Unter den hellenistischen Herrschern des Mittelmeerraumes (336-30 v. Chr.) wurde die Stirnbinde zum Zeichen ihrer Königswürde. Eine weitere Entwicklung war der Lorbeerkranz, mit dem bekanntermaßen siegreiche Feldherren geschmückt wurden und der auch von den römischen Kaisern getragen wurde.

Diademe als Herrschaftssymbol waren bis in die Spätantike üblich. Aus ihnen entwickelten sich die Kronen, die man noch heute mit der Königswürde verbindet.

Nachdem auch bereits die Damen der römischen Upper Class mit Diademen ihr Haar geschmückt hatten, kam es als ultimatives Schmuckstück für die Frau im frühesten 19. Jahrhundert wieder auf, als vom französischen Kaiserhof aus der antike Empire-Stil seinen Siegeszug antrat. Napoleon Bonaparte liebte es, seiner Gemahlin Joséphine de Beauharnais mit prachtvollem Schmuck auszustatten. Und oftmals eben auch mit einem Diadem.

Kaiserin Joséphine de Beauharnais (1763-1814), Portrait von François Gérard Abb. via wikipedia.de Kaiserin Joséphine de Beauharnais (1763-1814), Portrait von François Gérard
Abb. via wikipedia.de

Diademe waren von nun an aus dem Schmuckrepertoire adliger Damen nicht mehr wegzudenken und komplettierten Ball- und Staatsroben.

 

Kaiserin Elisabeth von Österreich (1837-1898) mit ihrem Rubinschmuck, Portrait anlässlich ihrer Silbernen Hochzeit am 24. April 1879 Abb. via sissi.de Kaiserin Elisabeth von Österreich (1837-1898) mit ihrem Rubinschmuck, Portrait anlässlich ihrer Silberhochzeit am 24. April 1879
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Änderte sich durch die Jahrzehnte hindurch auch die Trageweise, blieben Diademe dennoch ein Statussymbol.

Herzogin Elisabeth Gabriele in Bayern, Königin der Belgier (1876-1965) Abb. via wikipedia.de Herzogin Elisabeth Gabriele in Bayern, Königin der Belgier (1876-1965)
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In den Roaring Twenties wurden sie zudem ein beliebtes Modeaccessoire, das es auch in günstigeren Varianten als eine Art Stirnband gab, womit sich der Kreis zu den Ursprüngen des Diadems als Stirnbinde im antiken Griechenland wieder schließt. Heute erleben die Stirnbänder bedingt durch Film- und Fernsehproduktionen hin und wieder ein Revival.

Carey Mulligan in "The Great Gatsby" (2013) Abb. via thegloss.com Carey Mulligan in "The Great Gatsby" (2013)
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Das klassische Diadem des 19. Jahrhunderts wird aber immer noch gerne getragen: Von Bräuten am schönsten Tag ihres Lebens, kleinen Mädchen, die an ihrem Geburtstag gerne einmal Prinzessin spielen möchten und natürlich auch von echten Prinzessinnen und anderen Damen königlichen Geblüts.

Diana, Princess of Wales (1961-1997) trägt die 1914 gefertigte "Cambridge Lover's Knot Tiara" Abb. via fanfiktion.de Diana, Princess of Wales (1961-1997) trägt die 1914 gefertigte "Cambridge Lover's Knot Tiara"
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Kronprinzessin und Victoria von Schweden und Prinz Daniel an ihrem Hochzeitstag, dem 19. Juni 2010 Abb. via daserste.ndr.de Kronprinzessin und Victoria von Schweden und Prinz Daniel an ihrem Hochzeitstag, dem 19. Juni 2010
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Das Familienerbstück, das Kronprinzessin Victoria von Schweden, so wie auch schon ihre Mutter, anlässlich ihrer Hochzeit trug, soll ursprünglich auch für Kaiserin Joséphine angefertigt worden sein. Durch ihre gleichnamige Enkelin, die 1823 den schwedischen Thronfolger und späteren König Oscar Bernadotte heiratete, gelangte das prachtvolle, mit Gemmen verzierte Stück in den hohen Norden.

Joséphine von Leuchtenberg, Königin von Schweden (1807-1876) Abb. via wikipedia.de Joséphine von Leuchtenberg, Königin von Schweden (1807-1876)
Abb. via wikipedia.de

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