Eine der ältesten Handarbeitstraditionen, die auch heute noch tatsächlich meist in Handarbeit ausgeführt wird, ist die Kunst des Teppichknüpfens. Die ältesten Funde geknüpfter Teppiche sind rund 2500 Jahre alt und stammt aus einem skythischen Grab im Altaigebirge. Es wird jedoch vermutet, das sich der Ursprung des Teppichs in Armenien befindet. Von dort aus verbreitete er sich gemeinsam mit den Nomadenvölkern entlang des "Teppichgürtels".

Der "Teppichgürtel" erstreckt sich von Marokko über den Nahen Osten und Zentralasien bis nach China. Ob der geknüpfte Teppich tatsächlich von den Nomaden selbst erfunden wurde, ist jedoch umstritten. Eine Theorie besagt, das die Reiternomaden Florteppiche anstelle von Tierfellen zu nutzen begannen, mit dem sie sich gegen die Kälte vom Boden ihrer Zelte und Jurten schützten. Der geknüpfte Flor sei sozusagen eine Imitation der Felle. Der Vorteil von Teppichen als Möblierung reiternomadischer Unterkünfte liegt auf der Hand: Sie lassen sich zusammengerollt hervorragend transportieren.

Älter als der geknüpfte Teppich ist der flachgewebte Teppich (Kelim). Durch die Art seiner Herstellung am Webstuhl ist das Muster eines Kelims auf beiden Seiten sichtbar, sodass er im Grunde zwei dekorative Oberflächen hat.

Orientteppiche bestechen durch eine große Vielfalt an Mustern und dekorativen Elementen. Geometrische Motive sind auf ihnen ebenso zu finden, wie Ornamente, Ranken, Blumen und Tiere. Jede Region in der die Teppiche, bis heute meist in heimischer Handarbeit, hergestellt werden, hat ihre eigenen Muster, anhand derer sich ihre Herkunft ableiten lässt.

Eine einfache Faustregel für Orientteppiche ist jene, dass sie meist nach dem Ort ihrer Herkunft benannt werden. Tabriz und Heriz sind zwei Städte im Nordwesten des Iran, Senneh liegt in dessen westlicher Provinz Kurdistan. Auch Dorokhsh ist im Gebiet des ehemaligen Persien zu finden.

Auch kommt es nicht auf die Größe eines Ortes an, damit ein Teppich nach ihm benannt werden kann. Bei Pambak handelt es sich um eine kleine Gemeinde mit 100 Haushalten in Armenien, Bergama ist eine Stadt mit mehr als 100.000 Einwohnern in der Westtürkei.

Doch nicht nur Orte und Regionen bilden die Grundlage einer Teppichbezeichnung. Auch die Namen von Völkern und Stämmen wurden und werden dafür herangezogen. Der handgewebte Yomut- oder Jomudteppich ist nach dem Volk der Jomud benannt, einer der Hauptstämme in Turkmenistan.

Orientteppiche wurden bereits von griechischen und römischen Autoren erwähnt. Im Mittelalter waren es vor allem die Kreuzritter, die Teppiche aus dem Nahen Osten nach Europa brachten und damit ihre zugigen Burgen etwas wohnlicher gestalteten. Später kamen weitere Exemplare durch den immer weiter ausgebauten Orienthandel in den Westen.

Auf literarischem Weg hat es der Orientteppich als magisches Fortbewegungsmittel in das kollektive Gedächtnis geschafft. Fliegende Teppiche werden in den Erzählungen aus Tausendundeine Nacht erwähnt. Vor allem mit der Geschichte rund um Aladdin wird er heute dank eines Walt Disney-Films in Verbindung gebracht, obwohl er dort eigentlich gar nicht vorkommt. Wohl aber in der russischen Folklore. Dort kommt ein fliegender Teppich u.a. im Märchen um Iwan Zarewitsch vor.

Der Maler WIKTOR M. WASNEZOW (1848-1926) ließ sich von fliegenden Teppichen und russischen Märchen inspirieren Der Maler WIKTOR M. WASNEZOW (1848-1926) ließ sich von fliegenden Teppichen und russischen Märchen inspirieren

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