Der 7. Dezember steht im Berliner Auktionshaus Jeschke Van Vliet ganz im Zeichen von Kunst und Kenntnissen, die einst zu Papier gebracht wurden. Der über 1000 Lose starke Katalog umfasst wertvolle Bücher, dekorative Grafik und moderne Fotografie.

Eines der vielen Highlight ist eine mit 101 Farbholzstichen illustrierte französische Ausgabe von Dante Alighieris Göttlicher Komödie von 1963. Die Stiche wurden nach Aquarellen von Salvador Dalí angefertigt, der mit ihnen die einzelnen Gesänge des sechshändigen Werkes ergänzte.

Ebenfalls aufwändig illustriert mit 147 Abbildungen und 20 Farbtafeln ist der Band Staatliches Bauhaus Weimar 1919-1923, das 1923 im Bauhaus Verlag erschien. Die Texte stammen von Bauhaus-Künstlern wie Walter Gropius, Wassily Kandinsky oder László Moholy-Nagy, die damit eine Art Manifest der frühen Bauhaus-Jahre geschaffen haben.

Einige Bauhaus-Künstler waren auch Mitglieder der 1918 gegründeten Novembergruppe, die bis 1933 existierte. Hugo Graetz, Geschäftsführer der Gruppe, eröffnete 1923 eine Galerie in Berlin eröffnete. Anlässlich der ersten Ausstellung in der Galerie trugen sich viele anwesende Künstler mit Zeichnungen und Widmungen in das Gästebuch ein, das in der Auktion als unikales Exemplar vorliegt.

Rund 150 Jahre zuvor veröffentliche Jacques Grasset de Saint-Sauveur das zweibändige Werk Costumes civils actuels de tous les peuples connus, dessinés d'après nature, gravés et coloriés. Accompagnés d'un abrégé historique de leurs coutumes, mours, religions, sciences, arts, commerce, monnoies - kurz gesagt: ein illustriertes Werk mit den Trachten der damals bekannten Völker. Grasset de Saint-Sauveur, der zwar in Kanada geboren wurde und später in Frankreich lebte, hatte die meisten Trachten nicht selber gesehen, sondern verwendete für ihre Darstellungen Aufzeichnungen von Seefahrern und Forschern.

Einen Einblick in die bekannte Welt des 16. Jahrhunderts gibt das 1570 erschienene Kartenwerk Theatrum Orbis Terrarum, das in der Auktion in der vierten lateinischen Auflage von 1574 vorliegt. Der Atlas von Abraham Ortelius zeigt Karten aller damals bekannten Kontinente sowie Karten der einzelnen Länder Europas.

Hochinteressant - vor allem für Sinologen - ist eine Erstausgabe des Linguæ sinarum mandarinicæ von 1742, der ersten französischen Abhandlung und Erläuterung über die chinesische Sprache. Grundlage für as Buch war 1711 die Begegnung des Autoren Stephan Fourmont mit dem Chinesen Huang, der ihn die chinesischen Schriftzeichen lehrte.

In einer kleinen Auflage von jeweils nur 65 Stück erschien zwischen 1932 und 1939 in Paris ein insgesamt 9 Bände umfassendes Handbuch des russischen Adels. Organisiert worden wäre der Druck von einer russischen adeligen Exilantenorganisation in der französischen Hauptstadt.

Die Auktion bei Jeschke Van Vliet findet am 7. Dezember um 13 Uhr in der Lehrter Straße 57 in Berlin statt. Dort können alle Lose des aktuellen Katalogs am 1. sowie vom 3.-6. Dezember vorbesichtigt werden.

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