Cartier gehört zu jenen Familienunternehmen, die beinahe unerreichbar erscheinen und die trotzdem - oder gerade deswegen - jeder kennt. Im Laufe seiner Geschichte hat Cartier die Entwicklung der Mode beeinflusst und neue Maßstäbe in der Welt des Luxus gesetzt, vor allem im Bereich Schmuck und Uhren. Es ist die Verschmelzung von französischer Eleganz und schweizerischer Fachkenntnis, auf der der Erfolg des 1847 von Louis-François Cartier gegründeten Unternehmens beruht. In seiner historischen Boutique in der Rue de la Prix verkaufte Cartier zunächst Taschenuhren und Damenbroschen.

Louis-François Cartier Louis-François Cartier

Louis-François Cartier hatte zwei Söhne, Alfred und Louis, die nach ihrem Vater die Leitung des Unternehmens übernahmen. Ihnen folgten Alfreds drei Kinder, die sich als echte Teamwork erwiesen, indem sie den Weltmarkt unter sich aufteilten, um ihn besser beherrschen zu können. 

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts konnte Cartier mit seinen Schmuckkreationen, die vom Nahe Osten, Russland und den britischen Kolonien inspiriert waren, bereits die Aufmerksamkeit so mancher berühmter Persönlichkeit auf sich ziehen, darunter König Edward VII. von England oder der Maharadscha von Nawanagar in Indien. An dieser Stelle sollte auch erwähnt werden, dass Cartier zu diesem Zeitpunkt über ein hervorragendes Team an Verkäufern und jede Menge Gespür Organisation verfügte, wodurch es möglich war, zur selben Zeit 24 Herrscherhöfe in Europa zu beliefern.

Die Mystery Clock des Maharadscha von Nawanagar von Cartier Paris (1928) und ihr Besitzer | Foto: © Cartier Die Mystery Clock des Maharadscha von Nawanagar von Cartier Paris (1928) und ihr Besitzer | Foto: © Cartier

In den 1930er Jahren befand sich Cartier schließlich auf dem Gipfel der Eleganz, was vor allem Jeanne Toussaint, der damaligen künstlerischen Leiterin, zu verdanken war. Toussaints Spitzname war panthère „Leopard“, wodurch diese Raubkatze zum Emblem des Unternehmens werden sollte.

Schmuckliebhaberin Elizabeth Taylor mit Pretiosen von Cartier Schmuckliebhaberin Elizabeth Taylor mit Pretiosen von Cartier

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Cartier zu einem essentiellen Teil des Hollywood-Glamours. So konnte Schauspielerin Elizabeth Taylor mit ihrem ausgeprägten Faible für Schmuck den Kreationen von Cartier natürlich nicht widerstehen und wurde zu einer der wichtigsten Botschafterinnen des Luxusjuweliers. Taylors Kollegin und Alfred Hitchcock-Muse Grace Kelly willigte in die Ehe mit Fürst Rainier von Monaco ein, als dieser ihr einen großen Diamantring von Cartier an den Finger steckte.

Schauspielerin Grace Kelly sagte "Ja" zu Fürst Rainier von Monaco ...und einem Diamantring von Cartier Schauspielerin Grace Kelly sagte "Ja" zu Fürst Rainier von Monaco ...und einem Diamantring von Cartier

Natürlich ist Cartier nicht nur berühmt für seinen grandiosen Schmuck, auch zeitlose Armbanduhrenmodelle für sie und ihn landen, verpackt in einer der berühmten roten Schatullen, gerne in den Shopping Bags der Cartier-Kunden. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte Louis-François Cartier erkannt, dass die Zukunft in der Armbanduhr liegt. Die frühesten Modelle, Santos und Tank, sind heute zeitlose Klassiker und werden nach wie vor hergestellt.

Innovation ist ein bedeutender Teil der Geschichte von Cartier. In den 1970er Jahren schrieb das Unternehmen Modegeschichte, als es mit „Must“ eine Linie mit erschwinglicheren Accessoires (kleinere Lederwaren, Accessoires, Taschen, Stifte, Parfum etc.) auf den Markt brachte. Auch der Umzug in kleinere Boutiquen half dabei, eine neue Klientel zu gewinnen. Diese Innovation, die sie auf dem Papier zunächst riskant anhörte, erwies sich als finanziell äußerst lukrativ. Daher verwundert es auch nicht, dass dieser Erfolg schon bald andere Unternehmen der Branche animierte, mit ähnlichen Konzepten auf den Zug aufzuspringen.

Schauspielerin Gloria Swanson mit ihren Armreifen von Cartier | Foto: Deleuse Jewelers Schauspielerin Gloria Swanson mit ihren Armreifen von Cartier | Foto: Deleuse Jewelers

Ende des 20. Jahrhunderts erkannte Cartier anlässlich seines 150-jährigen Bestehens die Notwendigkeit, nicht nur alle Informationen zur Firmengeschichte zusammenzutragen, sondern auch viele seiner historischen Schmuckstücke, darunter Gloria Swansons berühmte Armreifen. Das Vorgehen erwies sich als äußerst kostspielig, aber auch als äußerst erfolgreich. Viele Museen auf der ganzen Welt rissen sich darum, die großartigen Schmuckkreationen, die Cartiers Firmengeschichte repräsentieren, ausstellen zu dürfen, darunter das British Museum, das Metropolitan Museum auf Art und das Grand Palais. 

Heute ist Cartier mit 300 Boutiquen in 50 Ländern sowie 15.000 Verkaufsstellen auf der ganzen Welt präsent. Als Flaggschiff der schweizerischen Richmond Group, zu der es heute gehört, verfolgt Cartier weiterhin seinen führenden Kurs im Bereich des luxuriösen Schmucks.

Auch im 21. Jahrhundert hat Cartier nicht an Faszination verloren. Im Film "Oceans 8" (2018) trägt Anne Hathaway eine Kreation von Jeanne Toussaint. Auch im 21. Jahrhundert hat Cartier nicht an Faszination verloren. Im Film "Oceans 8" (2018) trägt Anne Hathaway eine Kreation von Jeanne Toussaint.

Seinen anhaltenden Erfolg zu Beginn des 21. Jahrhunderts verdankt Cartier der schier unerschöpflichen Kreativität seiner Designer, die es schaffen, die Kollektionen stets zu erneuern, indem sie internationale Trends darin integrieren. Aktuell sind es Einflüssen aus Asien und vor allem China, die eine bedeutende Rolle spielen - kein Wunder, denn schließlich bietet der dortige Markt für ein Unternehmen wie Cartier schier unerschöpfliche Möglichkeiten.

Links: Herausragende Mystery Clock von Cartier Paris (1923) | Foto: © Cartier  Rechts: Rekordpreis für einen Rubin - Dieser Ring von Cartier erzielte 2015 28 Millionen CHF | Foto: © Sotheby's Links: Herausragende Mystery Clock von Cartier Paris (1923) | Foto: © Cartier Rechts: Rekordpreis für einen Rubin - Dieser Ring von Cartier erzielte 2015 28 Millionen CHF | Foto: © Sotheby's

Die Begeisterung für die Produkte von Cartier bezieht sich jedoch nicht nur auf Neuware. Auch für historische und Vintage Stücke lassen Bieter bei Auktionen ihre Kellen gerne nach oben schnellen.  Die einzigartigen, in herausragender Handwerkskunst gefertigten „Mystery Clocks“ der Art déco-Ära sind längst begehrte Sammlerstücke. Und ein Cartier-Ring erzielte 2015 bei Sotheby’s in Genf mit 28 Millionen CHF einen neuen Rekordpreis für einen Rubin.

Entdecken auch Sie die Stücke von Cartier - gleich hier bei Barnebys!