Der spätere Nobelpreisträger Albert Einstein kam 1879 in Ulm im damaligen Königreich Württemberg zur Welt. Seine jüdischen Eltern waren der Unternehmer und Elektrotechnikpionier Hermann Einstein und dessen Frau Pauline Einstein geb. Koch. Als Albert ein Jahr alt war, zog die Familie Einstein nach München. Dort kam kurz darauf Alberts einziges Geschwisterkind Maja zur Welt, mit der ihn zeitlebens ein enges Verhältnis verband.

Albert Einstein und seine Schwester Maja, um 1886 Albert Einstein und seine Schwester Maja, um 1886

Im Laufe der Zeit, die die Familie Einstein in München lebte, bekam Albert ein Spielset mit Holzbauklötzen, einen sogenannten Anker-Steinbaukasten geschenkt. Laut Aussage Majas, verwendete der junge Albert Einstein die Steine, um "komplizierte Strukturen" zu bauen. Das in zwei Holzkisten aufbewahrte Set besteht aus etwa 160 Steinen in Rot, Gelb und Blau und weist altersbedingte Nutzungsspuren auf.

Der sogenannte Anker-Steinbaukasten war um 1900 ein absoluter Klassiker unter den Kinderspielzeugen. Die aus Sand, Kreide und Leinöl gepressten und genau austarierten Bauklötze kamen ohne Klebeflächen oder Noppen aus. Sie basierten vollkommen auf dem Gesetz der Statik und erfreuten sich einer langen Lebensdauer.

Die Erfinder der Bauklötze waren die Flugpioniere Otto und Gustav Lilienthal, die sich dabei wiederum auf die didaktischen Ansätze des Pädagogen Friedrich Fröbel stützen. Die Steine sollten laut Fröbes die manuellen Fähigkeiten von Kindern fördern. 1882 erwarb der Unternehmer Friedrich Adolf Richter die Rechte an den Steinen und ließ sie in seiner Fabrik im thüringischen Rudolstadt herstellen. Er erweiterte das Original-Set um Erweiterungssets, die sich allesamt problemlos miteinander kombinieren ließen. Das Markenzeichen der Firma war ab 1895 ein Anker, was zur Namensgebung des Spielsets führte.

Der Anker-Steinbaukasten wurde um 1900 an Kunden in Europa, Nordamerika und sogar Japan verkauft. Etwa 40.000 Sets verließen jährlich die Fabrikhallen in Rudolstadt. Die Firma Ad. Richter & Cie wurde Hoflieferant diverser europäischer Höfe, u.a. am Kaiserhof in Wien. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges führte langsam zum Untergang des Unternehmens. Als es 1963 endgültig schließen musste, waren etwa 5 Milliarden der bunten Bausteine verkauft worden. Im Jahr 1995 wurde die Produktion durch die Anker Steinbaukasten GmbH wieder aufgenommen.

Hat seinen kindlichen Charme nie verloren: Albert Einstein im Alter von 72 Jahren Hat seinen kindlichen Charme nie verloren: Albert Einstein im Alter von 72 Jahren

Albert Einstein war jedoch nicht der einzige Wissenschaftler, der in seiner Kindheit mit einem Anker-Steinbaukasten gespielt hat. Auch Robert Oppenheimer soll eines besessen haben, genauso wie die Arbeiteten Walter Gropius und Frank Lloyd Wright sowie der Schriftsteller Erich Kästner.

Albert Einsteins persönlicher Anker-Steinbaukasten kann zu einem Preis von 160.000 USD (ca. 136.000 EUR) bei Abebooks.com erworben werden.

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