Dieser Anhänger mit barocker Perle aus dem Besitz Marie Antoinettes wird im November bei Sotheby's Genève versteigert. Schätzwert: 1 - 2 Millionen USD Dieser Anhänger mit barocker Perle aus dem Besitz Marie Antoinettes wird im November bei Sotheby's Genève versteigert. Schätzwert: 1 - 2 Millionen USD

Der Name Marie Antoinette ist untrennbar verbunden mit Luxus und Dekadenz. Fälschlicherweise in den Mund gelegt wurde ihr der Satz "Sollen sie doch Kuchen essen, wenn sie kein Brot haben". Tatsächlich äußerte sie sich anderweitig: "Ich habe solche Angst, mich zu langweilen!" Ein verhängnisvolles Bekenntnis.

Die österreichische Erzherzogin, Tochter der Kaiserin Maria Theresia, war mit vierzehn Jahren verheiratet und mit 18 Jahren Königin von Frankreich geworden. Gefangen in einer in jeder Hinsicht unbefriedigenden Ehe, in der der erste Nachwuchs mehr als acht Jahre auf sich warten ließ, mit einer mächtigen Mutter im Nacken, die von ihr eine Einflussnahme auf die französische Politik forderte (was jedoch weder in Marie Antoinettes Naturell noch der tatsächlichen Position einer Königin von Frankreich entsprach), sehnte sich die junge Königin danach, die starre Etikette des Hofes von Versailles abzuschütteln und sich vor allem abzulenken.

Die junge Königin Marie Antoinette liebte prachtvolle Kleider und wertvollen Schmuck. Portrait von Jean-Baptiste Gautier-Dagoty (1775) Die junge Königin Marie Antoinette liebte prachtvolle Kleider und wertvollen Schmuck. Portrait von Jean-Baptiste Gautier-Dagoty (1775)

Dies gelang ihr am bestem mit der Gesellschaft von jungen, lustigen Aristokraten (die allerdings hauptsächlich ihr eigenes Wohl im Sinn hatten), Nächten auf Maskenbällen und an Spieltischen und natürlich durch den Erwerb von immer neuen Kleidern und jeder Menge Schmuck.

Marie Antoinettes Faible für schöne Pretiosen war allgemein bekannt und wurde ihr, wie alles andere auch, öffentlich zur Last gelegt. Und es sollte ihr zum Verhängnis werden, als eine Bande von Betrügern sich die Vorliebe der Königin sowie die Dummheit eines der höchsten Geistlichen Frankreichs, Kardinal de Rohan, zu Nutze machte und den Coup des Jahrhunderts landete, der als "Die Halsbandaffaire" in die Geschichte einging.

Kardinal de Rohan wollte gerne Marie Antoinettes Freund sein, hatte bei ihr, nachdem er als Botschafter in Wien Maria Theresia mit einem seiner Position unwürdigen Verhalten sauer aufgestoßen war, jedoch kein Stein im Brett. Eine angebliche Vertraute Marie Antoinettes schlug ihm vor, ein überaus kostbares Collier im Namen der Königin zu erwerben, das diese gerne besitzen würde, jedoch jemanden bräuchte, der ihr das Geld erst einmal vorstrecke. Der Kardinal biss an, die Diebesbande kam in den Besitz des Colliers und verscherbelte die Diamanten einzeln im Ausland.

Nachbildung des Colliers, das Marie Antoinette zum Verhängnis wurde. Tatsächlich hatte sie selbst den Kauf des Geschmeides als zu teuer abgelehnt. Nachbildung des Colliers, das Marie Antoinette zum Verhängnis wurde. Tatsächlich hatte sie selbst den Kauf des Geschmeides als zu teuer abgelehnt.

Die ganze Geschichte flog 1785 auf und die Diebe wurden verurteilt, der Kardinal de Rohan jedoch freigesprochen. Marie Antoinettes ohnehin durch ihre Verschwendungssucht angeknackste Ruf war nachhaltig zerstört und konnte, wie die vier Jahre später beginnende Französische Revolution zeigt, auch nicht wieder hergestellt werden.

Nach der Halsbandaffaire gab sich die Königin bescheidener. Marie Antoinette als Erato von Ludwig Guttenbrunn (1788) Nach der Halsbandaffaire gab sich die Königin bescheidener. Marie Antoinette als Erato von Ludwig Guttenbrunn (1788)

Teile ihrer Schmucksammlung ließ Marie Antoinette 1791 von ihrer treuen Kammerfrau Madame Campan ins Ausland bringen, in der Hoffnung, die Stücke eines Tages wiederzusehen - was bekanntlich nicht geschah. Die Pretiosen gelangten stattdessen auf einigen Umwegen in den Besitz der Herzöge von Parma.

Zeugnisse von Marie Antoinettes Liebe zum Schmuck werden am 12. November 2018 bei Sotheby's in Genf versteigert. Bei der einzigartigen Auktion kommen Schmuckstücke aus der Sammlung der Familie von Bourbon-Parma zum Aufruf, deren Verwandtschaft bis in die Königshäuser von Spanien und Frankreich sowie das österreichische Kaiserhaus reicht.

Fand für 100.000 GBP einen neuen Besitzer: Eine Vase aus dem Besitz Marie Antoinettes | Foto: Sotheby's Fand für 100.000 GBP einen neuen Besitzer: Eine Vase aus dem Besitz Marie Antoinettes | Foto: Sotheby's

Ein weiteres Stück aus dem ehemaligen Besitz Marie Antoinettes wurde am 4. Juli von Sotheby's in London versteigert. Die Vase mit der Darstellung von römischen Ruinen war 1773 von Nicolas Schradre für die Porzellanmanufaktur in Sèvres bemalt worden. Ein Jahr später wurde sie von der frischgebackenen französischen Königin gekauft, vermutlich für das Schlösschen Petit Trianon, das sie soeben von ihrem Ehemann, König Ludwig XVI., geschenkt bekommen hatte.

Das Petit Trianon im Park von Versailles war Marie Antoinettes liebster Rückzugsort | Foto via chateauversailles.fr Das Petit Trianon im Park von Versailles war Marie Antoinettes liebster Rückzugsort | Foto via chateauversailles.fr

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