10 berühmte Kunstwerke und wo sie zu finden sind

Einfach weil es so schön ist, widmen wir uns an dieser Stelle ein weiteres Mal berühmten Werken der Kunstgeschichte. Viele davon befinden sich in den berühmtesten Museen der Welt, andere hätte man an ihrem Standort vielleicht nicht vermutet.

10 berühmte Kunstwerke und wo sie zu finden sind

Unbekannter Künstler, Große Sphinx von Gizeh (3. Jahrtausend v. Chr.), Gizeh

Von Geheimnissen umgeben, ergänzt die große Sphinx seit über 4000 Jahren das Pyramidenensemble bei Gizeh in der heutigen Metropolregion Kairo in Ägypten. Geheimnisvoll ist vor allem ihr eigentlicher Zweck: Vielleicht sollte sie die Pyramiden bewachen oder war Teil eines Sonnenkults. Möglicherweise wurde der Körper eines liegenden Löwen auch mit dem Konterfei des Pharaos Chepren, vor dessen Pyramide sie sich in einer Achse befindet, kombiniert.

Unbekannter Künstler, Große Sphinx von Gizeh (3. Jahrtausend v. Chr.), Gizeh | Foto: Barcex via Wikimedia
Unbekannter Künstler, Große Sphinx von Gizeh (3. Jahrtausend v. Chr.), Gizeh | Foto: Barcex via Wikimedia

Ihren Standort hat die größte Sphinx der Welt nie gewechselt, denn sie wurde sogar vor Ort geschaffen: aus dem Rest eines Kalksteinhügels, der bei der Gewinnung des Baumaterials für die Cheops-Pyramide auf dem Plateau von Gizeh entstanden war. Daher "ruht" sie in einer Mulde, weshalb einen großen Teil ihres Daseins vom Wüstensand halbwegs verschüttet zubrachte.

Jan van Eyck, Die Arnolfini-Hochzeit (1434), National Gallery, London

Ein Meisterwerk der spätgotischen Malerei ist die Arnolfini-Hochzeit des flämischen Malers Jan van Eyck. Dargestellt ist der aus der Toskana stammende Kaufmann Giovanni Arnolfini mit seiner vermutlich nicht standesgemäßen Ehefrau (darauf lässt die Positionierung der Personen schließen: "Ehe zur linken Hand"). Das Gemälde, ein frühes Beispiel der Ölmalerei, entstand in Brügge, wo die Arnolfinis eine Dependance ihres Handelsimperiums betrieben. Das komplexe Werk ist voller Details, vor allem der runde Spiegel an der Rückwand zeugt von der Meisterschaft des Künstlers.

Jan van Eyck, Die Arnolfini-Hochzeit (1434), National Gallery, London | Foto via Wikipedia
Jan van Eyck, Die Arnolfini-Hochzeit (1434), National Gallery, London | Foto via Wikipedia

Nachdem das Gemälde jahrzehntelang im Besitz der Familie Arnolfini war, ging es zu Beginn des 16. Jahrhunderts in den Besitz des spanischen Dipolmaten Diego de Guevara über, der es 1516 der Statthalterin der habsburgischen Niederlande, Margarete von Österreich, die es ihrer Nichte und Nachfolgerin Maria von Ungarn vererbte. 1556 zog Maria nach Spanien und nahm das Gemälde mit und es wurde Teil der Sammlung der Könige von Spanien. In den Wirren der Napoleonischen Kriege kam es in den Besitz des schottischen Offiziers James Hay, der es 1842 schließlich an die National Gallery verkaufte.

Albrecht Dürer, Feldhase (1502), Albertina, Wien

Den bekanntesten Hasen der Kunstgeschichte hat Albrecht Dürer 1502 als Aquarell auf einem annähernd quadratischen Blatt Papier ausgeführt. Das Motiv ist äußerst detailreich wiedergegeben, was besonders bei der Wiedergabe des Fells deutlich wird. Dürer fertigte die 25,1 x 22,6 cm große Zeichnung als NAturstudie an, wobei unwahrscheinlich ist, dass dies nach einem lebendigen Modell geschah.

Albrecht Dürer, Feldhase (1502), Albertina, Wien | Foto via Wikipedia
Albrecht Dürer, Feldhase (1502), Albertina, Wien | Foto via Wikipedia

Dürers Feldhase ist Teil der Sammlung der 1776 vom Herzog Albert von Sachsen-Teschen - ein Schwiegersohn der Kaiserin Maria Theresia - gegründeten Albertina in Wien. Das kostbare Original wird in der Dauerausstellung jedoch durch eine Kopie ersetzt und nur zu besonderen Gelegenheiten hervorgeholt. Gleiches gilt für die Betenden Hände von Dürer, die wie der Feldhase seit Jahrhunderten kopiert und nachgeahmt werden.

Raffael, Sixtinische Madonna (1512/13), Gemäldegalerie Alte Meister Dresden

1512 gab Papst Julius II. beim Renaissancemaler Raffael ein Altarbild in Auftrag, mit dem der Sieg des päpstliches Heeres über die Franzosen, die in Italien eingefallen waren, gefeiert werden sollte. Bestimmt war das Werk für den Hochaltar des Klosters San Sisto in Piacenza, wodurch es den Namen Sixtinische Madonna erhielt. Das Madonnenbild zählt zu den bekanntesten Gemälden der Renaissance, jedoch sind es vor allem die beiden Engel am unteren Bildrand, die besondere Berühmtheit genießen und heute gerne auf allen möglichen Gegenständen reproduziert werden.

Raffael, Sixtinische Madonna (1512/13), Gemäldegalerie Alte Meister Dresden | Foto via Wikipedia
Raffael, Sixtinische Madonna (1512/13), Gemäldegalerie Alte Meister Dresden | Foto via Wikipedia

Raffaels Sixtinische Madonna kann in der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden bewundert werden. Dorthin gelangte sie im Jahr 1754, als der sächsische Kurfürst und König von Polen August III. - ein großer Kunstsammler - es den Mönchen von San Sisto abkaufte, die wegen einer geplanten Renovierung ihres Klosters in Geldnot waren.

Rembrandt van Rijn, Die Nachtwache (1642), Rijksmuseum Amsterdam

Wer das Rijksmuseum in Amsterdam besucht, tut dies höchstwahrscheinlich auch, um Rembrandts berühmte 363 × 437 cm große Nachtwache einmal mit eigenen Augen gesehen zu haben. Die 1642 vollendete Auftragsarbeit zeigt die Kompanie von Kapitän Frans Banning Cocq und Leutnant Willem van Ruytenburgh, die Teil der Schützengilden im Amsterdam des 17. Jahrhunderts war.

Rembrandt van Rijn, Die Nachtwache (1642), Rijksmuseum Amsterdam | Foto via Wikipedia
Rembrandt van Rijn, Die Nachtwache (1642), Rijksmuseum Amsterdam | Foto via Wikipedia

Nachdem Die Nachtwache jahrzehntelang im Festsaal der Schützengilden gehangen hatte, kam es 1715 ins Rathaus von Amsterdam, wo es einen Teil seiner ursprünglichen Größe einbüßte, und Anfang des 19. Jahrhunderts schließlich in die Sammlung des Rijksmuseums.

Mehr über Die Nachtwache erfahren Sie hier.

Katsushika Hokusai, Die große Welle vor Kanagawa (1829-33), Hokusai-Museum Sumida, Tokio

Die große Welle vor Kanagawa ist die bekannteste Arbeit des japanischen Künstlers Katsushika Hokusai und Teil von dessen 1830-36 entstandenen Reihe 36 Ansichten des Berges Fuji. Hokusai war bereits um die Siebzig als er die Holzschnitte schuf. Als sich Japans zuvor festverschlossene Pforten im 19. Jahrhundert allmählich der übrigen Welt öffneten, gelangten auch Hokusais Arbeiten nach Europa, wo sie erheblich zum neuen "Trend" des Japonismus beitrugen.

Katsushika Hokusai, Die große Welle vor Kanagawa (1829-33), Hokusai-Museum Sumida, Tokio | Foto via Wikipedia
Katsushika Hokusai, Die große Welle vor Kanagawa (1829-33), Hokusai-Museum Sumida, Tokio | Foto via Wikipedia

Holzschnitte sind natürlich, wenn auch in unterschiedlicher Qualität, unendlich reproduzierbar und so finden sich Abzüge in vielen Museen, darunter das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg, das Metropolitan Museum in New York und das British Museum in London. Besonders empfehlenswert ist es natürlich, sich die Repliken im Hokusai-Museum anzusehen, das sich in Tokios Stadtteil Sumida befindet, dem Geburtsort Hokusais.

Franz Marc, Der Turm der blauen Pferde (1913), ?

Manchmal ist der Verbleib eines Gemäldes - meistens bedingt durch Kriege und/oder Habgier - auch völlig unbekannt. So verhält es sich auch mit Franz Marcs Meisterwerk Der Turm der blauen Pferde on 1913, das den Übergang von Marcs Malerei vom Expressionismus zur Abstraktion verdeutlicht.

Franz Marc, Der Turm der blauen Pferde (1913), ? | Foto via Wikipedia
Franz Marc, Der Turm der blauen Pferde (1913), ? | Foto via Wikipedia

Nachdem Franz Marc 1916 bei Verdun gefallen war, ging Der Turm der blauen Pferde in den Besitz seiner Witwe Maria über, die es 1919 an die Nationalgalerie Berlin verkaufte. 1937 wurde es in der Austellung "Entartete Kunst" gezeigt, daraus jedoch wieder entfernt, als Beschwerden laut wurden, da es sich um das Werk eines gefallenen Frontsoldaten handelte. Anschließend sollte das Gemälde von der Nazi-Regierung ins Ausland verkauft werden. Stattdessen riss es sich Hermann Göring zu einem günstigen Preis unter den Nagel. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs gilt es als verschollen.

Claude Monet, Seerosen (1917-19), Honolulu Museum of Art, Honolulu

Das Spätwerk des Vaters des Impressionismus, Claude Monet, ist geprägt von seinen Seerosen-Bildern, für die er die Motive in seinem geliebten und gehegten Garten in Giverny direkt vor der Haustür fand. Das Haus in Giverny hatte Monet ab 1883 gemietet, sieben Jahre später kaufte er es. Sofort begann er mit der Gestaltung des Gartens, den er in einen Japanischen Garten umwandelte, inklusive Seerosenteich und Brücke.

Claude Monet, Seerosen (1917-19), Honolulu Museum of Art, Honolulu | Foto via Wikipedia
Claude Monet, Seerosen (1917-19), Honolulu Museum of Art, Honolulu | Foto via Wikipedia

Seine Seerosen waren über einen Zeitraum von etwa dreißig Jahren Claude Monets liebstes Motiv, insgesamt entstanden über 100 Werke mit ihnen - von den vielen, die der Künstler zerstörte, weil sie ihm nicht gefielen, ganz zu schweigen. Monets Seerosen hängen in Museen rund um den Globus, ja sogar auf Hawaii. Eine zwischen 1917 und 1919 entstandene Version befindet sich im Honolulu Museum of Art, das 1927 eröffnet worden war, mit der Sammlung der Stifterin Anna Rice Cooke als Grundstock.

Salvador Dalí, Die Beständigkeit der Erinnerung (1931), Museum of Modern Art, New York

Vielleicht aufgrund seiner Berühmtheit stellt man sich Salvador Dalís berühmtes Gemälde Die Beständigkeit der Erinnerung großformatig vor. Tatsächlich misst es aber gerade einmal 24,1 × 33 cm. Der Stein, der alles ins Rollen brachte, war ein Stück zerfließender Camembert, der in Dalís Blickfeld geraten war. Das Ergebnis war dann Dalís u(h)reigene Darstellungsweise des Verfalls und des Zerrinnens der Zeit.

Salvador Dalí, Die Beständigkeit der Erinnerung (1931), Museum of Modern Art, New York | Foto: © 2019 Salvador Dalí, Gala-Salvador Dalí Foundation / Artists Rights Society (ARS), New York via moma.org
Salvador Dalí, Die Beständigkeit der Erinnerung (1931), Museum of Modern Art, New York | Foto: © 2019 Salvador Dalí, Gala-Salvador Dalí Foundation / Artists Rights Society (ARS), New York via moma.org

Ausgestellt wurde Die Beständigkeit der Erinnerung noch in seinem Entstehungsjahr in der Pariser Galerie von Pierre Colle, der es 1934 an seinen Kollegen Julien Levy in New York verkaufte. Dort erwarb es ein anonymer Käufer, der es dem Museum of Modern Art schenkte.

Pablo Picasso, Guernica (1937), Museo Reina Sofía, Madrid

Pablo Picassos Guernica entstand als Reaktion des Künstlers auf die Zerstörung der spanischen Stadt Guernica (Gernika) durch deutsche und italienische Truppen am 26. April 1937 während des Spanischen Bürgerkriegs. Wie sehr Picasso das Schicksal bewegte und wie intensiv er daran arbeitete, zeigt die enorme Ausdruckskraft, aber auch die Tatsache, dass er sein großformatiges Meisterwerk (349 × 777 cm) bereits am 12. Juli 1937 auf der Weltausstellung in Paris zeigen konnte.

Pablo Picasso, Guernica (1937), Museo Reina Sofía, Madrid | Foto via museoreinasofia.es
Pablo Picasso, Guernica (1937), Museo Reina Sofía, Madrid | Foto via museoreinasofia.es

Anschließend ging es auf Tournee durch Nordeuropa und die USA. Die eingenommenen Eintrittsgelder spende Picasso den Opfern des Bürgerkrieges. Da Picasso Guernica einem demokratischen Spanien vermachen wollte, blieb es zunächst im MoMa in New York. Nach dem Ende der Franco-Diktatur wurde es ab 1981 im Prado in Madrid ausgestellt und ist seit 1992 Teil der Sammlung des Museo Reina Sofía.

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