Puppenmutter Käthe Kruse wurde 1883 als Katharina Johanna Gertrud Simon in der Nähe von Breslau geboren. Nach ihrem Schulabschluss entschied sie sich für eine Schauspielkarriere, ihr erstes Engagement bekam sie im Alter von 17 Jahren am Lessingtheater in Berlin.

Katharina verkehrte in der Künstler- und Literatenszene der Hauptstadt und lernte dort den Bühnenbildner und Bildhauer Max Kruse kennen. Eine Begegnung, die nicht ohne Folgen blieb, das Paar bekam drei uneheliche Töchter, Maria, Sophie und Johanna, bevor es 1909 "ehrbar" wurde und vor den Traualtar trat.

Käthe und Max Kruse mit ihren Kindern Foto: kaethe-kruse.de Käthe und Max Kruse mit ihren Kindern
Foto: kaethe-kruse.de

Während der zweiten Schwangerschaft zog Katharina mit der ältesten Tochter in die Toskana, während Max in Berlin zurückblieb. Zu Weihnachten wollte er jedoch seine kleine Familie besuchen und Maria bei dieser Gelegenheit einen großen Wunsch erfüllen: Eine Puppe. Max Kruse gefielen die damals verfügbaren Puppen jedoch nicht und sagte: "Ick koof euch keene Puppen. Ick find se scheißlich. Macht euch selber welche."

Katharina begann daraufhin eigene Puppen herzustellen, die weich und warm waren und "ein Kind für ein Kind" sein sollten. 1910 stellte Käthe Kruse - die Familie lebte mittlerweile wieder in Berlin - ihre ersten handgemachten Puppen auf einer Spielzeugausstellung vor, wo sie begeistert aufgenommen wurden.

Es folgten weltweite Aufträge, einer kam aus dem bekannten Kinderkaufhaus FAO Schwarz in Manhattan. Das Unternehmen wurde so erfolgreich, dass ein Umzug in größere Räumlichkeiten notwendig wurde. Neuer Standort wurde Bad Kösen an der Saale. Für Aufsehen sorgte 1925 ein Rechtsstreit mit der Spielzeugfirma Bing um die Urheberschaft der Käthe Kruse Puppen. Die Unternehmerin  gewann den Prozess, es war der erste Fall überhaupt, der die Urheberschaft für ein Spielzeug zum Thema hatte.

Käthe Kruse (rechts) und eine Mitarbeiterin dekorieren eine Schaufensterpuppe Foto: kaethe-kruse.de Käthe Kruse (rechts) und eine Mitarbeiterin dekorieren eine Schaufensterpuppe
Foto: kaethe-kruse.de

Käthe Kruse bekam zwischen 1911 und 1921 noch vier Söhne, Michael, Joachim, Friedebald und Max. Mit der Puppe "Friedebald",auch "Das Deutsche Kind" genannt, für die ihr Sohn Pate stand, brachte Käthe Kruse 1928 erstmals Puppen mit Echthaar auf den Markt. Zudem revolutionierte sie in jenem Jahr die Schaufensterdekoration, indem sie lebensgroße Puppen aufstellte.

In den Jahren des Zweiten Weltkrieges hatte die Firma mit erheblichen Einschränkungen und Materialmangel zu kämpfen. Ein persönlicher Schicksalsschlag war der Tod von Max Kruse im November 1942. Als Bad Kösen 1950 Teil der sowjetischen Besatzungszone wurde, wurde Käthe Kruse enteignet. Sie verlegte den Firmensitz ins schwäbische Donauwörth. Eine weitere Werkstatt entstand in Bad Pyrmont.

Nachdem sich Käthe Kruse zur Ruhe gesetzt hatte, übernahmen ihre Kinder die Leitung des Unternehmens. Käthe Kruse selbst erhielt 1956 das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse und starb 1968 in Murnau am Staffelsee.

Alle vorgestellten und noch weitere Puppen von Käthe Kruse werden in der Weihnachtsauktion von Alino am 8. und 9. Dezember versteigert. Zum Aufruf kommen außerdem Eisenbahnen, Modellautos, Puppenstuben, Stofftiere und vieles mehr.

Entdecken Sie den gesamten Katalog gleich hier bei Barnebys.

Kommentar