Ununterbrochenes Wachstum seit zehn Jahren

In den letzten Jahren erlebt Wein ein stetiges Wachstum auf dem Sekundärmarkt. Die weltweite Spitze der Auktionshäuser gibt Wein einen permanenten festen Platz in ihrem Kalender. Im letzten Jahr brachte Hospices de Beaune, Christie’s Charity-Weinauktion, einen Erlös von über 11 Millionen Euro ein.

1 Hospices de Beaune 2015 Foto: Jean-Philippe Ksiazek für AFP

Der Verkauf von Wein eignet sich besonders gut für Online-Auktionen, denn im Gegensatz zu der Versteigerung eines Bildes oder eines Design-Möbelstücks ist es dabei nicht nötig, extra anzureisen, um die fragliche Flasche persönlich in Augenschein zu nehmen.

Auf verschiedenen Plattformen – darunter auch Barnebys, das eine ausschließlich Wein und Spirituosen gewidmete Kategorie hat – können alle zum Verkauf nötigen Informationen mit ein paar Klicks eingesehen werden.

Wein Wein bei Barnebys

Durch den leichten Zugang zu Auktionen haben es die Online-Auktionsplattformen geschafft, ein internationaleres (und wohlhabenderes) Klientel anzuziehen. iDealwine.com, das erste Online-Auktionshaus, welches sich ganz auf Wein spezialisiert hat, machte 2015 einen Umsatz von 8,9 Millionen Euro.

Geschmack zum Erwerben: Wer sollte Wein sammeln?

Liebhaber von Wein und Spirituosen sind im Großen und Ganzen ein buntgemischter Haufen. 90% derjenigen, die Wein sammeln und auf Auktionen verkaufen, sind Einzelpersonen, die bereits seit Jahren leidenschaftlich ihrer Sammlertätigkeit nachgehen.

Warum verkaufen? Es ist ratsamer, Flaschen zu einer Auktion einzuliefern, als zu riskieren, dass sie „kippen“ (also den Wein solange zu lagern, bis er oxidiert). Eine Auktion ist eine gute Gelegenheit, Gewinn zu machen, um diesen in eine neue Weinsammlung zu investieren.

3 Der Verkauf des Weinkellers des Elysée-Palastes im Juni 2013 zog Käufer aus der ganzen Welt an. Foto: Präsidentschaftsrat der Französischen Republik

Warum kaufen? Für Käufer bedeutet eine Auktion eine gute Gelegenheit, eine Wein zu erwerben, der zehn Jahre und älter ist und der auf dem primären Markt nur schwer – und für mehr Geld – zu finden wäre.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts kamen die meisten Weinkäufer des sekundären Marktes aus Großbritannien. Heute haben sich die Weinverkäufe sehr stark auf dem chinesischen Markt angesiedelt. China ist mittlerweile auf Platz 5 der weinkonsumierenden Länder, hinter den USA, Frankreich, Italien und Deutschland.

Die lokale Produktion ist in der chinesischen Szene geradezu explodiert. Laut der International Organisation of Vine and Wine hat sich die Weinanbaufläche in China 2015 um 34 Millionen Hektar erhöht, wodurch sie zum zweitgrößten Weinanbaugebiet in einem Land wurde.

Welche Weine sollte man auf einer Auktion kaufen?

Auch wenn sie heute von einigen Kritikern in Frage gestellt wird, bildet die Bordeaux-Klassifizierung von 1855 eine gute Richtlinie. Entstanden auf Befehl Kaiser Napleon III. für die Weltausstellung 1855, ist diese Klassifikation auch heute noch eine Referenz für einwandfreien französischen Wein.

4 Auszug aus der Bordeaux-Klassifizierung von 1855 Foto via crus-classes.com

Wenn Sie den Wein sofort konsumieren wollen, sind die zweiten Weine großer Châteaux für Sie am besten geeignet, denn sie sind ebenfalls von hoher Qualität und die Preise noch moderat. Wenn Ihr erklärtes Ziel jedoch das Sammeln und Investieren ist, dann sind Premier und Second Crus Classés für Sie die beste Wahl.

Natürlich dürfen auch die Weine aus dem Burgund, Italien, Deutschland und der Neuen Welt (Südafrika, Australien, Neuseeland, USA, Südamerika) nicht ignoriert werden, denn auch sie versprechen, ein Quell der Freude zu sein.

In Frankreich bestehen Weinauktionen zu 60% aus Bordeaux-Weinen (meistens Crus Classés) und zu 20% aus Burgundern. Die übrigen 20% teilen sich Weine aus dem Gebiet der Rhône und vintage Spirituosen.

Einkaufstipps

Wein auf einer Auktion zu kaufen, ist genau das Gleiche wie auf Möbel oder Schmuck zu bieten. Informieren Sie sich vorher ausführlich, denn nur so können Sie sicher sein, ein vernüftiges Gebot abzugeben. Suchen Sie auch den Rat eines Experten – er wird sich freuen, Ihnen zur Seite zu stehen.

6 Eine Flasche Romanée-Conti, die 2014 bei einer Auktion von Sotheby's in Hongkong zur Versteigerung angeboten worden war. Foto: François Guillot für AFP

Dinge, die zu beachten sind: Das Alter des Weines, das Etikett, der Verschluss, die Versiegelung und alles was man über die Geschichte und den Ursprung einer Flasche wissen sollte.

Wenn Sie die Möglichkeit haben, dann besuchen Sie das entsprechende Auktionshaus vorher, da die zu verkaufende Weine in der Regel ein paar Tage vor der Auktion dort eintreffen. So können Sie den Zustand der Flaschen inspizieren und auch prüfen, ob das Auktionshaus über einen angemessenen Platz für die Lagerung von Wein verfügt – nicht zu heiß und nicht zu kalt.

Sind Sie bereits ein erfahrener Auktions-Käufer, dann sind Plattformen wie iDealwine, Sylvie’s in Antwerpen und Besch Cannes ein Muss, um Ihre Sammelleidenschaft fortzuführen.

Bieten Sie hingegen zum ersten Mal, dann setzen Sie sich selber ein Preislimit, denn sonst laufen Sie Gefahr, im Eifer des Gefechts, mit Ihren Geboten den eignen Rahmen zu sprengen!

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