Mit ihrer ätherischen Schönheit bannte Vivien Leigh während ihrer 30 Jahre währenden Film- und Theaterkarriere ein begeistertes Publikum vor die Leinwand bzw. Bühne.

Geboren wurde Vivien Leigh mit dem Familiennamen Hartley in Indien. Als sie sechs Jahre alt war, kehrte sie mit ihrer Familie nach England zurück, wo sie ab 1932 an der Royal Academy of Dramatic Art in London Schauspielerei studierte. Im selben Jahr heiratete sie ihren ersten Ehemann Herbert Leigh Holman. Auch als sie eine Tochter zur Welt brachte, gab sie ihre Schauspielambitionen nicht auf. 1934 wirkte sie in ihrem ersten Film mit.

Während Vivien Leigh in weiteren Filmen mitspielte, zerbrach ihre Ehe. Grund dafür war ihre Begegnung mit dem englischen Schauspieler Laurence Olivier, in den sie sich Hals über Kopf verliebte - und er auch in sie.

1939 folgte schließlich Vivien Leighs großer Durchbruch als Schauspielerin, als sie die Hauptrolle der kapriziösen Scarlett O'Hara im Südstaaten-Epos Vom Winde verweht spielte. Für die Rolle eignete sie sich einen Südstaatenakzent an. Die Belohnung erfolgte im Jahr darauf mit dem Oscar als Beste Hauptdarstellerin. Eine gebundene Ausgabe des Drehbuchs, welche sie von der Filmcrew geschenkt bekam, ist eines der vielen Lose der Auktion.

Den Roman Vom Winde verweht von Margaret Mitchell kannte und liebte Vivien Leigh bereits bevor ihr die Rolle angeboten wurden. Ihr persönliches Exemplar, das eine Widmung und ein Gedicht Mitchells enthält, kommt ebenfalls in der Auktion im September zum Aufruf.

Die folgenden Jahre waren von schauspielerischem Erfolg und persönlichen Niederlagen gekennzeichnet. An der Seite ihres - mittlerweile - Ehemannes Laurence Olivier spielte sie Lady Emma Hamilton in Lord Nelsons letzte Liebe. In einer historischen Rolle glänzte sie als ägyptische Königin Cleopatra, erneut als Romanheldin in der Titelrolle in Anna Karenina. Ihren zweiten Oscar als Beste Hauptdarstellerin erhielt sie 1952 für ihre Darstellung der Blanche DuBois in der Verfilmung des Tennessee Williams-Stücks Endstation Sehnsucht an der Seite von Marlon Brando. Auf die blonde Perrücke, die sie im Film trug, darf ebenfalls mitgeboten werden.

Das Ehepaar Leigh-Olivier lebte in England in seinen zwei Häusern: Notley Abbey in Buckinghamshire sowie Durham Cottage im Londoner Stadtteil Chelsea.

Doch das private Glück sollte keinen Bestand haben. 1956 verlor die schwangere Vivien Leigh ihr Kind und die Depressionen, unter denen sie bereits zuvor gelitten hatte, verstärkten sich. Auch die Ehe mit Olivier näherte sich ihrem Ende, beide Schauspieler hatten Affären mit Kollegen, die Scheidung erfolgte 1960.

In ihren letzten Lebensjahren stand Vivien Leigh trotz ihrer Depressionen auf der Bühne bzw. vor der Kamera. Für ihre Darstellung in Iwanow von Anton Tschechow erhielt sie 1963 den Tony Award.

Nachdem sie 1964 mit Das Narrenschiff ihren letzten Film gedreht hatte, war Iwanow ihr letzter Auftritt als Schauspielrin. 1967 starb Vivien Leigh an den Folgen ihrer Erschöpfung und einer nicht vollständig ausgeheilten Tuberkulose.

Die Versteigerung der Vivien Leigh Collection wird am 26. September bei Sotheby's in London stattfinden. Die Highlights der Auktion werden dort noch bis zum 11. August ausgestellt. Weitere Infos finden Sie hier.