Von großer dekorativer Wirkung ist ein Tafelaufsatz in Form eines Segelschiffes (oder „Nef“) aus deutscher Silberwarenherstellung vom Beginn des 20. Jahrhunderts (H: 115 cm, L: 90 cm, 7080 Gramm). Der in Form von Delfinen gestaltete Stiel hält ein Schiff mit drei Masten, das unter vollen Segeln steht. Der Kiel ist mit Neptun-Szenen verziert (Los 47, Schätzpreis: 18.000-22.000 EUR). Die Nef, in Gebrauch seit dem späten Mittelalter, wurde aus Silber – manchmal Gold – in der Form eines Schiffes oder „Karacke“ nachgebaut, um den Reichtum Amphitryons zu feiern. In jüngerer Zeit wurden sie als Dekoration für üppige Tafeln verwendet. Traditionell waren die in ihnen dargereichten Speisen dem Gastgeber vorbehalten (wenn es sich dabei um einen Fürsten oder Herrscher handelte, wurde die Verwendung von einem komplizierten Protokoll begleitet).

47 Monumentaler Tafelaufsatz in Form eines Segelschiffes, Silber, 115 x 90 cm, 'NEF', Deutschland Anfang 20. Jahrhundert Schätzpreis: 18.000-20.000 EUR

Erwähnenswert ist auch ein Rechauffeur aus neapolitanischem Silber, der 1744 vom Goldschmied Manzone gefertigt wurde. Der eiförmige Körper ist mit Rillen verziert, den perforierten Deckel schmückt ein graviertes Wappen. Der bewegliche Griff ist in einer Doppelspirale geformt (Los 188, Schätzpreis: 5.000-6.000 EUR).

Silber Rechauffeur aus Silber, 20 x 25 x 15,5 cm, D. Manzone, Neapel 1744 Schätzpreis: 5.000-6.000 EUR

Mit „Legrain“ signiert ist eine französische Weihwasserflasche aus Elfenbein, die die Jungfrau mit dem Kind darstellt, deren Füße auf der ganzen Welt stehen (Los 210, Schätzpreis: 1.500-1.800 EUR).

Madonna Weihwasserflasche in Form der Mutter Gottes, geschnitztes Elfenbein, H: 16 cm, LEGRAIN, Frankreich 19. Jahrhundert Schätzpreis: 1.500-1.800 EUR

Ein Objekt einer Grand Tour ist eine Zierplatte mit einem römischen Mikromosaik aus dem 18. Jahrhundert, das das Grab der Cecilia Metella darstellt (Los 147, Schätzpreis: 20.000-25.000 EUR).

147 Micromosaik mit dem Grab der Cecilia Metella in vergoldetem Rahmen, 50,5 x 58 cm, Rom 19. Jahrhundert Schätzpreis: 20.000-25.000 EUR

In Vertretung für alle Ikonen der Auktion, möchten wir Ihnen die „Gottesmutter von Wladimir“ vorstellen. Sie wurde zwischen 1899 und 1908 vom Moskauer Goldschmied Kurlikow aus vergoldetem Silber hergestellt (Los 336, Schätzpreis: 10.000-15.000 EUR).

336 Russische Ikone der 'Gottesmutter von Wladimir', vergoldetes Silber, Emaille-Cloisonné und Perlmutt, 27,5 x 22 cm, O. Kurlikow, Moskau 1899-1908 Schätzpreis: 10.000-15.000 EUR

Und schließlich, aus dem Bereich der russischen Kunstgegenstände, präsentieren wir Ihnen ein elegantes „Carnet de bal“ (Dose für Tanzkarten) aus Silber und Emaille, welches 1890 in St. Petersburg hergestellt wurde. Die rechteckige Dose stellt Amor das, der einen Pfeil abschießt (Los 258, Schätzpreis: 400-600 EUR).

Dose Russische Dose für Tanzkarten aus vergoldetem Silber mit Cloisonné-Emaille, 6,5 x 9 cm, St. Petersburg ca. 1890 Schätzpreis: 400-600 EUR

Im Katalog der Auktion mit europäischer Keramik (17. Mai) finden wir eine vielfältige Auswahl an Werken vom 16. bis 19. Jahrhundert.

Neben den vielen Kacheln muss auch eine interessante Servierplatte erwähnt werden. Sie stammt aus den Öfen Pavias (18. Jahrhundert) und wurde von dem berühmten Maler Antonio Sirio Africa mit einer Darstellung von „Herkules und die Tugend“ verziert (Los 403, Schätzpreis: 1.900-2.200 EUR).

403 Majolika-Servierteller mit mythologischer Szene, L: 32 cm, H: 2 cm, Pavia ca. 1720 Schätzpreis: 1.900-2.200 EUR

Den Kern des Verkaufs bildet eine Privatsammlung mit feinem Glas, das fast ausschließlich im zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts in Böhmen – damals Teil der österreichisch-ungarischen Monarchie – gefertigt wurde. Das Glas dieser Periode zeugt mit seinen faszinierenden Mustern von großen künstlerischen Fähigkeiten und Techniken (beginnend bei Friedrich Egermann, der aus Sachsen stammt, in Böhmen ausgebildet wurde und von hoher Bedeutung für die Glasherstellung im 19. Jahrhundert war). Die Tassen, Becher, Flaschen und weiteren dekorativen Objekte aus Kristall sind oft in lebendigen Farben gehalten, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Mode kamen. Ihre robuste Form ist beinahe skulptural, das Material bietet sich an fürs Schnitzen und Modellieren, was häufig durch Gravuren von seltener Schönheit und Qualität ergänzt wird. Sicherlich ist ihre dekorative Wirkung der Grund für die Sammelleidenschaft, die sie in Italien und anderen Ländern auslösten.

Ein gutes Beispiel ist ein mit rotem Untergrund geschliffenes Kristallglas, das mit gravierten Symbolen und Inschriften dekoriert ist (Los 500, Schätzpreis: 550-750 EUR).

Glas Geschliffenes Kristallglas mit rubinrotem Dekor, H: 20,2 cm, D: 10 cm, Böhmen ca. 1830 Schätzpreis: 550-750 EUR

Aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts stammt ein dreiflügeliger Holzaltar, der von einem Holzschnitzer und einem Maler aus der Lombardei gefertigt wurde. In vertrauter Weise werden den Gläubigen weibliche Heilige präsentiert. Das spätgotische Stück verbindet Malerei mit Skulptur und weist Akzente der Renaissance mit Anmut und der vollen Beherrschung der Form auf (Los 760, Schätzpreis: 10.000-15.000 EUR).

760 Flügelaltar mit der thronenden Mutter Gottes, der Hl. Katharina von Alexandria und der Hl. Barbara, bemaltes Holz, 144 x 50/100 x 53 cm, Lombardei 15. Jahrhundert Schätzpreis: 10.000-15.000 EUR

Aus dem 16. Jahrhundert stammt eine Guglielmo della Porta zugeschriebene Bronzebüste des gealterten Papstes Paolo III. Farnese (ca. 1546-47). Im Capodimonte Nationalmuseum in Neapel befinden sie zwei ähnliche Portraits aus Carrara-Marmor und Alabaster (Los 837, Schätzpreis: 20.000-30.000 EUR).

837 GUGLIELMO DELLA PORTA (attr.) - Büste von Papst Paolo III. Farnese (1468? - 1549), patinierte Bronze, 39 x 20 x 13,5 cm Schätzpreis: 20.000-30.000 EUR

Intim und nachdenklich wirkt eine Madonna mit dem Kind – das Werk eines venezianischen Bildhauers des 15. Jahrhunderts -, welches sich durch seine natürliche und erhabene Renaissance auszeichnet. Obwohl diese Art der Ikonografie selten für Venezien ist, zeigen sich hier eindeutig Elemente des Lagunenumfeldes (Los 774, Schätzpreis: 15.000-18.000 EUR).

Madonna2 Skulptur der Mutter Gottes aus polychrom bemaltem und vergoldetem Holz, 71,5 x 25 x 18 cm, Venedig 15. Jahrhundert Schätzpreis: 15.000-18.000 EUR

Schließlich haben wir noch eine elegante Tischplatte, verziert mit Halbedelsteinen und Sizilianischem Stein. Als Andenken an eine Grand Tour (Bildungsrundreise junger adeliger Männer durch Europa) gibt eine Inschrift auf dem Objekt die Herkunft der Steine an. Das Stück datiert ins letzte Viertel des 18. Jahrhunderts (Los 1125, Schätzpreis: 10.000-15.000 EUR).

Tisch Tischplatte aus verschiedenen Steinen, 48 x 64 cm, letztes Viertel 18. Jahrhundert Schätzpreis: 10.000-15.000 EUR

Zu allen Objekten der Auktionen von Wannenes vom 16. und 17. Mai geht es hier.

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