ABRAHAM VAN BEYEREN - Bankett-Stillleben, um 1665 ABRAHAM VAN BEYEREN - Bankett-Stillleben, um 1665

Silber gehört zu einer gehobenen Tafel wie feines Porzellan oder ein guter Wein. Das dies auch schon im Zeitalter des Barock der Fall war, beweisen die vielen Stillleben, die vor allem von niederländischen Meistern gemalt wurden. Neben teuren und exotischen Speisen zeigen die Werke auch Gefäße unterschiedlichster Art aus Keramik, Glas, Zinn oder eben Silber, das auch gern vergoldet sein durfte.

Die kostspieligen Speisen und Gefäße spiegelten den Reichtum der Niederlande wieder, deren Häfen täglich von Schiffen angelaufen wurden, die exotische Waren aus aller Welt mitbrachten.

Ein Gefäß, das kostbare Materialien und eine exotische Frucht gleichermaßen repräsentierte, war der Ananaspokal. Die Ananas war damals besonders schwer zu bekommen, da ihr eine nur geringe Haltbarkeit zu eigen ist. Daher erwies sich ein erfolgreicher Schiffstransport von ihren Anbaugebieten nach Europa als äußert schwierig. Abhilfe schaffte da im 16. und 17. Jahrhundert der Ananaspokal, der am Ende des 19. Jahrhunderts eine Renaissance erlebte.

Links: Stillleben von Maria van Oosterwijck (1630-1693) Abb. via Pinterest Rechts: Antiquitätenstillleben von Max Schödl, 1912 Abb. via Arten Links: Stillleben von Maria van Oosterwijck (1630-1693)
Abb. via Pinterest
Rechts: Antiquitätenstillleben von Max Schödl, 1912
Abb. via Artnet

Silber und Gold kamen als Becher, Teller, Tablett oder als prunkvoller Tafelaufsatz auf die Tische, wie man ihn beispielsweise in der Silberkammer der Wiener Hofburg bewundern kann. Der Klassiker, der bis heute noch vielfach Verwendung findet, ist das Silberbesteck.

Am prunkvollsten liebte es aber König Ludwig XIV. von Frankreich, der für sein Schloss in Versailles Mobiliar aus massivem Silber anfertigen ließ, darunter einen Thron von 2,60 Metern Höhe. Um seine Kriege finanzieren zu können, musste der Sonnenkönig die kostbaren Möbel 1689 bereits wieder einschmelzen lassen.

Ludwig XIV. empfängt den Dogen von Genua im Spiegelsaal, 1685 Ludwig XIV. empfängt den Dogen von Genua im Spiegelsaal, 1685

Einen hervorragenden Ruf in Europa genossen die Silberschmiede aus Augsburg und Hanau. Ein Unternehmen, das seit 1890 in Hanau ansässig ist, ist die Neresheimer Silberschmiede, die bis heute Silberwaren in aufwändiger Handarbeit herstellt.

Am Ende des 19. Jahrhunderts vollzog sich allmählich ein Wandel in der Formensprache. Während einige Silberschmiede an alten Formen und Traditionen festhielten, bedienten sich die Künstler des Jugendstils einer neuen Formensprache, die von der Natur inspiriert wurde.

Weitere schöne Objekte aus Gold oder Silber sind in der Schmuck- und Uhrenofferte der Auktion zu finden.

Die Sommerauktion im Auktionshaus Zwack findet am 8. Juli ab 13 Uhr in Gunzenhausen statt. Neben Silber, Uhren und Schmuck kommen auch Gemälde, Möbel, Asiatika, Porzellan und Historika zum Aufruf. Mit mehr als 100 Losen ist zudem die Kategorie "Teppiche" vertreten. Die Ausstellung zur Auktion ist für Interessenten geöffnet.

Entdecken Sie alle aktuellen Objekte des Auktionshauses Zwack hier bei Barnebys.

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