Vor einiger Zeit erlangte ein kleines Gemälde weltweite Aufmerksamkeit, als es mit einem Schätzpreis von 500-800 USD in Bloomfield, New York versteigert werden sollte.

Alles begann, als der Besitzer des kleinen Auktionshaus zuhause im Keller eines Einsenders war und in altem Porzellan rumwühlte, als er gefragt wurde, ob er auch ein kleines, staubiges Gemälde verkaufen könnte.

Die Gebote begannen bei 250 USD. Zwei Bieter, die das Gemälde online entdeckt hatten und die dachten, dass sie mehr wüssten als ihre Mitstreiter, trieben den Preis auf 870.000 USD hoch. Tausendmal höher als es der Schätzpreis gewesen war.

Das Gemälde wurde am 22. September bei Nye & Company Auctions katalogisiert als „Dreifaches Portrait einer Dame, Europäische Schule, 18. Jh., Öl/Lwd., unsigniert“.

Es war so etwas wie ein Glücksspiel, als die Kunsthändler Talabardon & Gautier ihre Konservatoren veranlassten, den Schmutz abzuwaschen und den vergilbten Firnis zu lösen, wodurch die Signatur RHF sichtbar wurde.

Nach einer Sorgfältigen Untersuchung stellte sich heraus, dass es sich um da erste bekannte, mit einer Signatur versehene Gemälde eines der weltweit bekanntesten Künstler aller Zeiten handelte – Rembrandt van Rijn.

Die vorliegende Arbeit, die den Geruchsinn darstellt, wurde kurz vor ihrer Ausstellung im Leidener Museum verkauft.

Im 17. Jahrhundert wurde es als Gemälde von Rembrandt dokumentiert. Später wurde seine Echtheit jedoch angezweifelt und es geriet in Vergessenheit. Im Laufe des 17. Jahrhunderts hatte Rembrandt einige Veränderungen an dem Gemälde vorgenommen, damit es besser dem zeitgenössischen Ideal entsprach. Das Gemälde wurde vergrößert, ein „Rahmen“ geschaffen, der, um wie das Original auszusehen, bemalt wurde. Hinzu kamen Hintergrundfiguren, die eine klassische Personengruppe komplettieren sollten, was mehr dem damaligen Zeitgeschmack entsprach.

Kunsthändler haben entschieden, die ursprüngliche „Erweiterung“ beizubehalten, es aber in einem Rahmen zu zeigen, der dem entspricht, als es entdeckt und nachdem es restauriert worden war.

Eine sensationelle Geschichte, die ihren Anfang auch auf Barnebys hätte nehmen können, und die zeigt, wie enorm Kunst- und Antiquitätenhändler dazu beitragen, die Kunstgeschichte dieser Welt immer weiter zu vervollständigen. Und es beweist, wie wichtig das nötige Wissen in der Kunstindustrie ist.

Angefangen mit dem kleinen Startpreis von 250 USD auf einer kleinen Auktion in New York, wurde das Gemälde kurz vor Beginn der TEFAF für mehr als 3.000.000 EUR an das Leidener Museum verkauft.

Bis heute wurden vier der fünf Gemälde aus Rembrandts Sinne-Serie gefunden. Das bedeutet, dass jenes Fünfte, das den Geschmacksinn symbolisiert, noch fehlt. Wer weiß – vielleicht taucht es plötzlich auf Barnebys auf.

Halten Sie Augen und Ohren offen!

Die TEFAF Maastricht findet in diesem Jahr vom 11. bis 20. März statt.

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