Die Eisenbahn und ihr kleinformatiges Pendant erlebten ihre Entstehung sozusagen Schulter an Schulter. Modelleisenbahnen wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts angefertigt, um Werbung für das neue Fortbewegungsmittel zu machen. 1829 erhielt der spanische Königshof eine betriebsfähige Modelleisenbahn und 1856 bekam der König Mongkut von Siam ein Exemplar von der britischen Königin Victoria geschenkt.

Die erste Modelleisenbahn, die auf einer Fotografie abgelichtet wurde, war ebenfalls ein Geschenk. Der glückliche Beschenkte war 1859 der dreijährige Sohn des französischen Kaisers Napoléon III., Prinz Napoléon Eugène Louis Bonaparte.

Die Eisenbahn des kaiserlichen Prinzen im Park von Saint-Cloud Foto via Wikipedia Die Eisenbahn des kaiserlichen Prinzen im Park von Saint-Cloud
Foto via Wikipedia

Die Modellbahn wurde im Park der kaiserlichen Residenz Saint-Cloud bei Paris aufgebaut. Das Streckennetz war zu einer Acht geformt und verfügte über einen Viadukt und einen Bahnhof. Die Lokomotive wurde durch einen ausziehbaren Federmechanismus angetrieben. Das kaiserliche Geschenk war eine zum Spielen gedachte Modellbahn. Mit der Zeit bekamen Modellbahnen öfter einen spielerischen Charakter, sodass zwischen maßstabsgetreuen Eisenbahnmodellen und Spielzeugeisenbahnen unterschieden werden muss. Die Übergänge sind jedoch fließend.

Die Auktion von Anticomondo bietet die Gelegenheit, ganz in die Welt der Spielzeug- oder Modelleisenbahnen einzutauchen. Wer sich weniger für den Schienen- als für den Luft- oder Schiffsverkehr interessiert, ist in dieser Auktion ebenfalls gut aufgehoben.

Die 72. Spielzeug- und Reklameauktion von Anticomondo findet am 3. und 4. März in der Königstraße 108 in Bornheim statt. Zum Aufruf kommen Modellautos, Puppen, Stofftiere, Blechspielzeug, Eisenbahnen, Figuren und Reklame. Die Versteigerungen beginnen um 13 Uhr (3. März) und 9 Uhr (4. März). Alle etwa 1.600 Objekte können jeweils vor Auktionsbeginn in Augenschein genommen werden. Oder hier bei Barnebys.

Kommentar