Die von Siegroth Sammlung umfasst mehrere wissenschaftliche Instrumente aus der Mitte des 16. Jahrhunderts und aus jüngerer Zeit. Sie waren teils zu Unterrichtszwecken in der Kriegsakademie benutzt worden. Der damalige Generalmajor und Generalleutnant Gustaf Adolf von Siegroth war warhscheinlich am Einkauf der Instrumente beteiligt, darunter auch der Theodolit, welcher wohl angekauft wurde, als sein Regiment in der Stadt Landau stationiert war. 1778 gründete von Siegroth die Militärakademie am königlichen Sörmlandsregiment und schenkte seine Sammlung zum Zweck der militärischen Ausbildung. Im Schenkungsbrief von 1778 steht auch, dass die Schenkung zudem auch Bücher, Zeichnungen und Pläne umfasste.

Die Sammlung wurde dann Teil der Offizierskasse des Södermanlandregiments, die ausgewählte Teile später weiterverkaufte, darunter einige Medaillen. Die Instrumente wurden allerdings aus Tradition behalten. 2005 wurde das Regiment geschlossen und die Sammlung wurde vom Verband der Offizierskameraden übernommen, die diese nun in der Auktion verkaufen.

Ein Theodolit ist ein Messinstrument mit dem horizontale und vertikale Winkel gemessen werden können. Eine kreisförmige Basis mit Kompass und eine faltbare Gradtafel mit "Alidade". Damit kann eine Position in Bezug auf die betrachtende Person bestimmt werden. Skalen, Stadtnamen und astronomische Zeichen sind auf ihm eingraviert. Die Arbeit wurde in München mit vergoldetem und versilbertem Messing von Ulrich Schniep ausgeführt. Der Theodolit stammt au seiner Zeit als die Wissenschaft sich verstärkt mit dem Feld der Astronomie auseinandersetzte.

Gegenstände wie dieser erreichen den Auktionsmarkt nur selten und eine Sammlung vom Kaliber der von Siegroth Sammlung sieht die Öffentlichkeit noch seltener. Der Theodolit ist einer der frühesten bekannten Exemplare und zudem eine herausragende Arbeit von Ulrich Schniep. Die Sammlung ist in ihrer Ausrichtung außergewöhnlich, da sie ein Stück der ausgefeiltesten Technik des 16. Jahrhunderts zusammengebracht und in unsere Zeit hinein bewahrt hat.

Der Leiter des Uppsala Auktionskammares, Magnus Bexhed, beschreibt für Barnebys den langwierigen Porzess die von Siegroth Sammlung eingeliefert zu bekommen. Zum ersten Mal war der Kontakt zur Sammlung und dem Theodoliten 2008 geknüpft worden. Der Verband der Offizierskameraden wollte die Sammlung damals noch nicht veräußern. Im Herbst 2014 wandte sich der Verband dann aber an die größten Auktionshäuser Schwedens, welche Angebote abgeben durften. Uppsala Auktionskammare machte das Rennen und darf die Sammlung nun in der internationalen Qualitätsauktion vom 9. bis 12. Juni versteigern.

Wer glauben Sie wird den Theodoliten kaufen, Herr Bexhed?

- Schwer zu sagen, schon jetzt haben wir einige kaufstarke international Sammler, die Interesse bekundet haben für sowohl den Theodoliten als auch für andere Gegenstände der Sammlung wie beispielsweise die beiden Globi. Man muss daran denken, dass es heute nur äußerst wenige vergleichbare Theodoliten auf der Welt gibt, von denen die meisten in Museumsbesitz sind. Dieser hier ist der einzige, der auf den Markt gekommen ist und es ist gut möglich, dass auch dieser in einem Museum oder in einer Institution irgendwo auf der Welt landen wird. Gleichzeitig haben wir schon früher gesehen, dass Objekte, von denen wir glaubten, ein internationaler Käufer würde sie kaufen, schlussendlich in neuen Händen hier in Schweden landeten.

Wie geht man bei der Wertschätzung eines so ausgefeilten und ungewöhnlichen Gegenstandes wie dem Theodolit vor?

- Das ist natürlich sehr schwer, bedenkt man, wie einzigartig dieser ist. Wir haben den Schätzpreis bei ... angesiedelt, aber der Markt wird natürlich entscheiden, was er wert ist.

 

Im Kontext dieser Auktion hat Uppsala Auktionskammare sehr viel Zeit auf Forschung zur Geschichte der Sammlung gelegt. Über die Ergebnisse der Forschung kann man im speziell zum Anlass der Auktion herausgegebenen Sonderkatalog lesen, in dem u.a. Greger Sundin (Doktorant an der Uppsala universitet) zusammen mit der Hilfe deutscher Experten zu Wort kommt. Auch Stina Odlinder-Haubo äußerst sich.

Die Sammlung und weitere Auktionskataloge von Uppsala Auktionskammare können Sie hier einsehen

 

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