Das Wort "Diamant" leitet sich vom altgriechischen Wort für "unbezwingbar" ab. Und das trifft es auch ganz gut, denn Diamanten gelten als das härteste natürliche Material.

Will Mutter Erde einen Diamanten von gewisser Größe ausbrüten, müssen diverse Bedingungen erfüllt werden: Bei den Muttergesteinen im Erdmantel muss es sich um Peridotit, Eklogit, Lamproit oder Kimberlit handeln, die dort in einer Tiefe von 150 bis 660 Kilometern bei Temperaturen zwischen 1200 und 1400°C einen hohen Druck auf Kohlenstoffatome ausüben. Wie Isotopenanalysen sind Diamanten mindestens mehrere 100 Millionen Jahre alt. Der älteste untersuchte Diamant ist stolze 4,25 Jahre alt. Hat sich ein Diamant gebildet, dauert sein Transport in die obere Erdschicht oft nur wenige Stunden.

Der Aufbau eines fertigen Diamanten besteht aus kubisch kristallisiertem Kohlenstoff. Seine Farbe ist meist transparent-weiß, jedoch kann es durch Verunreinigungen oder Defekte im Kristallgitter auch zu anderen Färbungen kommen. Diese Steine in Gelb, Orange, Braun, Rot, Rosa, Grün, Blau oder Schwarz werden als Fancy Diamanten bezeichnet und erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.

Die ersten Diamanten wurden im 4. Jahrtausend v. Chr. in Indien abgebaut. Der südasiatische Subkontinent blieb lange Zeit der einzige Fundort für Diamanten. Erst im 7. Jahrhundert folgten Funde auf Borneo. Da sich Diamanten ab dem 13. Jahrhundert, als man erkannte, dass man sie schleifen konnte, zunehmender Beliebtheit in Europa erfreuten, waren die bekannten Vorkommen in Asien bald ziemlich erschöpft. Portugiesen entdeckten im 18. Jahrhundert neue Quellen in Brasilien. Wichtigere Gebiete wurden jedoch bald Australien (erster Fund 1851) und vor allem Südafrika (1867). Im frühen 20. Jahrhundert kamen noch weitere Regionen in Afrika dazu.

Diamanten sehen von Natur aus eher unspektakulär aus. Erst der richtige Schliff bringt ihnen das nötige Feuer. Mit der Zeit wurden verschiedene Schliffarten entwickelt, da jeder Diamant einzigartig ist und einer unterschiedlichen Bearbeitung bedarf. Größere Steine müssen sogar zunächst in kleinere aufgespalten werden. Diese verantwortungsvolle Aufgabe, die maßgeblich über den Wert eines Diamanten entscheidet, über nehmen nur erfahrene Diamantschleifer.

Verschiedene Diamantschliffe Verschiedene Diamantschliffe

Eine der ältesten Schliffvarianten ist der Rosen-Schliff, der bereits im 14. Jahrhundert entstand. Er wurde später auch als "Antwerpener Rose" bezeichnet. Antwerpen war und ist das bedeutendste Zentrum für Diamantenhandel weltweit. Im 18. Jahrhundert beauftragte König Louis XV. von Frankreich seinen Hofjuwelier damit, einen Diamantschliff zu erfinden, der an den Mund seiner damaligen Maitresse Madame de Pompadour erinnern sollte. Das Ergebnis war der Marquise-Schliff. Der heute beliebteste Schliff ist der runde Brillant. Er wurde erst 1910 erfunden und ging aus dem Altschliff des 19. Jahrhunderts hervor.

François Boucher - Jeanne-Antoinette Poisson Marquise de Pompadour, 1758 François Boucher - Jeanne-Antoinette Poisson Marquise de Pompadour, 1758

Der größte natürliche Diamant war der sogenannte Cullinan, der 1905 in einer Mine in Südafrika abgebaut wurde. Der Edelstein wog stolze 3106,75 Karat, was 621,35 Gramm entspricht. Der Cullinan wurde in Amsterdam in 105 Steine gespalten. Die neun größten davon gehören heute zu den britischen Kronjuwelen.

Die neun größten Teile des Cullinans nach seiner Spaltung Die neun größten Teile des Cullinans nach seiner Spaltung

Der größte Diamantenhändler weltweit ist das 1888 in Südafrika gegründete Unternehmen De Beers. Dieses bewirbt seine Erzeugnisse seit den 1940er Jahren mit dem Slogan "Ein Diamant ist unvergänglich". Das ist so jedoch nicht ganz richtig. Denn tatsächlich oxidiert ein Diamant bei 720°C zu gasförmigem Kohlenstoff. Die Reaktion erfolgt schneller, wenn sich der Diamant in einer Umgebung aus reinem Sauerstoff befindet.

Der vorgestellte Diamantschmuck wird am 31. August im Wiener Auktionshaus Dorotheum versteigert. Die Auktion mit erlesenem Schmuck beginnt um 14 Uhr im Palais Dorotheum. Besichtigt werden können die Objekte dort noch bis zum 30. des Monats.

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