Wenn das Auktionshaus Stahl am 13. April zu seiner großen Frühjahrsauktion in Hamburg bittet, kommen 745 Lose in vier Hauptkategorien zum Aufruf. Alte Kunst hat Werke früher Meister und von Marinemalern im Angebot, Moderne Kunst begeistert mit Arbeiten des 20. und 21. Jahrhunderts und Fotografie sowie der Sammlung des italienischen Kunstfreundes Emilio Gargioni. Auch in der Rubik Kunstgewerbe gibt es eine Sammlung zu entdecken, die in diesem Fall höfische Zeitanzeiger umfasst. Außerdem dabei: Skulpturen, Möbel, Porzellan und Silber. Den Abschluss bilden Schmuck, Armbanduhren und modische Accessoires.

Unter den Letztgenannten sind vor allem zwei einzigartige Birkin Bags von Hermès zu nennen. Die ohnehin schon begehrten Taschen wurden durch Handbemalungen des Londoner Künstlers Rocky Mazzilli sowie der französischen Künstlerin Nanou Herman jeweils in ein Unikat verwandelt.

Aus dem Hause Louis Vuitton kommen mehrere Taschen zum Aufruf, die in Zusammenarbeit mit Künstler Jeff Koons entstanden sind, sowie eine Keepall 50 Fifa World Cup Russia 2018. Ein Paar weißer Damen-Sneaker der kürzlich verstorbenen Modeikone Karl Lagerfeld dürfte viele Bieter begeistern.

Links: Louis Vuitton, Keepall 50 'Fifa World Cup Russia 2018' Rechts: Karl Lagerfeld, Damen-Sneaker 'We Love Karl', Gr. 39 | Fotos: Stahl Links: Louis Vuitton, Keepall 50 'Fifa World Cup Russia 2018' Rechts: Karl Lagerfeld, Damen-Sneaker 'We Love Karl', Gr. 39 | Fotos: Stahl

Die Schmuckofferte besticht mit einer schönen Auswahl an hochkarätig besetztem Diamantschmuck. Nur eines von vielen Highlights ist hier eine Jugendstil-Brosche aus Platin, die mit mehr als 145 Altschliff-Diamanten von zusammen etwa 12 - 13 ct besetzt ist.

Links: Lepaute, Große 'Cercle Tournant' mit den Drei Grazien, Paris um 1900 Rechts: Jugendstil-Brosche aus Platin mit Diamanten, um 1900 | Fotos: Stahl Links: Lepaute, Große 'Cercle Tournant' mit den Drei Grazien, Paris um 1900 Rechts: Jugendstil-Brosche aus Platin mit Diamanten, um 1900 | Fotos: Stahl

Aus der gleichen Epoche stammt eine große Cercle Tournant-Uhr mit den Drei Grazien der seit 1740 in Paris ansässigen Uhrmacherdynastie Lepaute.

Rar gesät auf dem Auktionsmarkt sind Stücke des Art déco-Designers Jean-Michel Frank. In der Auktion von Stahl kommen jedoch gleich drei von ihnen zum Aufruf: Ein Schreibtisch, ein Stuhl und ein Paravent, die zwischen 1925 und 1935 in Franks Geburtsstadt Paris ausgeführt wurden.

Die Kunstofferte bietet Werke von der Renaissance bis heute. Neben einer großen Anzahl barocker Stillleben sind unter den Alten Meistern auch höfische Portraits zu finden, darunter die beiden Gegenstücke, die ein englischer Porträtmaler um 1640 von den beiden ältesten Kindern König Charles I. angefertigt hat.

Die Kinderportraits, die den späteren König Charles II. und die Princess Royal Mary, die mit Wilhelm II. von Oranien verheiratet wurde, zeigen, gehen auf ein Gruppenbild des englischen Hofmalers Anthonys van Dyck zurück, das allerdings auch den drittältesten Königsspross James, später ebenfalls König von England, darstellt.

Anthonys van Dyck, Die drei ältesten Kinder Charles' I. mit zwei King Charles Spaniel, 1635/36, Queen's Gallery, Windsor Castle | Foto: Royal Collection Trust Anthonys van Dyck, Die drei ältesten Kinder Charles' I. mit zwei King Charles Spaniel, 1635/36, Queen's Gallery, Windsor Castle | Foto: Royal Collection Trust

Ein Fall von "akutem Hochverrat" hielt 1903 Maler Michael Zeno Diemer in einer Gouache fest: Zieleinlauf der Schoneryacht ‚Hamburg‘ bei der Kieler Woche zeigt die Segelyacht der Hamburger Kaufleute, die sich den ersten Platz des Segelrennens während der Kieler Woche im Jahr 1903 sicher, statt wie sonst üblich der Yacht Kaiser Wilhelms II. den Vortritt zu lassen. Diemer war selbst Mitglied des Kaiserlichen Yachtklubs in Kiel.

Ebenfalls zum Aufruf kommen vier Arbeiten - drei Gemälde und eine Zeichnung - des schweizerischen Künstlers Johann Bossard. Bossard, der hauptsächlich als Bildhauer tätig war, ging 1908 nach Hamburg, um einem Lehrauftrag an der dortigen Kunstgewerbeschule nachzukommen. An vielen öffentlichen Gebäuden der Hansestatt sind auch heute noch Arbeiten Bossards zu finden, z.B. das Zifferblatt der Uhr an der Hamburger Börse.

Ab 1912 begann Bossard mit dem Bau seines Atelierhauses in Lüllau in der Lüneburger Heide. 1926 kam der "Kunsttempel" hinzu. Beide Gebäude wurden von Bossard und seiner Frau Jutta Krull aufwändig gestaltet und dekoriert und bilden heute die Kunststätte Bossard, die für Besucher zugänglich ist.

Blick in den 1930-35 gestalteten 'Eddasaal' der Kunststätte Bossard | Foto: Jürgen Müller via bossard.de Blick in den 1930-35 gestalteten 'Eddasaal' der Kunststätte Bossard | Foto: Jürgen Müller via bossard.de

Die Frühjahrsauktion im Auktionshaus Stahl findet am 13. April ab 11 Uhr im Graumannsweg 54 in Hamburg statt. Vom 6.-12. April kann dort ie Ausstellung zur Auktion besucht werden.

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