Die besagte einzigartige Taschenuhr wurde von Du Bois et Fils hergestellt, der ältesten Uhrenfabrik der Schweiz. Als die Taschenuhr die Räume der Manufaktur um 1790 verließ, war es jedoch noch ein sehr junges Unternehmen - 1785 gründete Philippe Du Bois (1738-1808) die bis heute in Le Locle ansässige Firma.

Du Bois et Fils zählte zu den bedeutendsten Herstellern von Taschenuhren mit Automatenfunktion. Das vorliegende Exemplar aus Roségold mit Emaillezifferblatt verfügt über ein Musikwerk, zu dessen Melodie sich gleich zwei Automaten bewegen. "Der Wandersmann mit seinem tanzendem Hund" ist in seiner Ausführung weltweit einzigartig und ein exquisites Beispiel einer Automatenuhr aus der Region in und um Genf um 1800.

Bestimmt war die Uhr für den chinesischen Markt. Der dortige neue Besitzer konnte mit dem Emaillebild, das den Hintergrund zu der Automatenszene bildet, auch gleich einen Eindruck über das Aussehen der Heimat seiner Uhr gewinnen. Zusehen ist vor einer Bergkulisse eine Klosteranlage am Flussufer, wobei es sich vermutlich um das ehemalige Benediktinerkloster Beinwil im Kanton Solothurn handelt.

Bei Taschenuhren mit Zusatzfunktion steht nicht unbedingt die Zeitanzeige im Vordergrund. Das ist bei dem Automatenuhren so, aber auch bei Taschenuhren, wie der folgenden aus dem Hause Patek Philippe. Die bedeutende astronomische Uhr beeindruckt mit ihrem Ewigen Kalender, Mondphase, Schleppzeigerchronograph und Minutenrepetition, die in einem Gehäuse aus Gelbgold zusammengefügt wurden.

Die Uhr ist in erster Linie ein Investitionsobjekt, denn die hochqualitativen Uhren von Patek Philippe, wie das vorliegende Modell von ca. 1911, gewinnen fortwährend an Wert. Den besten Beweis für diese These liefert die Tatsache, dass keine andere Uhrenmarke unter den teuersten Uhren der Auktionsgeschichte so oft auftaucht wie Patek Philippe.

Mithalten kann da eigentlich nur Rolex, das erst im letzten Jahr mit der Versteigerung von Paul Newmans "Daytona" Auktionsgeschichte geschrieben hat. Der Schauspieler hatte die Uhr 1972 von seiner Frau geschenkt bekommen. Diese verfügte über das bis dahin tatsächlich eher unbeliebte schwarzweiße Zifferblatt, das das auffälligste Merkmal der seit 1963 von Rolex hergestellten Daytona-Cosmograph ist.

Das vorliegende Exemplar ist eine seltene Ref. 6240 der ersten Daytona-Version, die nur während eines kurzen Zeitraums Ende der 1960er Jahre von Rolex hergestellt wurde.

Ein weiteres heißbegehrtes Modell aus dem Hause Rolex ist die GMT-Master mit "Pepsi"-Lunette. In der Auktion darf auf ein Exemplar geboten werden, das um 1977 für den heutigen Herrscher über Dubai und Premierminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Sheikh Mohammed bin Rashid Al Maktoum, angefertigt wurde, wie der Namenszug in arabischer Schrift auf dem Zifferblatt belegt.

Eine weitere Uhr aus fürstlichem Besitz kommt mit der Quantième Perpétuel No. 1 von Audemars Piguet zum Aufruf, die um 1994 für den Bruder des Sultans von Brunei, Prinz Jefri Bolkiah, angefertigt wurde. Die außergewöhnliche Taschenuhr, bei der es sich vermutlich um eine Sonderanfertigung handelt, verfügt über ein quadratisches Weißgoldgehäuse, das mit Diamanten und Saphiren besetzt ist. Auch das Zifferblatt ist vollständig mit Diamanten verziert.

Eine frühe, hochinteressante Taschenuhr stammt vom Salzburger Hof- und Kleinuhrmachers Joseph Anton Beringer aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Die Uhr mit Ewigem Kalender in einem goldenen Gehäuse mit barocken Repoussé-Dekor verfügt über eine herausnehmbare Miniatur Äquinoktial-Sonnenuhr. Ein solches "Feature" waren äußerst selten. Heute ist weltweit nur noch eine weitere Uhr mit dieser Funktion bekannt.

Eine der kleinsten Uhren der Auktion wurde um 1820 von der damals in Paris ansässigen Firma Breguet hergestellt. Die Ringuhr verfügt über eine sichtbare Unruh über dem Zifferblatt. Die Form der der Unruh wird vom Emailledekor aufgegriffen. Funktionsfähige Uhren in kleinstmöglicher Ausführung anzufertigen, galt ab dem 16. Jahrhundert als die hohe Kunst der Uhrmacher.

Eine Uhr verbirgt sich sogar in dieser gelbgoldenen Minaudière von Van Cleef & Arpels aus den 1960er Jahren. Minaudièren tauchten in den 1930er Jahren als Accessoire auf, das als Alternative zum Abendtäschchen genutzt werden konnte. Da es über keine Schulterkette oder dergleichen verfügte, musste es klein genug sein, um in einer Hand gehalten zu werden können. Als Erfinder der Taschen, die eher Schmuckstücken gleichen, gilt Charles Arpels von Van Cleef & Arpels.

Zum Schluss haben wir hier noch zwei Armbanduhren aus dem militärischen Bereich. Es handelt sich um Taucheruhren von Panerai und Blancpain, die von deutschen Soldaten getragen wurden. Die Radiomir vom italienischen Hersteller Officine Panerai war im Zweiten Weltkrieg die Uhr der Kampfschwimmer der Kriegsmarine gewesen, da sie durch die 1914 erfundenen Leuchtmasse "Radiomir" auch bei Nacht und unter Wasser gut ablesbar war.

Auch die Fifty Fathoms RPGA 1 von Blancpain verfügt über leuchtende Ziffern und Zeiger. Als Zeichen dafür, dass die dafür verwendete Leuchtmasse nicht leicht radioaktiv ist, wie so viele vor ihr, wurde sie zwischen 1965 und 1970 mit dem durchgestrichenen Zeichen für Strahlung (engl. "radiation") hergestellt. Kurz vor Ende der Produktion orderte die Deutsche Bundeswehr für ihre Taucher noch schnell einige Exemplare dieses Modells. Die Gravur auf der Rückseite der vorliegenden Uhr bestätigt, dass es sich bei ihr ebenfalls um ein Uhr aus dieser Bestellung handelt.

Die Versteigerung von Auktionen Dr. Crott, bei der neben wertvollen Uhren auch bezaubernde Emailledosen zum Aufruf kommen, findet am 12. Mai um 12 Uhr im SkyLoft Eventzentrum im Sheraton Frankfurt Airport Hotel & Conference Center statt. Dort können alle Objekte am 11. Mai von 14-20 Uhr sowie am Vormittag des Auktionstages vorbesichtigt werden.

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