Bei Majolica handelt es sich um eine bunt bemalte, zinnglasierte Keramik, die ihre Glanzzeit in Italien vom 15. bis 17. Jahrhundert erlebte. Der Ursprung dieser Warenart liegt im maurischen Spanien des 13. Jahrhunderts. Die dort gefertigte Lüsterkeramik gelangte über Mallorca (daher der Name "Majolica") nach Italien. Dort wurde um 1400 mit einer eigenen Produktion begonnen.

Wichtige Produktionsstätten der Majolica waren Faenza, Deruta oder Casteldurante und Urbino, wo um 1520 der Istoriati-Stil aufkam und es zu reicher Ausprägung brachte. Hierbei werden auf den Waren biblische, mythologische oder geschichtliche Szenen dargestellt.

Am Ende des 17. Jahrhundets war die traditionelle Majolica-Herstellung fast überall zum Erliegen gekommen. Statt auf eigene Kreativität und Traditionen setzte man nun auf das Nachahmen anderer Fabrikate, wie die zu jener Zeit beliebte blauweiße Delfter Fayence.

Ein bedeutender Einschnitt für die Majolica-Produktion war die Entdeckung der "Porzellan-Formel" in Dresden im frühen 18. Jahrhundert. Majolica wurde jetzt nur noch in den Abruzzen und in Neapel hergestellt. Das Dekor entsprach jetzt dem neuen Zeitgeschmack, wodurch sie sich von den Erzeugnissen ihrer Blütezeit deutlich unterscheidet.

Gegen Ende des 19. Jahrunderts erlebte die Majolica-Produktion in vielen Gegenden Europas einen neuen Aufschwung. Der Begriff Majolica wurde dabei jedoch nicht mehr nur streng für zinnglasierte Keramik verwendet, sondern allgemein für farbig glasierte Waren benutzt.

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